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"Nation unter Schock"

Mann sticht in Frankreich auf Kleinkinder ein - Terror-Motiv "nicht erkennbar"

  • Aktualisiert: 09.06.2023
  • 12:27 Uhr
  • Nelly Grassinger
Polizisten und Rettungskräfte gehen nach einem Messerangriff in einem französischen Park zum Tatort.
Polizisten und Rettungskräfte gehen nach einem Messerangriff in einem französischen Park zum Tatort. © Florent Pecchio/L'Essor Savoyard/AP/dpa

Fassungslosigkeit nach einem Messerangriff auf einem Spielplatz in Frankreich. Vier Kleinkinder werden schwer verletzt, zwei von ihnen sogar lebensgefährlich. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • In Frankreich greift ein Mann vier Kinder und zwei Erwachsene mit einem Messer an.

  • Sein Motiv für die Tat ist bisher nicht bekannt.

  • Auch in Deutschland ist man schockiert über den Angriff auf einem Spielplatz.

Ein Mann hat vier kleine Kinder und zwei Erwachsene völlig unvermittelt auf einem Spielplatz im Osten Frankreichs mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. In dem Park spielten sich dramatische Szenen ab, Menschen rannten um ihr Leben, andere halfen, um den Täter zu überwältigen - der Verdächtige wird schließlich festgenommen. Zwei Kinder und ein Erwachsener kämpften nach dem Angriff in Annecy zunächst um ihr Leben. Das Motiv des Täters ist bisher unklar.

Bei dem Angriff verletzte der Täter vier Kinder im Alter von 22 Monaten bis 3 Jahren und zwei Erwachsene schwer. Zwei der Kinder waren auf einer Urlaubsreise und kommen aus Großbritannien und den Niederlanden. Die anderen beiden sind Medienberichten zufolge ein französisches Geschwisterpaar.

Französische Politik schockiert von der Tat

Das Verbrechen erschüttert Frankreich zutiefst. Frankreichs Premierministerin Élisabeth Borne spricht von einer "feigen und abscheulichen Tat". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schreibt auf Twitter: "Die Nation steht unter Schock." Er besuchte am Freitagvormittag einige der schwer verletzten Kinder in der Universitätsklinik in Grenoble. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte wurde er von Verantwortlichen der Klinik in der südostfranzösischen Großstadt empfangen.

"Heute ist die Zeit der Ergriffenheit", sagte Premierministerin Borne. Sie sei nach Annecy gereist, um die volle Solidarität und die volle Unterstützung der Nation auszudrücken. "Wenn das Kinder trifft, glaube ich, dass wir alle in unserem tiefsten Inneren getroffen sind." Sie verfolge permanent den Gesundheitszustand "dieser kleinen Kinder, die alle operiert werden konnten", so Borne. "Sie stehen natürlich unter permanenter medizinischer Aufsicht, heute ist ihr Zustand stabil."

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Motiv des Täters noch unklar

Was genau sich am Donnerstagmorgen in der ostfranzösischen Stadt nahe der Schweizer Grenze ereignete, war zunächst unklar. Der Täter ging nach Videobildern, deren Echtheit die Zeitung "Le Parisien" nach eigenen Angaben überprüfte, mehrfach auf kleine Kinder los, die sich in Kinderwägen befanden. Eine Frau schrie und versuchte, den Täter von den Kindern zurückzudrängen.

"Zwei Stadtangestellte haben versucht den Täter zu stoppen, als dieser seine Taten ausführte", sagte der Bürgermeister von Annecy, François Astorg. Er lobte den Mut der Helfer, eine psychologische Betreuung sei eingerichtet worden.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes stehen zwar erst am Anfang, wie Staatsanwältin Line Bonnet-Mathis betonte, und das Motiv sei noch unklar. Sie sagte aber auch: "Zurzeit haben wir keine Anhaltspunkte, die ein terroristisches Motiv erkennen lassen würden." Laut der Staatsanwältin könne man "in diesem Stadium eine sinnlose Tat nicht ausschließen". 

FRANCE-SECURITY/
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Medienberichte

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Unbekannter bei den Sicherheitsbehörden 

Medien hatten zuvor berichtet, der Angreifer habe bei der Festnahme ein Kreuz und ein Gebetsbuch bei sich gehabt. Angeblich soll er vor dem Angriff "Im Namen Jesu Christi" gerufen haben. Zum Profil des Angreifers sagte Staatsanwältin Bonnet-Mathis aber: "Es ist heute viel zu früh, um dazu etwas zu sagen." Auf jeden Fall habe der Täter nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden. "Wir versuchen, sein Motiv zu begreifen."

Bekannt ist jedoch, dass der Täter sich erst seit wenigen Monaten in Frankreich aufhält. Zuvor habe er jahrelang in Schweden gelebt, sagte Borne. In Frankreich sei er ohne festen Wohnsitz gewesen. Für die europäischen Sicherheitsbehörden sei der Mann ein Unbekannter, es liege nichts zu ihm vor. Es gebe auch keine Hinweise auf eine psychiatrische Behandlung in der Vergangenheit.

Medienberichten zufolge soll der Mann in Schweden mit einer Frau verheiratet gewesen sein und ein dreijähriges Kind haben - seine Frau und er hätten sich kürzlich getrennt. Nach Angaben seiner Familie leidet er offenbar unter "schweren Depressionen". Die französische Nachrichtenagentur AFP zitiert die Mutter des Angreifers damit, dass sich sein Zustand verschlimmert habe, nachdem schwedische Behörden sich geweigert hatten, ihm die Staatsbürgerschaft zu gewähren. 

Am Freitag soll der 31-Jährige nun einer psychiatrischen Untersuchung unterzogen werden, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Donnerstagabend dem Fernsehsender TF1.

Deutsche Politik fassungslos

Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser (SPD) schrieb bei Twitter: "Was für eine unvorstellbar feige und verachtenswerte Tat. Wir sind in Gedanken bei den verletzten Kindern und ihren Familien. Wir hoffen sehr, dass sie wieder gesund werden." Bundeskanzler Olaf Scholz schrieb an Macron gerichtet: "Deutschland ist schockiert über diese unmenschliche und verachtenswerte Tat."

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sagte während ihrer Lateinamerikareise in der kolumbianischen Stadt Cali: "Es gibt nichts feigeres, als wehrlose kleine Kinder anzugreifen."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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