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Kremlchef will "schiere Masse"

Personalmangel bei Putins Panzer-Plan - jetzt sollen Häftlinge helfen

  • Aktualisiert: 07.02.2023
  • 18:10 Uhr
  • Lena Glöckner
Ein zerstörter russischer T-72-Panzer in der Region Mykolaiv, Ukraine. Putin braucht Massen dieser Kampffahrzeuge, hat aber ein Problem.
Ein zerstörter russischer T-72-Panzer in der Region Mykolaiv, Ukraine. Putin braucht Massen dieser Kampffahrzeuge, hat aber ein Problem.© REUTERS

Um einen Leopard zu zerstören, braucht man nach Ansicht von Militärexperten vier russische T-72-Panzer. Putin will deshalb nun massig Kampffahrzeuge bauen - hat aber zu wenig Personal.

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Mehr als 300 Kampfpanzer soll die Ukraine bekommen. Bereitgestellt werden sie unter anderem von Polen, Kanada, Deutschland und den USA. Wladimir Putin setzen diese Lieferungen massiv unter Druck. Denn: Russlands Verluste an Material sind enorm. Laut der unabhängigen Website "Oryx" hat Russland seit dem Beginn der Invasion in der Ukraine vor knapp einem Jahr mehr als 1.600 Panzer verloren. Der Kremlchef will dieses Defizit nun mit Masse ausgleichen - und fleißig Panzer bauen lassen.

Im Video: Umsatzmobilisierung - Putin leert die Kassen seiner Unternehmen.

Wie "Forbes" berichtet, sind in Russland seit Kriegsbeginn 600 neue T-90-Panzer gebaut worden - damit habe der Kreml sein Arsenal auf insgesamt 1.000 T-90-Modelle aufgestockt. Gebaut werden die Kampffahrzeuge in der größten Panzerfabrik der Welt. Nischni Tagil befindet sich rund 1.300 Kilometer östlich von Moskau. Ginge es nach Wladimir Putin, wären dort schon einige mehr Panzer produziert worden - doch es gibt zu wenig Personal. 

Russland kann nur "durch schiere Masse" mithalten

Das berichtete das ukrainische Militärportal "Defence Express" bereits vor einigen Monaten - demnach fehlen insgesamt 20.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Putin habe deshalb eine sechstägige Arbeitswoche im Verteidigungssektor genehmigt, heißt es. Zusätzlich seien die Schichten von acht auf zwölf Stunden verlängert worden. Offiziell werden die angehobenen Arbeitszeiten aber mit der "größeren Anzahl an Arbeitsaufträgen" begründet.

Zudem locke Moskau neue Arbeitskräfte aktuell mit besseren Sozialleistungen und einem Ausschluss von der Mobilmachung, erklärte der ukrainische Investigativjournalist Andrej Soldatow gegenüber CNN. Aber auch dieses Vorhaben bleibt offenbar aussichtslos, sodass nun unausgebildete Häftlinge als Zwangsarbeiter rekrutiert werden.

Laut dem österreichischen Militärexperten Markus Reisner wissen die Russen, "dass sie nicht technologisch mithalten können, sondern nur durch schiere Masse". Reisner, der Österreichs Bundesheer angehört, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland": "Man brauche, so die Überlegung, vier russische T‑72, um einen Leopard zu zerstören."

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