- Bildquelle: ProSieben © ProSieben

Vergangenen Herbst machte die "Letzte Generation" erstmals ernst: Aktivist:innen gingen in einen 27-tägigen Hungerstreik, um ihrer Einladung zu einem Gespräch mit den Kanzlerkandidat:innen Nachdruck zu verleihen. SPD-Kandidat Olaf Scholz hörte sich damals die Forderungen der Letzten Generation an – nach mehr gesetzlich verankertem Klimaschutz, weniger Lebensmittel-Verschwendung und dem Stopp des Ausbaus fossiler Energien.

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sind solche Forderungen verständlich. Aber heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? In den vergangenen Wochen hat die Letzte Generation immer wieder auf sich aufmerksam gemacht, indem sich Aktivist:innen etwa auf der Straße festklebten oder bei einem Bundesliga-Spiel mit Kabelbindern an den Torpfosten fesselten. #ZOL begleitet die Mitglieder bei der nächsten Aktion mit der Kamera – diesmal vor dem Reichstag in Berlin. Hier allerdings ist die Polizeipräsenz groß, nur eine Klimaaktivistin kann sich tatsächlich mit Sekundenkleber auf dem Straßenbelag fixieren, wird aber schon bald mit Aceton und Sonnenblumenöl entfernt.

Im Clip: Generation Umweltaktivist:innen – Wie weit darf und sollte man gehen?

#Zervakis & Opdenhövel. Live.": Klimaprotest so nervig und wichtig wie Feueralarm

Die Menschen, die im Stau stehen wegen der Aktionen, haben meist wenig Verständnis für die Proteste der Letzten Generation. Die hingegen vergleicht das, was sie tun, mit einem Feueralarm – niemand mag ihn, weil er stört und nervt, aber trotzdem muss er immer wieder sein. "Wir sehen nicht mehr, dass wir etwas anderes tun können als stören", begründet Carla Hinrichs, Sprecherin von Letzte Generation, die Einsätze: "Wir sind so verzweifelt, weil wir sehen, dass es auf dem legalen Weg nicht funktioniert hat."

Der FDP-Politiker Johannes Vogel, ebenfalls zu Gast bei "Zervakis & Opdenhövel. Live.", kann das nicht nachvollziehen: "So gewinnt man keine Mehrheiten in der Gesellschaft für die Veränderungen. Und die sind ja notwendig, damit es gelingt." Wer sich nur festklebt und so die Gesellschaft stört, komme seinem Ziel nicht näher. "Wir haben doch alles versucht", setzt Studiogästin Carla Hinrichs dagegen: "Alles im legalen Rahmen. Und was war das Ergebnis? Ein verfassungswidriges Klimapaket."

Klebe-Blockaden: Ziviler Ungehorsam – oder einfach kriminell?

"Ich finde, es ist legitim, dass junge Menschen auf die Straße gehen und sagen, jetzt wollen wir gehört werden", argumentiert der Schauspieler und Moderator Luis Klamroth. "Es ist illegal, aber legitim. Ziviler Ungehorsam kann eine Gesellschaft durchaus auch weiterbringen." Das #ZOL-Publikum allerdings als Teil dieser Gesellschaft sieht das anders: In der Live-Umfrage werten nur 18 Prozent der Befragten Aktionen wie die Klebe-Blockaden als legitimen Protest – 82 Prozent hingegen beurteilen diese als kriminell. "Eine kleine Ohrfeige gegenüber der Letzten Generation", fasst Matthias Opdenhövel dieses Ergebnis zusammen.

Im Clip: Wie kann das Pariser Klimaabkommen eingehalten werden?

Wer ganz ohne jede Radikalität, dafür jeden Tag etwas Gutes für die Umwelt und gegen den Klimawandel unternehmen möchte, für den hat die #ZOL-Redaktion ein paar Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag zusammengetragen.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit:

Welche Themen und Gäst:innen Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel in der nächsten Folge präsentieren, siehst du am kommenden Mittwoch, 20. April 2022, bei "Zervakis & Opdenhövel. Live." um 21:25 Uhr auf ProSieben und auf Joyn.