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Nahost-Konflikt im Ticker

Iran droht Israel erneut mit Vergeltung für getöteten General

  • Aktualisiert: 26.12.2023
  • 10:42 Uhr
  • Malika Baratov

Getöteter General: Iran droht Israel erneut mit Vergeltung +++ Wieder Raketenalarm an Israels Grenze zum Gazastreifen +++ Netanjahu: Zerschlagung der Hamas Voraussetzung für Frieden +++ Alle Entwicklungen in Nahost im Newsticker vom 26. Dezember.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran hat Israel nach dem Tod eines Generals der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) in Syrien erneut mit Vergeltung gedroht.

  • Israels Minister für Strategische Fragen, Ron Dermer, plant Gespräche in Washington mit US-Vertretern, um Israels Pläne für eine Phase geringer Intensität im Gaza-Krieg zu erläutern, die bis Ende Januar beginnen soll.

  • Israels Premierminister Benjamin Netanjahu fordert die Zerschlagung der Hamas, Entmilitarisierung des Gazastreifens und die Entradikalisierung der palästinensischen Gesellschaft als Voraussetzungen für Frieden.

+++ 10:34 Uhr: Der Iran hat Israel nach dem Tod eines Generals der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) in Syrien erneut mit Vergeltung gedroht. Bei einem israelischen Luftangriff auf einen Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus war am Montag der IRGC-General Sejed-Rasi Mussawi getötet worden. Laut Informationen der "New York Times" soll er dabei geholfen haben, die Lieferung von Raketen und anderen Waffen an die libanesische Hisbollah-Miliz zu überwachen.

Der Sprecher des iranischen Verteidigungsministerium, Resa Talaei-Nik drohte Israel laut Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag: "Die Zionisten (Israel) müssen sich auf die Konsequenzen ihres Verbrechens gefasst machen … und die werden schmerzhaft sein." Israel habe mit dem Angriff nicht nur die territoriale Integrität Syriens verletzt, sondern auch die bereits spannungsgeladene Lage noch weiter eskaliert.

Erneut Raketenalarm an Israels Grenze zum Gazastreifen

+++ 1:15 Uhr: Während Israels Armee verstärkt gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen vorgeht, hat es auf israelischer Seite erneut Raketenalarm gegeben. Wie die israelische Armee in der Nacht zum Dienstag (26. Dezember) meldete, heulten an der Grenze zum Gazastreifen erneut die Sirenen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor bei einem Truppenbesuch in dem abgeriegelten Küstenstreifen gesagt, Israel werde "den Kampf in den kommenden Tagen vertiefen".

Netanjahu sprach von einem langen Kampf, dessen Ende nicht kurz bevorstehe. Die Hamas wiederum lehnte eine vorübergehende Feuerpause in dem Krieg ab und forderte einen dauerhaften Waffenstillstand. Sie reagierte damit auf einen arabischen Medienbericht, wonach Ägypten einen Entwurf zur stufenweisen Beendigung des Kriegs erarbeitet habe.

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Israels Strategieminister zu Gesprächen in USA erwartet

+++ 1:00 Uhr: Israels Minister für Strategische Fragen, Ron Dermer, will nach einem Medienbericht mit dem Verbündeten USA über den Gaza-Krieg reden. Dermer werde am Dienstag (26. Dezember) in Washington zu Gesprächen im Weißen Haus und im Außenministerium erwartet, meldete das Nachrichtenportal "Axios" in der Nacht unter Berufung auf israelische und US-Beamte. Dermer wolle Israels Pläne für die Phase geringer Intensität in dem Krieg erörtern, die nach israelischen Angaben Ende Januar beginnen soll, hieß es. Dermer werde zudem die Vorstellungen von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu besprechen, was nach Beendigung des Krieges in Gaza geschehen soll, einschließlich der Frage, wer das Gebiet langfristig regieren soll.

