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Verteidigung gegen Russland

Deutschland erwägt Marschflugkörper-Ringtausch für Ukraine

  • Aktualisiert: 25.01.2024
  • 04:09 Uhr
  • Rebecca Rudolph
Laut dpa-Informationen soll sich Deutschland möglicherweise über einen Ringtausch an der Lieferung von Marschflugkörpern in die Ukraine beteiligen.
Laut dpa-Informationen soll sich Deutschland möglicherweise über einen Ringtausch an der Lieferung von Marschflugkörpern in die Ukraine beteiligen.© Andrea Bienert/Bundeswehr/dpa

Die Bundesregierung streitet schon seit Monaten über Taurus-Marschflugkörper-Lieferungen an die Ukraine. Nun scheint ein Deal mit Großbritannien in Sicht. Berichten zufolge hat England Deutschland ein entsprechendes Angebot gemacht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Monaten bittet die Ukraine eindringlich um deutsche Taurus-Marschflugkörper für den Abwehrkampf gegen Russland.

  • Bundeskanzler Olaf Scholz ist das aber zu riskant.

  • Nun soll es eine Idee geben, wie Taurus der Ukraine helfen kann, ohne dorthin geliefert zu werden.

Deutschland will sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) möglicherweise über einen Ringtausch an der Lieferung von Marschflugkörpern in die Ukraine beteiligen. So gibt es Überlegungen, NATO-Partnern wie Großbritannien oder Frankreich Taurus-Raketen der Bundeswehr zu liefern. Diese Länder würden dann im Gegenzug ähnliche, nicht ganz so leistungsstarke Waffensysteme in die Ukraine exportieren.

Unter Berufung auf Diplomat:innen und Regierungsvertreter:innen berichtete das "Handelsblatt", Großbritannien habe bereits vor Wochen angeboten, der Ukraine im Gegenzug für Taurus weitere seiner Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow überlassen zu wollen. Dieses Angebot werde noch geprüft. Das Kanzleramt wollte den Bericht am Mittwochabend (24. Januar) nicht kommentieren.

Im Video: Mehrheit steht hinter Nein des Kanzlers zu Taurus-Raketen für Ukraine

London verweist auf bestehende Zusammenarbeit mit Deutschland

Auf dpa-Anfrage teilte das britische Verteidigungsministerium mit: "Das Vereinigte Königreich und unsere Partner, darunter Deutschland, arbeiten weiterhin zusammen, um die Ukraine bestmöglich für die Verteidigung ihres Hoheitsgebiets auszurüsten." Über eine Internationale Koordinierungsstelle in Stuttgart würden erhebliche Mengen an Rüstungsgütern bereitgestellt.

Ein Sprecher des Ministeriums betonte, dass Großbritannien beabsichtigt, seine Militärhilfe für die Ukraine im laufenden Jahr auf 2,5 Milliarden Pfund zu erhöhen, was etwa 2,9 Milliarden Euro entspricht. Zur Ringtausch-Idee äußerte er sich nicht.  Nach dpa-Informationen habe es aber sowohl mit Großbritannien als auch mit Frankreich konkrete Gespräche darüber gegeben.

Im Video: Unterstützung für die Ukraine - Taurus-Lieferungen vom Bundestag abgelehnt

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Offizielle Anfrage der Ukraine stammt von Mai

Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte die Ukraine offiziell bei der Bundesregierung um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern gebeten. Die Waffen zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Ziele in einer Entfernung von bis zu 500 Kilometern äußerst präzise zu treffen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Anfang Oktober vorerst die Lieferung abgelehnt.

Diese Entscheidung gründet auf der Besorgnis, dass der Einsatz der deutschen Raketen beim Beschuss russischen Territoriums zu einer weiteren Eskalation des Konflikts führen könnte und Deutschland hineingezogen werden könnte. Moskau liegt nur knapp unter 500 Kilometern Luftlinie von der ukrainischen Grenze entfernt und befindet sich somit in Reichweite der Taurus-Marschflugkörper.

  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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