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Keine Änderung für Bahncard 100

Aus für Plastik-Bahncard sorgt für Ärger: "Sind der FDP ältere Menschen egal?"

  • Veröffentlicht: 23.05.2024
  • 15:29 Uhr
  • Clarissa Yigit
Die Bahncards 25 und 50 gibt es ab Anfang Juni nur noch digital.
Die Bahncards 25 und 50 gibt es ab Anfang Juni nur noch digital.© Foto: Martin Schutt/dpa

Ab Sonntag (9. Juni) gibt es die Bahncards 25 und 50 nur noch in digitaler Form. Sehr zum Ärger älterer Menschen.

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Ab dem Sonntag (9. Juni) gibt es sie nicht mehr - die Plastik-Bahncard 25 und 50 der Deutschen Bahn (DB). Gut, sie können weiterhin in digitaler Form in der App "DB Navigator" zur Reduzierung des Fahrpreises eingesetzt werden. Allerdings könnte dies gerade für ältere Menschen zum Problem werden.

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"Wer eine Plastik-Bahncard will, muss diese auch bekommen"

"Mit diesem Digitalismus schießt die Bahn übers Ziel hinaus. Gerade Teile der älteren Generation werden damit regelrecht diskriminiert. Mit mir als Minister hätte es das nicht gegeben", regt sich daher Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf und greift damit gleichzeitig seinen Nachfolger, Volker Wissing (FDP), an, da dieser zuschaue, "wie der Staatskonzern Bahn zum Stichtag 9. Juni die bewährten Bahncards zur Reduzierung des Fahrpreises in Form von Plastikkarten abschafft", schreibt "Bild".

CSU-Generalsekretär Martin Huber fordert gar, dass Wissing die beschlossene Abschaffung abmildern solle. "Wer eine Plastik-Bahncard will, muss diese auch bekommen", so Huber gegenüber "Bild" und fragt: "Sind der FDP ältere Menschen egal?"

Und auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisierte bereits im März das Aus der beiden Bahncard-Modelle. So sei es "ärgerlich", dass das Unternehmen damit Kund:innen ohne digitalen Zugang von den Tarifvorteilen ausschließe. Die Bahncard müsse für alle verfügbar sein.

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Umweltschutz statt Plastikkarten

Offiziell solle mit Abschaffung der Plastik-Bahncards 25 und 50 die Umwelt geschützt werden, schreibt "Bild". "Wir stellen fest, dass diese Karten doch mal verloren gehen oder vergessen werden", zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zudem die Marketing-Vorständin bei DB Fernverkehr, Stefanie Berk.

Demnach stehen die beiden Abo-Varianten Bahncard 25 und 50 ab dem 9. Juni nur noch in digitaler Form zur Verfügung. Um eines der Abos nutzen zu können, müssen Kund:innen allerdings ein Profil in der Bahn-App oder auf der Plattform Bahn.de anlegen.

Auf der Internetseite der DB heißt es dazu: "Als Alternative zur digitalen Bahncard auf dem Smartphone können Sie in Ihrem Kundenkonto auf bahn.de ein Ersatzdokument, eine Bahncard in Form eines PDF-Dokuments mit QR-Code, abrufen. Diese Alternative kann bei Bedarf auf Papier ausgedruckt und während der Bahnreise mitgeführt werden. Das Ersatzdokument wird ab dem 09.06.2024 für Sie im Kundenkonto hinterlegt."

Wem das Selbstausdrucken nicht möglich sein sollte, könne zudem solch einen Ausdruck kostenlos auch im Reisezentrum erhalten, ergänzt "Bild".

Allerdings hätten Bahnreisende das Smartphone eigentlich immer dabei. Zudem komme es deutlich seltener vor, dass bei der Kontrolle der Akku leer sei als eine vergessene Plastikkarte, verteidigt Berk die Entscheidung der DB.

Laut "Bild" soll es sich inoffiziell allerdings bei der Abschaffung der Plastik-Bahncard 25 und 50 um eine Sparmaßnahme handeln.

Für das Bahncard-Abo 100 bleibt die Plastikkarte weiterhin erhalten.

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Diese Menschen in Deutschland haben ein Smartphone

Circa 77 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen besitzen ein Smartphone, schreibt "Bild" und beruft sich auf Angaben des Branchenverbands Bitkom.

Allerdings sei der größte Teil davon unter 65 Jahren. Ab dem Alter von 65 bis 74 Jahren haben nur noch 62 Prozent ein Smartphone mit Internetzugang. Erreichen die Menschen allerdings ein Alter von 75 Jahren oder älter, haben lediglich nur noch 30 Prozent ein internetfähiges Handy.

  • Verwendet Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • DB: "Häufige Fragen zu "BahnCard""
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