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Streit um Nagelsmann

"Ich weiß, dass Kahn lügt": Schlagabtausch zwischen Kahn und Matthäus eskaliert

  • Aktualisiert: 02.04.2023
  • 09:16 Uhr
  • Nelly Grassinger

Die Trennung von Trainer Julian Nagelsmann erhitzt die Gemüter des FC Bayern. Auch zwei einstige Bayern-Kapitäne gerieten jetzt öffentlich aneinander.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Bundesliga-Spiel des FC Bayern kam es zu einem verbalen Schlagabtausch.

  • Oliver Kahn scheint sichtlich genervt von Lothar Matthäus.

  • Der kritisierte die Art der Trennung von Trainer Nagelsmann scharf.

Bei dem Bundesliga-Topspiel am Samstag (1. April) knallte es zwischen den einstigen Bayern-Kapitänen Oliver Kahn und Lothar Matthäus. In einer Runde des TV-Senders Sky gerieten die beiden vor dem Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund über das  Thema Nagelsmann-Trennung aneinander. 

FC Bayern: "Kein 'Mia san Mia' mehr"

"Da würde ich mal dich, Lothar, fragen, was meinst du denn eigentlich mit 'Mia san Mia', wenn du uns immer unterstellst, es gibt kein 'Mia san Mia' mehr?", fragte der sichtlich genervte Bayern-Chef Oliver Kahn in der Runde des TV-Senders Sky. "Was genau meinst du? Du setzt es einfach immer irgendwo in die Landschaft - und dann kann sich jeder aussuchen, was das zu bedeuten hat."

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Lothar Matthäus schießt gegen die Bayern-Bosse

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Lothar Matthäus wirft Oliver Kahn und Co. vor, das "Mia san mia" "teilweise mit Füßen" zu treten. Hintergrund ist die Freistellung von Trainer Julian Nagelsmann.

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Matthäus hatte den deutschen Fußball-Rekordmeister in seiner Funktion als Sky-Experte zuletzt wegen der Trennung von Trainer Julian Nagelsmann kritisiert. Das familiäre, beschützende Selbstverständnis der Bayern, das "Mia san Mia", sei nicht mehr vorhanden, "teilweise mit Füßen getreten" worden, hatte der Rekordnationalspieler geurteilt. In der TV-Runde antwortete er Kahn, er würde keinen "Privatkrieg" wollen. Stattdessen könne Kahn ihn "jederzeit anrufen", sagte Matthäus und verwies zunächst auf seine Kontakte bei den Bayern, mit denen er spreche.

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Kahn zu Matthäus: "Da wäre ich ganz vorsichtig"

Doch für Kahn war der Schlagabtausch damit nicht beendet. "Das sind doch keine Argumente", erwiderte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. "Pass auf, vielleicht leidet der ein oder andere hier auch an Erinnerungsverklärung oder Erinnerungsverzerrung. Auch zu unserer Zeit, als wir gespielt haben, Du kannst dich wahrscheinlich noch erinnern, es gab immer wieder Entscheidungen, die nicht einfach waren." Die "Unterstellungen, wir würden den Stil des FC Bayern nicht wahren, also da wäre ich mal ganz, ganz vorsichtig."

Die Art und Weise der Trennung von Nagelsmann und Verpflichtung von Thomas Tuchel verteidigte Kahn erneut. Wie es dann gelaufen sei, sei zwar "eine Katastrophe" gewesen. Das habe aber nur daran gelegen, dass die Information zu Nagelsmann zu den Medien durchgestochen worden seien. "Das ist sicherlich keiner vom FC Bayern gewesen. (...) Wir schießen uns ja nicht selber in den Fuß", sagte Kahn.

Wegen eines Ski-Kurztrips sei Julian Nagelsmann laut FC Bayern nicht erreichbar gewesen. "Sie möchten doch einem Trainer, der zu diesem Zeitpunkt nicht in München war, nicht am Telefon sagen, dass man sich von ihm trennt. Ich hatte Kontakt zu Julian Nagelsmann. Aber das am Telefon zu machen, ist nicht mein Stil, das ist auch nicht der Stil des FC Bayern", verteidigte Kahn den FC Bayern.

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Matthäus: "Ich weiß, dass Kahn lügt"

In den Augen von Lothar Matthäus entspricht das nicht der Wahrheit. In der Halbzeit-Pause der Partie sagte er "t-online": "Ich weiß, dass Oliver Kahn lügt!" Er wolle von seinen Problemen ablenken und würde ihn deshalb öffentlich angreifen. 

Ich sage nur das, was ich höre, sehe und fühle. Die zeitliche Abfolge, so wie sie Kahn schildert, passt nicht zusammen.

Lothar Matthäus,, "t-online"

Der Deal mit Thomas Tuchel sei bereits klar gewesen. "Deshalb wurde es ja auch aus Italien geleakt", so Matthäus zu "t-online". "Und wenn ich Julian Nagelsmann im Urlaub nicht telefonisch erreiche, dann fahre ich eben zu ihm nach Südtirol und rede dort mit ihm. Ich kenne viele Leute im Umfeld des FC Bayern, die Oliver vielleicht nicht kennt. Und habe erfahren, wie es gelaufen ist."

Nagelsmann erfuhr von seinem Rauswurf offenbar aus Medienberichten

Das Management von Julian Nagelsmann stützt Matthäus’ Behauptung. Sky zeigte das Statement der Agentur: "Es gab keinen Kontakt und keinen Kontaktversuch der Bayern. Das Management von Julian Nagelsmann hat selbst nach den diversen Gerüchten in den Medien bei Hasan Salihamidzic angerufen".

Die Bayern hatten die Änderung der Personalien am 24. März verkündet, bereits am Abend des 23. März war über die Nagelsmann-Trennung berichtet worden. Der Trainer erfuhr dem Vernehmen nach aus den Medien von seinem Abschied. Erst am 24. März fuhr Nagelsmann dann im Vereinszentrum an der Säbener Straße vor.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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