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Gemeinsam mit China und Südafrika

Manöver vor der Küste: Putin erobert Afrika

  • Aktualisiert: 20.02.2023
  • 09:38 Uhr
  • Joachim Vonderthann

Mitten im Ukraine-Krieg startet Russland gemeinsam mit China und Südafrika ein Manöver vor Afrikas Küste. Kremlherrscher Putin will seine Einflusssphäre auf dem Kontinent weiter ausbauen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland, China und Südafrika starten ein gemeinsames Manöver im Indischen Ozean.

  • Die Militärübung fällt mit dem Jahrestag des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine zusammen.

  • Kremlherrscher Putin will seine Einflusssphäre in Afrika ausweiten.

Inmitten des Krieges gegen die Ukraine hat Russland gemeinsam mit China und Südafrika ein Flottenmanöver im Indischen Ozean begonnen. Die Militärübung mit dem Namen "Operation Mosi", was in der Lokalsprache Tswana "Rauch" bedeutet, soll über die nächsten zehn Tage vor der südafrikanischen Hafenstadt Durban stattfinden. Das Marinemanöver fällt mit dem Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskriegs in der Ukraine am 24. Februar zusammen.

Russisches Manöver vor Südafrika

Die südafrikanische Armeeführung schwärmte, das Manöver werde die "bereits blühende Beziehung zwischen Südafrika, Russland und China stärken". Südafrika gehört mit Russland, China, Indien und Brasilien der Brics-Gruppe von aufstrebenden Schwellenländern an. Bislang nahm das afrikanische Land eine neutrale Position zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Bei einer Abstimmung der Vereinten Nationen zur Verurteilung des Kriegs hatte sich Südafrika vergangenes Jahr enthalten.

Kremlherrscher Wladimir Putin will mit dem gemeinsamen Manöver auch seinen Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent ausweiten. Südafrika war lange Zeit einer der stabilsten afrikanischen Partner des Westens. Seit einigen Jahren bewegt sich das Land aber stärker auf Russland zu. Kritische Fragen zur Korruption und anderen Problemen bleiben aus Moskau aus. Auch erhofft sich Südafrika von den Brics-Verbündeten finanzielle Unterstützung.

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Putin lässt Hyperschallrakete testen

Russland beteiligt sich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass an dem Manöver mit der Fregatte "Sowjetadmiral Gorschkow" und einem Seetanker. Die Fregatte lief erst zu Jahresbeginn nach einer Generalüberholung aus der Werft im nordrussischen Murmansk aus. Bei der Modernisierung wurde das Kriegsschiff auch mit Hyperschallraketen vom Typ Zirkon ausgestattet. Ende Januar imitierte die "Sowjetadmiral Gorschkow" bei einem Manöver im Atlantik erstmals - per Computersimulation - den Abschuss einer Zirkon-Rakete. Laut Tass soll beim Manöver im Indischen Ozean nun auch erstmals ein reales Ziel mit der Rakete beschossen werden.

Die Zirkon ist ein Seeziel-Flugkörper mit hoher Reichweite und enormer Geschwindigkeit. Die Rakete soll auf mehr als 9.000 Kilometer pro Stunde beschleunigen können, womit sie für die Flugabwehr praktisch unerreichbar ist. Potenziell kann sie auch einen Atomsprengkopf tragen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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