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Bericht zur sozialen Ungleichheit 2024

Oxfam-Studie: Superreiche werden immer reicher - Arme noch ärmer

  • Veröffentlicht: 15.01.2024
  • 16:13 Uhr
  • Clarissa Yigit

Eine am Montag (15. Januar) veröffentlichte Oxfam-Studie fand heraus, dass die Superreichen immer reicher werden und die Ärmeren in der Bevölkerung zunehmend unter wirtschaftlichen Krisen leiden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Montag (15. Januar) veröffentlichte Oxfam seine Studie zur sozialen Ungleichheit 2024.

  • Insbesondere Reiche konnten seit dem Jahr 2020 ihr Vermögen vervielfachen.

  • Die ärmsten 60 Prozent der Menschheit (rund fünf Milliarden Menschen) hingegen verloren zusammen seither rund 20 Milliarden US-Dollar.

In der am Montag (15. Januar) veröffentlichten Oxfam-Studie zur sozialen Ungleichheit 2024 heißt es gleich zu Anfang, dass seit dem Jahr 2020 die fünf reichsten Männer der Welt ihr Vermögen verdoppelt haben. Dies entspreche einem Studenlohn von etwa 14 Millionen US-Dollar. Im Gegensatz hierzu sind fast fünf Milliarden Menschen ärmer geworden.

Die Oxfam-Studie "Inequality Inc." erschien pünktlich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz).

Die Studie in Zahlen seit 2020:

  • Die fünf reichsten Männer der Welt haben ihr Vermögen von 405 Milliarden US-Dollar auf 869 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt.
  • Zudem konnten alle Milliardär:innen ihr Vermögen um 3,3 Billionen US-Dollar steigern.
  • Die fünf reichsten Deutschen konnten einen Vermögenszuwachs (plus 73,85 Prozent) von etwa 89 auf circa 155 Milliarden US-Dollar verzeichnen.
  • Zudem besitzt das weltweit reichste Prozent der Aktienbesitzer:innen rund 43 Prozent des gesamten Finanzvermögens.
  • Im krassen Gegensatz zu diesen Finanzgewinner:innen befinden sich rund 4,77 Milliarden Menschen (die ärmsten 60 Prozent der Menschheit). Diese haben im gleichen Zeitraum rund 20 Milliarden US-Dollar verloren.
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Forderung von Oxfam

Um die Kluft zwischen Superreichen und dem Rest der Bevölkerung "schnell und radikal zu verringern" fordert Oxfam daher die Regierungen auf, großes Vermögen und Übergewinne "dauerhaft zu besteuern", schreibt die Organisation auf ihrer Internetpräsenz.

Wir brauchen eine Besteuerung hoher Vermögen, damit auch die Superreichen ihren gerechten Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

Serap Altinisik, Vorstandsvorsitzende Oxfam Deutschland

Serap Altinisik, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland, findet dazu klare Worte: "Wir brauchen eine Besteuerung hoher Vermögen, damit auch die Superreichen ihren gerechten Beitrag zum Gemeinwohl leisten."

Hierbei schlägt Oxfam gleich noch ein Steuermodell vor. So sollten zwei Prozent auf Vermögen von über fünf Millionen US-Dollar anfallen, drei Prozent auf Vermögen von über 50 Millionen US-Dollar und fünf Prozent für Vermögen, die eine Milliarde US-Dollar übersteigen.

Nach Schätzungen der Organisation können so alleine in Deutschland circa 85,2 Milliarden Euro (93,6 Milliarden US-Dollar) im Jahr generiert werden. Circa 200.000 Menschen (0,24 Prozent der Bevölkerung) müssten demnach in Deutschland solch eine Abgabe tätigen.

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Einnahmen sollen in dringend gebrauchte Projekte fließen

Diese Einnahmen sollten dann in den Klimaschutz, den Ausbau von Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherung fließen, so Oxfam. Auch könnten die Mittel im Bundeshaushalt für die Unterstützung einkommensschwacher Länder und soziale Gerechtigkeit in Deutschland so erhöht werden.

Der Oxfam-Studie liegen verschiedene Quellen zugrunde – unter anderem Forbes-Schätzungen zum Vermögen von Milliardär:innen.

  • Verwendete Quellen:
  • Tagesschau: "Reiche werden immer reicher"
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