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Die Erde erhitzt sich immer mehr

Studie: Menschengemachte Erderwärmung so stark wie noch nie

  • Veröffentlicht: 05.06.2024
  • 16:02 Uhr
  • Clarissa Yigit
Die Erde heizt sich immer mehr auf und das Risiko für Klimakatastrophen nimmt weiter zu. 
Die Erde heizt sich immer mehr auf und das Risiko für Klimakatastrophen nimmt weiter zu. © Paul Souders/Danita Delimont - stock.adobe.com

Die menschengemachte Erderwärmung setzt sich unaufhaltsam fort. Laut einem Bericht ist "die höchste Rate seit Beginn der Aufzeichnungen" erreicht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Erderhitzung nimmt immer weiter zu.

  • Ursachen sind erhöhter Treibhausgas-Ausstoß sowie der Rückgang kühlender Aerosole in der Atmosphäre.

  • So dürfe der Mensch nur noch 200 Gigatonnen Kohlendioxid emittieren, bevor die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius ansteigt.

Die Erderwärmung nimmt immer mehr zu. Dies geht aus einem Bericht der Initiative Indicators of Global Climate Change (IGCC) hervor, der am Mittwoch (5. Juni) vorgestellt und im Journal "Earth System Science Data" veröffentlich wurde.

So hat die menschengemachte Erderwärmung "die höchste Rate seit Beginn der Aufzeichnungen" erreicht. Allein im vergangenen Jahrzehnt (2014 bis 2023) sei die globale Erderwärmung mit 0,26 Grad Celsius vorangeschritten. Zu diesem Ergebnis kamen 57 führende internationale Wissenschaftler:innen.

"Das sei ein Rekord bei der Aufzeichnung mit Messgeräten, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreiche", berichtet NTV und beruft sich dabei auf Angaben der internationalen Expert:innen im Journal "Earth System Science Data".

Im vorangegangenen Jahrzehnt (2004 bis 2013) habe die Erderwärmung noch 0,20 Grad betragen.

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Gründe für die rasante Erderwärmung

Eine mögliche Ursache für die schnelle Erderwärmung ist der hohe Treibhausgas-Ausstoß. Hier hätten die Menschen laut des Berichts im vergangenen Jahrzehnt Treibhausgase mit der Klimawirkung von rund 53 Gigatonnen Kohlendioxid pro Jahr produziert. Auf der anderen Seite sei die Menge kühlender Aerosole in der Atmosphäre gesunken.

Im Durchschnitt lag die durch den Menschen verursachte Erhöhung der Erdtemperatur im Jahr 2023 bei 1,31 Grad Celsius - verglichen mit den Jahren 1850 bis 1900. Dies sei allerdings weniger als die gesamte Erwärmung desselben Jahres (1,43 Grad Celsius). Damit würde alles darauf hindeuten, dass auch "natürliche Klimaschwankungen bei der Rekordtemperatur in dem Jahr eine Rolle gespielt haben, insbesondere das Klimaphänomen El Niño", schreibt NTV.

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Vergleicht man den Zeitraum von 2014 bis 2023 mit dem Zeitraum 1850 bis 1900, dann hat die vom Menschen verursachte Erwärmung im Durchschnitt 1,19 Grad betragen.

Nach den Schätzungen der Expert:innen dürfen die Menschen daher nur noch etwa 200 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlendioxid emittieren, um die Erderwärmung auf längere Sicht auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies entspreche der Menge an aktuellen Emissionen von etwa fünf Jahren. "Allerdings ist die Spanne nach Angaben der Universität Leeds hoch und reicht von 100 bis 450 Milliarden Tonnen", berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf den Report.

Erfreulich ist, dass es zudem Anzeichen gebe, dass sich der Anstieg der CO₂-Emissionen im letzten Jahrzehnt verlangsamt hat (verglichen mit dem der 2000er-Jahre), so die Autor:innen.

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Der IGCC-Report

Die Initiative IGCC wurde 2023 ins Leben gerufen. Der IGCC liefert wichtige Indikatoren für den Klimawandel, beispielsweise Treibhausgasemissionen oder die Änderungen der Oberflächentemperatur. 

Mit jährlichen Berichten wollen die Forscher:innen fortlaufend über die Klimakrise informieren. Sie verweisen darauf, dass die maßgebliche Quelle für wissenschaftliche Klimainformationen weiterhin der Weltklimarat (IPCC) bleibe. Da dieser aber erst wieder 2027 eine größere Bewertung herausgibt, wurde der IGCC-Report von einem 57-köpfigen Forschungsteam aus 42 Institutionen in 15 Ländern erstellt, um die entstehende Lücke zu schließen.

  • Verwendete Quellen:
  • NTV: "Menschen treiben Erderwärmung schneller an denn je"
  • IGCC 2023: "Key messages 2023"
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