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Trotz Vorwürfen

 Rammstein-Abschied aus Berlin: Lindemann provoziert am Ende

  • Veröffentlicht: 19.07.2023
  • 08:00 Uhr
  • Lisa Apfel

Trotz der Vorwürfe gegen Sänger Lindemann spielten Rammstein ein drittes Mal vor vollem Haus in Berlin – inklusive provokanten Kommentaren.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Rammstein traten ein drittes Mal im Berliner Olympiastadion auf.

  • Die Vorwürfe gegen Sänger Till Lindemann taten der Tour der Band keinen Abbruch.

  • Während des Konzerts tätigte Lindemann abermals Aussagen, die als Anspielungen auf die seit Wochen andauernden Debatten verstanden werden konnten.

Ungeachtet der Diskussion um Sänger Till Lindemann ist die Band Rammstein auch beim dritten Konzert in Berlin von ihren Fans begeistert gefeiert worden. Am Dienstagabend (18. Juli) spielten die sechs Musiker erneut vor mehr als 60.000 Menschen im ausverkauften Olympiastadion.

Lindemann: "Die Wahrheit, die kommt doch eh ans Licht"

Nach der gut zweistündigen Show mit 22 Songs bedankte sich Lindemann zunächst. "Drei Mal in unserer Stadt, drei Mal Berlin. Danke, dass ihr da wart." Dann fügte der Sänger hinzu: "Und denkt immer dran: Bösen Zungen glaubt man nicht. Die Wahrheit, die kommt doch eh ans Licht."

Während der ersten Konzerte hatte Lindemann einzelne Lieder für Änderungen genutzt, die als Anspielungen auf die seit Wochen andauernden Debatten verstanden werden konnten. Im Song "Angst" etwa sang der Frontmann statt "alle haben Angst vorm schwarzen Mann" nun "alle haben Angst vor Lindemann". In einem anderen Lied machte er aus "die Vögel singen nicht mehr" die Zeile "die Sänger vögeln nicht mehr". Beim dritten Konzert verzichtete er auf solche Passagen. In den sozialen Medien wurden die Veränderungen teils kritisiert.

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Was Lindemann vorgeworfen wird

Mehrere Frauen hatten - teilweise anonym - Vorwürfe gegen Lindemann erhoben. Sie schildern als beängstigend empfundene Situationen. Bei Aftershowpartys soll es demnach auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Lindemann weist Vorwürfe gegen ihn zurück. Seine Anwälte verweisen auf Behauptungen in sozialen Netzwerken, Frauen seien bei Konzerten "mithilfe von K.-o.-Tropfen beziehungsweise Alkohol betäubt worden, um unserem Mandanten zu ermöglichen, sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen zu können. Diese Vorwürfe sind ausnahmslos unwahr".

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren gegen Lindemann eingeleitet. Bei Verdacht auf eine Straftat muss sie ermitteln. Auch Medienberichte können dafür der Auslöser sein. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt die Unschuldsvermutung.

Proteste vor Rammstein-Konzert

Wegen der Vorwürfe war es bereits am Samstag vor dem ersten Konzert zu Protesten gekommen. Vor dem Olympiastadion forderten Aktivisten ein Verbot der Konzerte. Am Sonntag war ein Spruchband "Keine Bühne für Täter" am Rundgang um den Stadionbau zu sehen.

Während des Auftritts am Sonntag kam es zu einem Zwischenfall, bei dem zwei Menschen von der Polizei abgeführt wurden. Eine dritte Frau konnte unerkannt entkommen. Sie hatten sich nach Polizeiangaben an Kabelschächten zu schaffen gemacht, die zu Lautsprecherboxen in der Nähe der Bühne führten. Beim dritten Konzert war während des gesamten Auftritts Polizei an mehreren Stelle präsent.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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