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Dich nervt schlechtes Wetter? Dann fahr bloß nie da hin!

  • Veröffentlicht: 30.05.2021
  • 08:45 Uhr
  • Alena Brandt

2.475 Liter Wasser auf einem Quadratmeter - und das pro Monat. Warum regnet es im indischen Mawsynram so viel und wie lebt es sich in dem regenreichsten Ort der Welt? Wir waren dort.

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Das Wichtigste zum Thema regenreichster Ort der Welt

  • Wo regnet es mehr? Darum "streiten" sich jedes Jahr die beiden Nachbar-Städte Cherrapunji und Mawsynram. Sie liegen in den Khasi-Bergen im Bundesstaat Meghalaya in Nordost-Indien.

  • Rund 12.000 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter fällt hier durchschnittlich im Jahr. Soviel wie in einen Tanklastwagen passt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die mittlere Niederschlagsmenge bei 700 bis 800 Millimeter.

  • Meghalaya bedeutet "Heimat der Wolken" in der Sprache der Ureinwohner und wird auch oft als "indisches Schottland" bezeichnet. Es verdunstet so viel Feuchtigkeit, dass die Täler zu dampfen scheinen.

  • Eigentlich regnet es immer oder zumindest das ganze Jahr über. Die Rekordmassen kommen aber mit dem Nordwest-Monsun im Sommer.

  • Dann strömt besonders viel feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen zu den Khasi-Bergen. Dort steigt sie auf, kühlt dabei ab und bildet dichte Wolken. Die sind so "schwer", dass sie sich abregnen müssen.

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Es regnet und regnet - und trotzdem herrscht Wassermangel. Wie kann das sein?

Kein Witz: In Cherrapunji gibt es zu wenig Trinkwassser. Die Bewohner:innen müssen teils mehrere Stunden laufen, um zu einem Brunnen zu gelangen.

Warum das so ist: Seitdem Firmen in dem Gebiet Wälder gerodet haben, fehlt dem Boden Halt. Er kann den Regen nicht speichern, das Wasser fließt so schnell wieder ab, wie es zuvor aus den Wolken gefallen ist. Zudem sind die Regenfälle in den vergangenen Jahren zurückgegangen, die Bevölkerung ist aber gewachsen - und damit auch der Wasserbedarf.

Nun braucht es immer häufiger Tanklaster, die die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen.

"Immer, wenn es regnet ..." Oder eher: Hier regnet es (fast) immer

Das trifft auf den Mount Wai'ale'ale auf der hawaiianischen Insel Kaua'i zu. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, nicht nass zu werden, so gering wie nirgends sonst auf der Welt: Der über 1.500 Meter hohe Vulkan steht durchschnittlich 335 Tage im Jahr im Regen.

Einen Schirm solltest du auf dem Mount Wai'ale'ale lieber nicht vergessen: Hier regnet es fast immer.
Einen Schirm solltest du auf dem Mount Wai'ale'ale lieber nicht vergessen: Hier regnet es fast immer.© Getty Images

Im kolumbianischen Puerto Lopez, das an die Anden grenzt, regnet es zwar nicht so oft, dafür aber besonders viel: Hier sollen durchschnittlich 12.892 Millimeter Regen im Jahr fallen - und damit noch mehr als in den indischen Orten Cherrapunji und und Mawsynram. Puerto Lopez darf sich aber trotzdem nicht Regen-Rekordhalter nennen, weil die Mess-Daten nicht vollständig sind. Bei den Mess-Daten gelten laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die Jahre 1961-1990 als Referenzzeitraum.

Und bei uns? Da ist nicht einmal ansatzweise jemals so viel Niederschlag an einem Ort runtergegangen. Den Jahres-Rekord hält die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Balderschwang im Allgäu: 1970 sind hier rund 3.503 Millimeter gemessen worden. Auch im Durchschnitt* ist Balderschwang der nasseste Ort Deutschlands - mit 2.450 Millimetern.

Bei den meisten Tagen mit Niederschlag liegt der Brocken im Harz auf gut 1.100 Metern ganz vorne: Im Jahr 1981 registrierte der DWD an immerhin 242 Tagen mindestens 1 Millimeter Niederschlag - ziemlich häufig in Form von Schnee.


Den Brocken im Harz findet man meist so vor: Auch der Schnee wird als Niederschlag gerechnet.

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Es wird Regen geben ...

... und davon bei uns immer mehr - zumindest im Winter. Das sagt Prof. Volker Wulfmeyer vom Institut für Physik und Meteorologie an der Uni Hohenheim. Laut dem Klimaforscher ist diese Tendenz nicht nur in Simulationen sichtbar, sondern zeigt sich bereits an aktuellen Daten.

Während die Klimaerwärmung die Sommer immer trockener mache, könnte es in der kalten Jahreszeit künftig sogar doppelt so viele Niederschläge geben wie bisher, sagt er.

Aber warum ist das so? In Europa bestimmen wandernde Hoch- und Tiefdruckgebiete das Wetter. Deutschland beeinflusst im Winter vor allem das kalte Hochdruckgebiet über Sibirien. Dieses wird durch wärmere Temperaturen schwächer werden - und damit auch seine blockende Wirkung. "Dann erreichen im Winter mehr Tiefdruckausläufer Europa. Und die bringen Regen", so Wulfmeyer.

Galileo vom 2019-04-03

Aimans Antwort: Darum riecht Regen so speziell

Wenn es regnet entsteht ein ganz spezieller Geruch. Woran liegt das? Aiman erklärt uns dieses Phänomen.

  • Video
  • 01:14 Min
  • Ab 12
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Wusstest du, dass ...

🌍 … der Wasserkreislauf der Erde riesige Mengen an Wassermolekülen enthält? Diese haben verschiedene Zustände wie fest, flüssig oder gasförmig.

🌊 … unser Planet mit einer 2,5 Zentimeter hohen Wasserschicht bedeckt wäre, wenn alle Wassermoleküle zeitgleich flüssig wären.

🌦 … dass die Beobachtung des Pflanzenwachstums dabei hilft, präzisere Wettervorhersagen zu machen. Warum das so ist? "Die Vegetation koppelt sich eben aufs Klima zurück", erklärt Wulfmeyer.

🌴 … Pflanzen beeinflussen, wie viel es regnet. Forschende beobachten: Wo in den Tropen Regenwald abgeholzt wird und landwirtschaftliche Fläche entsteht, regnet es weniger.

🌾 Der Grund: Die landwirtschaftlichen Flächen reflektieren stärker das Sonnenlicht als der Regenwald. Auf Ackerland verdunstet weniger Wasser, es entstehen weniger Wolken.

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