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Superschädling auf dem Vormarsch

Tödliche Feuerameisen: Australiens Hochwasser sorgt für deren Ausbreitung 

  • Veröffentlicht: 17.01.2024
  • 13:59 Uhr
  • Stefan Kendzia
Feuerameisen bilden "Flöße", um auf dem Hochwasser durch das vom Sturm verwüstete Australien zu reisen.
Feuerameisen bilden "Flöße", um auf dem Hochwasser durch das vom Sturm verwüstete Australien zu reisen.© Adobe

Die Feuerameise gilt als besonders aggressiv und als eine der schlimmsten invasiven Arten. Sie ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Menschen gefährlich. Jetzt breitet sie sich rasend schnell in Australien aus. Zur Hilfe kommt ihr dabei das Hochwasser.

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Die Rote Feuerameise richtet überall, wo sie auftritt, riesige Schäden an. Sie hat negativen Einfluss auf Ökosysteme, die Landwirtschaft und selbst auf die menschliche Gesundheit. Ein Biss kann sogar tödlich sein. Jetzt reist das gefährliche Wesen durch Australien und verbreitet sich, indem es sich zu einem "Feuerameisen-Floß" zusammenrottet und das Wasser als Transportmittel verwendet.

Im Video: Invasive rote Feuerameise nun auch in Europa nachgewiesen

Zusammen sind die gefährlichen Tiere unendlich stark

Allein würden sie untergehen - zusammen können sie selbst riesigen Fluten trotzen: Feuerameisen, die wohl aggressivste und schlimmste invasive Art, soll sich in Australien über das Hochwasser extrem verbreiten. Und zwar mit der Überlebensstrategie des ineinander "Verkeilens". Die Winzlinge verknuddeln sich sozusagen ineinander, um gemeinsam ein Floß zu bilden. Solche Floßstrukturen gehören laut "Spiegel" zu den langlebigsten Gruppenstrukturen, die von Ameisen bekannt sind. In dieser Form ist es ihnen möglich, selbst über Monate in neue Gebiete zu reisen, welche sie dann bevölkern.

Jetzt werden die australischen Gemeinden von Queensland und im Norden von New South Wales aufgrund der Überschwemmungen, die den Kontinent derzeit heimsuchen, besonders dazu aufgefordert, auf die Feuerameisen zu achten. Denn gerade jetzt nutzen diese Tiere ihr Können, um in neuen Gebieten Fuß fassen zu können. Laut BBC sollen Videobeweise existieren, die südlich von Brisbane den Befall von Feuerameisen dokumentieren. Sie sollen dort mithilfe des "Floßbaus" bereits etwa 700.000 Hektar Land befallen haben.

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Die Feuerameise ist bereits in Europa angekommen

Australiens Klima und der Mangel an natürlichen Raubtieren machen es zum "perfekten Zuhause für Feuerameisen", die laut Biosicherheitsbehörden "den gesamten Kontinent, mit Ausnahme der extrem kältesten Gebiete" bewohnen könnten, wenn sie nicht eingedämmt würden. Nach Angaben der australischen Regierung haben sich Feuerameisen in den letzten Jahrzehnten in den USA, China, Taiwan, Japan und den Philippinen ausgebreitet. Erste Rote Feuerameisen sind laut "National Geographic" nun auch in Europa angekommen. Auf Sizilien sollen 88 Nester der Roten Feuerameise in einem Gebiet von knapp fünf Hektar aufgefunden worden sein. Die Befürchtung ist, dass der Klimawandel zu einer extrem schnellen Verbreitung in unseren Breitengraden führen könnte. Wie die Rote Feuerameise allerdings nach Sizilien kam, ist noch nicht abschließend geklärt.

  • Verwendete Quellen:
  • Spiegel: "Feuerameisen verknuddeln sich zu Rettungsboot"
  • National Geographic: "Gefährlich und auf dem Vormarsch: Erste Rote Feuerameisen in Europa angekommen"
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