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Bericht des Menschenrechtsrats

Ukraine-Krieg: UN wirft Russland zahlreiche Gräueltaten vor

  • Veröffentlicht: 17.03.2023
  • 14:56 Uhr
  • Joachim Vonderthann

Bei ihrem Angriff auf die Ukraine haben Russlands Truppen zahlreiche Kriegsverbrechen begangen. Ein UN-Bericht prangert unter anderem gezielte Tötungen und Vergewaltigungen an. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland hat laut dem UN-Menschenrechtsrat zahlreiche Kriegsverbrechen in der Ukraine begangen.

  • Ein Bericht prangert Vergewaltigungen, gezielte Tötungen und die Verschleppung von Kindern an.

  • Die UN-Ermittler nennen vorerst noch keine Namen von Verantwortlichen.

Vorsätzliche Tötungen, Angriffe auf Zivilisten, Vergewaltigungen, die Verschleppung ukrainischer Kinder: Die Truppen von Kremlchef Wladimir Putin haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine zahlreiche Kriegsverbrechen begangen. Das geht aus einem Bericht der Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats hervor, der am Donnerstag (16. März) in Genf vorgelegt wurde.

UN-Bericht: Zahlreiche russische Kriegsverbrechen in Ukraine

Darüber hinaus könnten die Angriffswellen der russischen Streitkräfte auf die Energieinfrastruktur der Ukraine und der Einsatz von Folter Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, hieß es in dem UN-Bericht weiter.

Der Menschenrechtsrat hielt fest: "Viele der vorsätzlichen Tötungen, rechtswidrigen Einsperrungen, Vergewaltigungen und sexuellen Gewalttaten wurden im Rahmen von Hausdurchsuchungen begangen, die darauf abzielten, Anhänger der ukrainischen Streitkräfte ausfindig zu machen oder Waffen zu finden."

Die Kommission dringt auf die Verfolgung der Straftäter. Eine Liste der mutmaßlichen Verantwortlichen sei erstellt und beschränke sich nicht nur auf das Militär, sagte der norwegische Vorsitzende der Kommission, Erik Møse. Namen wurden noch nicht genannt. "Wir haben Fortschritte bei der Identifizierung von Personen und zum Beispiel Einheiten gemacht", sagte Kommissionsmitglied Pablo de Greiff. Diese Liste werde dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte übergeben und sei nicht Teil des Berichts.

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Putins Truppen töten und vergewaltigen

Auch das ukrainische Militär wurde in dem UN-Bericht in einigen Fällen für Kriegsverbrechen kritisiert. So sei es zu willkürlichen Angriffen und zwei Fällen von Folterung russischer Kriegsgefangener gekommen.

Für ihre Ermittlungen reiste die UN-Kommission nach eigenen Angaben achtmal in die Ukraine und besuchte 56 Städte und Siedlungen. Außerdem seien Gräber, Haft- und Folterstätten inspiziert sowie Fotos und Satellitenbilder ausgewertet worden. Insgesamt seien 600 Betroffene befragt worden. Laut UN-Zahlen wurden seit Beginn des Krieges mehr als 8.000 Zivilisten getötet und mehr als 13.000 verletzt. Diese Zahlen spiegelten aber wohl nur einen Teil der wirklichen Situation wider, hieß es.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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