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Wirbel um Videomaterial in den USA

Sturm auf Kapitol: TV-Moderator befeuert Trumps Lüge

  • Aktualisiert: 08.03.2023
  • 14:57 Uhr
  • Joachim Vonderthann
Videoaufnahmen vom Sturm von Trump-Anhängern aufs Kapitol sorgen aktuell für Wirbel in den USA.
Videoaufnahmen vom Sturm von Trump-Anhängern aufs Kapitol sorgen aktuell für Wirbel in den USA.© dpa

Seit dem gewaltsamen Kapitol-Sturm seiner Anhänger tut Ex-Präsident Trump diesen als Lappalie ab.  Diese nachweislich falsche Theorie befeuert aktuell ein umstrittener TV-Moderator und löst damit Empörung in den USA aus. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der umstrittene Fox-Moderator Carlson befeuert Trumps falsche Behauptung von friedlichen Protesten statt eines gewaltsamen Sturms auf das US-Kapitol. 

  • Besonders brisant: Carlson bekam das Videomaterial von der Erstürmung vom Top-Republikaner McCarthy.

  • Der Chef der Kapitol-Polizei, aber auch Republikaner, kritisieren Carlsons Zusammenschnitt scharf.

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Die gewaltsame Erststürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Donald Trump im Januar 2021 spaltet seitdem die USA. Jetzt sorgen die Weitergabe von Überwachungsaufnahmen der Kapitol-Attacke und Aussagen des umstrittenen Talkmasters Tucker Carlson vom Sender Fox News für neuen Wirbel. Dieser befeuert die falsche Behauptung von Trump, es habe sich seinerzeit um friedliche Proteste gehandelt.

Fox befeuert Trumps Kapitol-Lüge

Besonders brisant ist, dass Carlson exklusiv Zehntausende Stunden Videomaterial von der Erstürmung vom republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, bekommen hat. Daraus zeigte Carlson nun in seinen Fox-Abendsendungen nur einige ausgewählte Bilder, die Trumps Theorie zu untermauern scheinen.

Carlson behauptete, dass die Präsidentenwahl im Jahr 2020 "ein schwerer Verrat an der amerikanischen Demokratie" gewesen sei und die Demokraten mit ihrem Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des Kapitols davon nur hätten ablenken wollen. "Die Aufnahmen zeigen weder einen Aufstand noch einen Aufruhr im Gange", so Carlson.

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Top-Republikaner gab Videomaterial raus

Vermutlich hätten Bundesagenten die Gewalt angestachelt, so Carlsons Behauptung, ohne dies belegen zu können. Der Fox-Moderator ist dafür bekannt, Verschwörungstheorien sowie offensichtliche Falschmeldungen zu verbreiten und gegen Minderheiten zu hetzen. Seine tägliche Abendsendung auf Fox News hat im Schnitt gut drei Millionen Zuschauer.

Der Chef der Kapitol-Polizei, Tom Manger, nannte Carlsons Zusammenschnitt des Videomaterials irreführend. "Die Sendung wählte zweckdienlich die ruhigeren Momente unserer 41.000 Stunden Videomaterial aus", kritisierte er in einem internen Memo, das US-Medien vorlag. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, nannte Carlsons Sendung eine "der beschämendsten Stunden, die wir je im Fernsehen gesehen haben".

Trump-Gegner: Beschämenste TV-Stunden

Aber auch Republikaner äußerten sich kritisch. Der Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, wertete es als "Fehler", dass Fox News die Erstürmung des US-Kapitols auf diese Weise darstellte. "Meiner Meinung nach beschreibt der Chef der Kapitolpolizei korrekt, was die meisten von uns am 6. Januar aus erster Hand miterlebt haben." Der republikanische Senator Mitt Romney nannte Carlsons Sendung "absurd" und "Unsinn". Andere Republikaner aus dem Repräsentantenhaus lobten die Sendung hingegen.

McCarthy hatte die Zusammenarbeit seiner Partei mit dem Untersuchungsausschuss in der Parlamentskammer zur Kapitol-Attacke sabotiert und die Weitergabe des Videomaterials an Carlson am Dienstag erneut verteidigt. Der Ausschuss hatte die Attacke aufgearbeitet und kurz vor Weihnachten seinen Abschlussbericht vorgelegt, in dem Trump maßgebliche Verantwortung für die Erstürmung des Kapitols zugewiesen wurde. Das Gremium empfahl auch eine strafrechtliche Verfolgung des früheren Präsidenten in mehreren Anklagepunkten. Ob das Justizministerium tatsächlich strafrechtliche Schritte gegen Trump einleiten wird ist offen, denn die Empfehlung ist rechtlich nicht bindend.

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Fox-Boss Murdoch räumt Lügen ein

Anhänger des damaligen Noch-Präsidenten Trump hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in Washington gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl formal zu bestätigen. Trump hatte seine Anhänger bei einer Rede mit der vielfach widerlegten Behauptung aufgewiegelt, er sei durch massiven Wahlbetrug um einen Sieg gebracht worden. Infolge der Krawalle kamen damals fünf Menschen ums Leben.

Zuletzt hatte der Eigentümer von Fox News, Rupert Murdoch, zugegeben, dass einige Moderatoren seines Senders bewusst Lügen über die Präsidentschaftswahl 2020 verbreitet haben. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die eidesstattliche Aussagen des 91-jährigen Medienmoguls von Anfang Februar wiedergeben. Aus den Dokumenten ergibt sich auch, dass Carlson und andere Fox-Moderatoren Angst hatten, in der Gunst der Zuschauer zu sinken, wenn sie Trumps Lüge vom Wahlbetrug nicht unterstützen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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