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Interview mit ProSieben Newstime

Baerbock: China hat die Verpflichtung, für den Weltfrieden einzutreten

  • Aktualisiert: 14.04.2023
  • 16:32 Uhr
  • Anne Funk

Im Gespräch mit ProSieben Newstime macht Außenministerin Annalena Baerbock ihre Forderung deutlich, die sie mit auf ihre Antrittsreise nach China genommen hat: Die Volksrepublik müsse Putin bewegen, den Krieg zu beenden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Außenministerin Annalena Baerbock befindet sich auf Antrittsreise in China.

  • Mit ihrem Amtskollegen spricht sie auch über den Ukraine-Krieg.

  • Im Gespräch mit ProSieben Newstime betont sie die Forderung, dass China seinen Einfluss auf Putin nutzen müsse.

Für Annalena Baerbock ist es eine der schwierigsten Missionen ihrer bisherigen Amtszeit als Bundesaußenministerin. Zum ersten Mal reist die Grünen-Politikerin nach China und trifft sich während ihres Aufenthalts mit ihrem Amtskollegen Qin Gang. Aufs Tablett kommen einige weltpolitisch schwere Themen, neben einer möglichen Eskalation in der Straße von Taiwan muss auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine besprochen werden. 

Annalena Baerbock bleibt respektvoll im Ton, doch hart in der Sache. Es sei zwar gut, dass China signalisiert habe, sich für eine Lösung zu engagieren. Doch stellt sich die Frage, warum Peking seinen Einfluss auf Wladimir Putin nicht stärker nutzt, damit der Krieg endlich zu einem Ende kommt?

Verpflichtung Chinas, "für den Weltfrieden einzutreten"

"Genau das war meine Frage hier vor Ort", erklärt Annalena Baerbock im exklusiven Gespräch mit ProSieben Newstime. Als Mitglied des UN-Sicherheitsrates habe China nicht nur "besondere Rechte im Sicherheitsrat", die Volksrepublik habe auch eine Verpflichtung "für den Weltfrieden einzutreten", so die Außenministerin. "Und wir haben vor einem Jahr erlebt, wie der russische Präsident einen brutalen Angriffskrieg gestartet hat." Seit einem Jahr versuche "die halbe Welt alles, dass wir endlich auch in Europa wieder in Frieden leben können".

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Putin kann den Krieg beenden

Indem er seine Bombardierung einstellen würde, könne der russische Präsident diesen Frieden bewirken, so Baerbock zu ProSieben Newstime. "Und ein Land, nämlich China, hätte besonderen Einfluss darauf. Das hat der Besuch vom chinesischen Staatspräsidenten in Moskau ja noch einmal unterstrichen." Deswegen habe die Außenministerin in China so stark dafür geworben, "dass wir gemeinsam die Friedensordnung in Europa wieder herstellen".

Im Sommer habe man bereits gesehen, dass China seinen Einfluss geltend machen kann, so Baerbock weiter. Da habe Peking deutlich gemacht, "dass es keine nukleare Eskalation geben darf. Und daraus folgt, dass zum Beispiel auch keine Nuklearwaffen in Belarus stationiert werden dürfen." Auch das sei der Außenministerin wichtig gewesen, "hier noch mal zu unterstreichen, dass wir gemeinsam endlich für den Weltfrieden wieder eintreten".

Mehr zu Annalena Baerbocks China-Besuch sehen Sie Freitagabend um 18:00 Uhr auf ProSieben bei "Newstime".

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