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Nach Verrats-Behauptungen

Plant Putin eine Schmutzkampagne gegen Wagner-Chef Prigoschin?

  • Veröffentlicht: 16.05.2023
  • 17:37 Uhr
  • Stefan Kendzia

Wie die "Washington Post" herausgefunden haben will, soll der Wagner-Chef Prigoschin einen Verrat geplant haben: Er habe versucht, die russische Armee an die Ukraine preiszugeben. Wladimir Putin soll nun eine Kampagne gegen ihn vorbereiten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin soll versucht haben, die russische Armee an die Ukraine preiszugeben.

  • Im Gegenzug dazu sollten sich die ukrainischen Soldaten aus der Stadt Bachmut zurückziehen.

  • Prigoschin selbst unterstellt der "Washington Post" Falschinformationen.

Wollte Prigoschin die russische Armee an die Ukraine verraten? Es klingt nicht ganz unwahrscheinlich, denn warum sonst sollte Putin angeblich gegen den Chef der Wagner-Truppe eine Kampagne vorbereiten. Dies soll nach Angaben der "Washington Post" nun durchgesickert sein: Nach US-Informationen soll "Putins Koch" bereits im Januar ukrainischen Beamten angeboten haben, Standorte von russischen Stellungen preiszugeben.

Verrat, um endlich eine Erfolgsnachricht zu präsentieren

Der Chef der Söldner-Truppe Wagner verrät Stellungen der russischen Armee an die Ukrainer - im Gegenzug sollen sich die ukrainischen Soldaten aus der Stadt Bachmut zurückziehen. So würde Prigoschin den seit Monaten erbitterten Kampf um Bachmut endlich mit einer Erfolgsnachricht "beenden" können. Laut "Frankfurter Allgemeine" sei Kiew jedoch misstrauisch gewesen und nicht auf das Angebot eingegangen. Prigoschin selbst unterstellt der "Washington Post" Falschinformationen und erklärte, die Information sehe "nach einem weiteren Schwindel aus".

Russland verraten - ein unglaublicher Vorgang, der Wladimir Putin so gar nicht gefallen dürfte. Was nicht als Angriff gegen Putin selbst gedeutet werden muss, zeigt aber dennoch einen Machtkampf Prigoschins mit dem russischen Verteidigungsministerium. Im besten Falle könnte man dem Wagner-Boss unterstellen, er wollte sich mit einem Sieg in Bachmut beim Präsidenten in ein besseres Licht rücken und gleichzeitig die Führungskräfte des Militärs diskreditieren. 

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Noch ist Prigoschin vor Putins Zorn einigermaßen sicher 

Dass sich Prigoschin nun vor der unbändigen Wut Putins fürchten müsse, bezweifelt das Institute for the Study of War (ISW). Schließlich sei die Söldner-Truppe äußerst relevant für die Front im Ukraine-Krieg. Trotzdem: Strafe muss sein. Deshalb soll der Wagner-Chef offenbar in einer Schmutzkampagne als Verräter verunglimpft werden, so das ISW. "Ungenannte Kreml-Quellen enthüllten, dass die russische Präsidialverwaltung eine Informationsoperation vorbereitet, um Prigoschin öffentlich zu diskreditieren, merkten aber an, dass der Kreml Prigoschin wahrscheinlich nicht drohen wird, solange die Wagner-Truppen an der Front sind", schätzen die Experten. Diese Tatsache schütze Prigoschin vor direkter Bestrafung des Kremls. Noch.

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