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Attacke in Zug

Zwei Tote bei Messer-Angriff: Faeser hinterfragt Umgang der Behörden mit Verdächtigem  

  • Aktualisiert: 26.01.2023
  • 21:38 Uhr
  • Benedikt Rammer

In einem Regionalzug tötet ein Messer-Angreifer mit Migrationshintergrund zwei Menschen. Innenministerin Nancy Faeser fordert nun eine Aufklärung darüber, warum der 33-jährige Verdächtige trotz seiner einschlägigen Strafakte überhaupt noch in Deutschland gewesen ist. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein staatenloser Palästinenser hat in einem Zug zwei Menschen getötet und fünf weitere Reisende teils schwer verletzt.

  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat nun den Umgang der Behörden mit dem zuvor bereits straffällig gewordenen Tatverdächtigen infrage gestellt

  • Der Mann war erst wenige Tage vor seiner Tat aus dem Gefängnis entlassen worden,

Nach der tödlichen Messerattacke in einem Regionalzug in Schleswig-Holstein hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) den Umgang der Behörden mit dem zuvor bereits straffällig gewordenen Verdächtigen infrage gestellt. Es müsse aufgeklärt werden, "wie konnte es sein, dass ein solcher Täter noch hier im Land war", sagte sie am Donnerstag (26. Januar) bei einem Besuch in Brokstedt. "Wie konnte das passieren, dass er trotz so vieler Vorstrafen nicht länger in einer Justizvollzugsanstalt war. Wie konnte es passieren, dass er so früh aus der Untersuchungshaft wieder entlassen wurde."

Verdächtiger bereits mehrfach auffällig geworden

Bei der Messerattacke hatte am Mittwoch (25. Januar) ein staatenloser Palästinenser im Regionalzug von Kiel nach Hamburg eine 17-Jährige und einen 19-Jährigen getötet und fünf weitere Reisende teils schwer verletzt.

Gegen den Verdächtigen wurde am Tag nach der Tat Haftbefehl erlassen. Dem Mann werde zweifacher heimtückischer Mord und viermal versuchter Totschlag vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow am Donnerstag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sitzt der Beschuldigte in Itzehoe in Untersuchungshaft.

Der 33-jährige Angreifer war erst vor wenigen Tagen auf Beschluss des Landgerichts Hamburg aus der Justizvollzugsanstalt Billwerder entlassen worden, wo er wegen eines Gewaltdelikts in Untersuchungshaft saß. Seit seiner Einreise nach Deutschland 2014 war er nach Angaben der Behörden mehrfach mit Gewaltdelikten auffällig geworden. Dem Mann war subsidiärer Schutzstatus zuerkannt worden, der ihn vor Abschiebung schützte. Dieser Status sollte aber zwischenzeitlich aufgehoben werden - der aktuelle Stand war am Donnerstag unklar.

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Faeser fordert Aufarbeitung

Als Kritik an der Entscheidung des Hamburger Gerichts wollte Faeser ihre Äußerungen nicht verstanden wissen. "Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen". Es gehe darum, "dass wir aufarbeiten müssen, wo sind Fehler passiert." Deutschland habe nicht zuletzt aufgrund der eigenen "dunklen Geschichte" eine "humanitäre Verpflichtung, auch Geflüchtete aufzunehmen", sagte sie. "Wir müssen dem nachgehen, warum Menschen, die so gewalttätig sind, noch hier in Deutschland sind."

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kann ein erteilter Schutzstatus unter bestimmten Voraussetzungen aufgehoben werden. Dies könne bei einem subsidiär Schutzberechtigten etwa der Fall sein, "wenn der Ausländer eine schwere Straftat begangen hat oder er eine Gefahr für die Allgemeinheit oder für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland darstellt", sagte ein Sprecher.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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