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Zoff um Gesundheitsminister

"Kann nicht aus seiner Haut": Kassenärzte-Chef kritisiert Lauterbachs Corona-Warnungen

  • Veröffentlicht: 13.12.2023
  • 11:21 Uhr
  • Momir Takac

Alle Jahre wieder: Pünktlich zu Weihnachten mahnt der Gesundheitsminister zur Vorsicht vor Corona. Ein Ärzt:innen-Vertreter mag das nicht mehr hören.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hält die Corona-Warnungen von Gesundheitsminister Lauterbach für übertrieben.

  • Es bestehe schließlich keine pandemische Lage mehr, sagte Andreas Gassen.

  • Impfungen gegen das Corona-Virus und die Grippe hält er hingegen für sinnvoll.

Anfang Dezember hatten Experten:innen vor einem heftigen Corona-Winter in Deutschland gewarnt. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte: "Corona bleibt gefährlich." Für den Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist das zu viel des Guten. Andreas Gassen hat Karl Lauterbach jetzt Übertreibung vorgeworfen.

Kritik an Lauterbachs Corona-Warnung

"Karl Lauterbach kann nicht aus seiner Haut. Ich halte seine Warnungen und Appelle in der Dringlichkeit für überzogen. Wir haben schließlich keine pandemische Lage mehr", sagte Gassen der "Rheinischen Post". Der KBV-Chef wolle nicht dementieren, dass die Infektionszahlen derzeit stark steigen. "Aber wir haben früher auch nicht wegen Erkältungen oder der Grippe überall zum Maskentragen und zum Verzicht auf Weihnachtsfeiern in Innenräumen geraten", argumentierte er.

Lauterbach hatte gewarnt, das Covid-19-Risiko steige zu Weihnachten. Auch sei Corona keine Erkältung, die man sich bedenkenlos jede Saison einfangen könne, sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Er rief daher zu Vorsicht und mehr Impfungen in der Vorweihnachtszeit auf. Kritik bekam Lauterbach auch von FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Er warf dem SPD-Minister "Panikmache" vor. Die Menschen würden im Zweifel nicht Lauterbach um Rat fragen, sondern ihre Hausärzt:innen, ätzte Kubicki in der "Bild".

Im Video: "Panikmache" - Kubicki schießt wegen Corona-Warnungen gegen Lauterbach

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Gassen bei Corona-Impfung für Ältere bei Lauterbach

Ein Punkt, den KBV-Chef Gassen hingegen mit Lauterbach teilt: Impfungen gegen das Corona-Virus und Grippe seien für Risikogruppen und Ältere sinnvoll, sagte er. Sorgen bereitet Gassen dabei eine gewachsene Skepsis gegenüber Impfstoffen. "Die Grippe-Impfquoten waren noch nie zufriedenstellend. Aktuell sind sie aber gefühlt noch einmal besonders niedrig. Gleichwohl verwundert es mich nicht, dass heute mehr Menschen zögern", sagte er der "Rheinischen Post".

:newstime

"Denn als die Corona-Impfstoffe kamen, wurden Sorgen über deren Sicherheit und Verträglichkeit von Medizinern und Politikern weggewischt. Dabei gab und gibt es natürlich Impfschäden bei einzelnen Personen, die genau wie Long-Covid-Fälle zum Gesamtbild gehören", betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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