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"Hundebox-Prozess"

Österreich: Mutter sperrte Kind in Hundebox - 20 Jahre Haft

  • Veröffentlicht: 01.03.2024
  • 10:43 Uhr
  • Stefan Kendzia
Eine Mutter, die in Österreich ihr Kind grausam gequält hatte und es mehrfach in eine Hundebox sperrte, muss nun wegen versuchtem Mord für 20 Jahre in Haft.
Eine Mutter, die in Österreich ihr Kind grausam gequält hatte und es mehrfach in eine Hundebox sperrte, muss nun wegen versuchtem Mord für 20 Jahre in Haft.© Christopher Eckl/APA/dpa

Grausam, was ein Kind alles erleiden musste: Über Monate hinweg wurde ein Junge von seiner Mutter und deren Freundin gequält, misshandelt, gefesselt und mehrfach stundenlang in eine Hundebox gesperrt. Mutter und Komplizin wurden jetzt wegen versuchten Mordes zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im sogenannten österreichischen "Hundebox-Prozess" ist ein Urteil gesprochen worden.

  • Die Mutter des Kindes und ihre Komplizin wurden wegen Mordversuchs zu 20 und 14 Jahren Haft verurteilt.

  • Das Kind ist zwar gerettet - aber die Psyche des Jungen sei "zur Gänze zerstört".

Es ist ein Urteil im grausamen "Hundebox-Prozess" in Österreich gesprochen worden: Nachdem eine Mutter ihren Sohn gemeinsam mit einer Freundin fast zu Tode gequält hatte, muss sie nun für 20 Jahre in Haft - die mitangeklagte Komplizin für 14 Jahre. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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Jahrzehntelange Haft und Unterbringung in einer forensischen Einrichtung

Es liest sich wie ein Horrorfilm - nur ist es Realität: Eine Mutter hat zusammen mit einer Freundin ihr eigenes Kind über Monate auf schlimmste Art und Weise misshandelt, gequält und fast getötet. Ein Transportkorb für Hunde diente den beiden Frauen mehrfach als "Erziehungsmaßnahme", um den Jungen über Stunden einzusperren. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) wurde im österreichischen Krems nun Recht gesprochen: Die 33-jährige Mutter wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, die 40 Jahre alte Komplizin zu 14 Jahren Gefängnis. In beiden Fällen wurde zudem die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum angeordnet. Die beiden Frauen müssen dem Kind gemeinsam insgesamt 80.000 Euro bezahlen.

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"Erziehungsmaßnahmen" für ein "aufsässiges und aggressives" Kind

Jede einzelne Tat, die der damals 12-Jährige durch seine Mutter und deren Freundin erleiden musste, ist grausam genug. Wie das Kind aber ein ganzes Sammelsurium an Folterungen überleben konnte, grenzt an ein Wunder: Der Junge wurde gequält, vernachlässigt, gefesselt, geknebelt, ausgehungert, über Stunden in eine Hundebox gesperrt oder bei eisigen Zimmertemperaturen mit kaltem Wasser übergossen. Das sind nur einige der schrecklichen Taten, die das hilflose Kind erlitt. Das Martyrium ihres Sohnes hielt die Angeklagte in mehreren Videos fest. Als Motiv gab sie vor Gericht an, dass sie ihren angeblich aggressiven und aufsässigen Sohn zu einem braven Kind erziehen wollte. Die Komplizin befeuerte unterdessen die Qual des Jungen zusätzlich mit Anweisungen.

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Nach Befreiung des Jungen war dieser unterkühlt, unterernährt und komatös

Als das Kind nach Monaten seine "Folterkammer" durch das Einschreiten einer Sozialarbeiterin endlich verlassen konnte, wurde es völlig unterernährt und mit einer lebensgefährlichen Körpertemperatur von nur noch 27 Grad in ein Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand beschrieben die Ärzt:innen als komatös. Auf psychischer Ebene sei der Junge "auf jeden Fall zur Gänze zerstört" worden, wie die Richterin sagte.

Ein Gutachter bescheinigte der Mutter eine "schwerwiegende und nachhaltige psychische Störung". Der Sachverständige sprach von einer "monströsen kriminellen Handlung über langen Zeitraum". Man könne davon ausgehen, dass sowohl die Mutter als auch die Komplizin in absehbarer Zeit erneut schwere Körperverletzungsdelikte begehen würden.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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