Dermer werde hierzu mit dem nationalen Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, US-Außenminister Tony Blinken und Mitgliedern des Kongresses zusammentreffen, hieß es. Die USA unterstützen Israels Krieg gegen die islamistische Hamas, pochen aber auf den Beginn einer neuen Phase. Bislang kämpfe die israelische Armee mit "hoher Intensität", künftig werde es gezieltere Einsätze gegen die Hamas in dem Küstenstreifen geben, hatte Sullivan kürzlich bei einem Besuch in Tel Aviv angekündigt. Angesichts der hohen Zahl auch ziviler Opfer ist Israels Militäreinsatz international stark kritisiert worden.

Im Video: Nord-Gaza: Israels Armee findet fünf tote Geiseln in Hamas-Tunnel

Netanjahu: Zerschlagung der Hamas Voraussetzung für Frieden

+++ 0:20 Uhr: Die Zerschlagung der islamistischen Hamas und eine Entmilitarisierung des Gazastreifens sind für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Voraussetzungen für Frieden in dem Gebiet. "Die Hamas muss zerstört werden, der Gazastreifen muss entmilitarisiert und die palästinensische Gesellschaft muss entradikalisiert werden. Dies sind die drei Voraussetzungen für einen Frieden zwischen Israel und seinen palästinensischen Nachbarn im Gazastreifen", schreibt Netanjahu in einem am Dienstag (26. Dezember) veröffentlichten Gastbeitrag für die Zeitung "Wall Street Journal".

Die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und viele andere Länder unterstützten die Absicht Israels, die Terrorgruppe zu zerschlagen, die "wichtiger Stellvertreter des Iran" sei. Die Führer der Hamas hätten geschworen, das Massaker vom 7. Oktober in Israel, in dessen Folge mehr als 1.200 Menschen getötet wurden, "immer wieder" zu wiederholen. "Deshalb ist ihre Vernichtung die einzige verhältnismäßige Antwort, um eine Wiederholung solch schrecklicher Gräueltaten zu verhindern. Alles andere garantiert mehr Krieg und mehr Blutvergießen", schreibt der israelische Ministerpräsident.

Israel handele im Krieg gegen die Hamas "weiterhin in voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht", heißt es weiter. Israel unternehme sein Bestes, um die Opfer unter der palästinensischen Zivilbevölkerung "so gering wie möglich" zu halten. Nach Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde wurden bisher mehr als 20.600 Menschen in Gaza getötet. Angesichts der hohen Zahl auch ziviler Opfer ist Israels Militäreinsatz international stark kritisiert worden.

Dazu schreibt Netanjahu: "Israel zu Unrecht die Schuld an diesen Opfern zu geben, wird die Hamas und andere Terrororganisationen auf der ganzen Welt nur dazu ermutigen, menschliche Schutzschilde einzusetzen". Und weiter: "Um diese grausame und zynische Strategie unwirksam zu machen, muss die internationale Gemeinschaft voll und ganz der Hamas die Schuld an diesen Opfern geben. Sie muss anerkennen, dass Israel die größere Schlacht des zivilisierten Krieges gegen die Barbarei kämpft", schreibt der Regierungschef.

Damit das Küstengebiet für keine weiteren Angriffe auf Israel mehr genutzt werden könne und keine Waffen mehr hineingelangen, sei die Einrichtung einer "vorübergehenden Sicherheitszone am Rande des Gazastreifens und eines Inspektionsmechanismus an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten" nötig, schreibt Netanjahu. Auf absehbare Zeit werde Israel "die oberste Sicherheitsverantwortung" für Gaza behalten müssen. Und um die Menschen schließlich zu "entradikalisieren", müsse den Kindern beigebracht werden, "das Leben zu schätzen und nicht den Tod, und die Imame müssen aufhören, den Mord an Juden zu predigen".

Im Video: Hamas-Tunnelsystem länger als Berliner U-Bahn-Netz

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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