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Nach Angriff auf Politiker

Härtere Strafen für Gewalttäter: Faeser will schnellere Verfahren

  • Aktualisiert: 07.05.2024
  • 15:20 Uhr
  • dpa
Innenministerin Nancy Faeser will zukünftig Straftaten gegen Politiker:innen härter bestrafen.
Innenministerin Nancy Faeser will zukünftig Straftaten gegen Politiker:innen härter bestrafen.© Britta Pedersen/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) dringt vor der Sonder-Innenministerkonferenz auf einen größeren Schutz von Wahlkämpfern mit schnellen Strafverfahren und wenn nötig einem schärferen Strafrecht.

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Inhalt

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten nach gewaltsamen Angriffen wie auf den sächsischen SPD-Politiker Matthias Ecke am Dienstagabend (7. Mai) in einer Videokonferenz über mehr Schutz für politisch Engagierte. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Brandenburgs Ressortchef Michael Stübgen (CDU), rechnet mit Beschlüssen. Aus Sachsen kommt die Forderung nach einem schärferen Strafrecht.

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Schnellere und konsequentere Verfahren

"Wir brauchen ein ganz deutliches Stopp-Signal: Dafür ist neben der Polizei und den Sicherheitsbehörden auch die Justiz gefordert", sagte Faeser am Dienstag (7. Mai) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Gewalttäter, die Demokraten attackieren, müssen die volle Härte des Rechtsstaats spüren: durch schnelle und konsequente Verfahren und Strafen. Wenn wir das Strafrecht dafür weiter verschärfen müssen, um antidemokratische Taten härter zu ahnden, werde ich mit dem Bundesjustizminister hierüber schnell beraten."

Gewalttäter, die Demokraten attackieren, müssen die volle Härte des Rechtsstaats spüren.

Nancy Faeser, Innenministerin

Attacke gegen SPD-Politiker Matthias Ecke

Ecke, der SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl in Sachsen ist, war am Freitag (3. Mai) von vier jungen Männern im Alter von 17 und 18 Jahren zusammengeschlagen worden, als er Wahlplakate anbringen wollte. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen rechnet zumindest einen dem rechten Spektrum zu. Kurz vor dem Angriff auf Ecke hatte laut Polizei mutmaßlich dieselbe Gruppe in der Nähe einen Grünen-Wahlkampfhelfer verletzt.

Im Video: SPD-Politiker Ecke in Dresden brutal zusammengeschlagen und verletzt

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Debatte über schärferes Strafrecht

Das sächsische Kabinett wollte am Dienstag (7. Mai) eine Bundesratsinitiative zur Strafverschärfung bei Angriffen auf Politiker und Wahlhelfer beschließen. "Wir brauchen einen neuen Straftatbestand im Strafgesetzbuch für die Bedrohung von Amts-, Mandatsträgern und Ehrenamtlern", hatte CDU-Landesinnenminister Armin Schuster am Montagabend (6. Mai) in den ARD-"Tagesthemen" angekündigt.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zeigte sich offen für härtere Strafen. "Ich bin offen, diese Grundsätze auch im Strafrecht noch deutlicher als bisher herauszustellen und entsprechende Strafverschärfungen vorzusehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Matthias Ecke hat sich nach dem Überfall in Dresden aus dem Krankenhaus gemeldet. Die Anteilnahme und Solidarität gebe ihm Kraft, schrieb er am 6. Mai in einem Beitrag auf X.
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Gesetzesänderung geplant

Nach Angriff auf Ecke: Sachsen will Bedrohung von Politikern als Straftat ahnden

Als Konsequenz aus dem brutalen Angriff auf den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden will Sachsen eine Änderung des Strafgesetzbuchs vorschlagen - und auch die anderen Bundesländern davon überzeugen.

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann schließt ein schärferes Strafrecht nicht generell aus. "Das sind schon schwere Gewaltüberschreitungen bis dahin, dass man durchaus auch über Gesetzesverschärfungen nachdenken kann", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Das müsse aber geprüft werden.

Der stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionschef Dirk Wiese sagte, Strafverschärfungen allein schützten niemandem. "Es muss einen zivilgesellschaftlichen Konsens darüber geben, was in unserem freiheitlichen Rechtsstaat schützenswert ist - der demokratische Wettbewerb, die friedliche Auseinandersetzung, das kompromissbereite Ringen um Positionen." Das könne kein Strafrecht erzwingen.

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Faeser: Mehr sichtbare Polizei vor Ort

Die Bundesinnenministerin hält auch "mehr sichtbare Polizeipräsenz vor Ort" für notwendig, um Demokraten an Wahlkampfständen und bei Veranstaltungen zu schützen. "Dabei ist auch klar: Die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein, aber sie kann Schutzkonzepte anpassen und Präsenz erhöhen, so wie es vielerorts bereits erfolgt", sagte Faeser. "Der Bund wird die Länder mit der Bundespolizei an anderen Stellen weiter stark entlasten."

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