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Sie wirft Putin Mord vor

Nach Tod Nawalnys: X sperrt zeitweise Account von Ehefrau Julia

  • Veröffentlicht: 20.02.2024
  • 16:26 Uhr
  • Lisa Apfel
Julia Nawalnaja, Ehefrau von Alexej Nawalny, bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
Julia Nawalnaja, Ehefrau von Alexej Nawalny, bei der Münchner Sicherheitskonferenz. © Sven Hoppe/dpa

Erst wenige Tage ist Kreml-Kritiker Alexey Nawalny tot. Seine Frau gibt Russlands Präsident Putin die Schuld an seinem Ableben. Nun wurde ihr X-Account für einige Zeit gesperrt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kreml-Kritiker Alexey Nawalny ist tot – diese Nachricht sorgte international für Bestürzung.

  • Julia Nawalnaja, die Witwe Nawalnys, macht Putin für den Tod ihres Mannes verantwortlich und kündigte an, dessen Kampf weiterführen zu wollen.

  • Ihr X-Account, auf dem ihr in kürzester Zeit Tausende Menschen folgten, war nun für einige Zeit gesperrt.

  • Unterdessen weigern sich die russischen Behörden weiterhin, Nawalnys Angehörigen Zugang zu dessen sterblichen Überresten zu geben.

Der Tod von Kreml-Kritiker Alexey Nawalny bewegt die ganze Welt. Die Frau von Putins größtem Gegner, Julia Nawalnaja, gibt Russlands Präsidenten die Schuld am Tod ihres Mannes.

Im Video: Botschaft der Witwe: Julia Nawalnaja wirft Putin Mord vor

Nun wurde der X-Account der Nawalnajas am Dienstag (20. Februar) überraschend für einige Zeit gesperrt. Beim Anklicken ihres Profils erschien am Nachmittag zwischenzeitlich die Mitteilung, der Account verstoße gegen die Regeln von X.

Account-Sperrung kurz nach Mord-Vorwurf gegen Putin

Der von Nawalny gegründete Fonds zur Bekämpfung der Korruption (FBK) postete daraufhin ebenfalls bei X einen Aufruf an den Inhaber Elon Musk: "Bitte erklären Sie genau, welche Regeln von @yulia_navalnaya gebrochen wurden." Rund eine Dreiviertelstunde später wurde der Account wieder freigegeben.

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Erst am Montag hatte sich Nawalnaja bei dem sozialen Netzwerk angemeldet. Am selben Tag beschuldigte sie öffentlich Kremlchef Wladimir Putin hinter dem Tod ihres Mannes zu stehen. Sie kündigte unter anderem an, den Kampf Nawalnys gegen den Machtapparat in Russland fortsetzen zu wollen.

Der Kreml wies die Anschuldigungen, etwas mit dem Tod Nawalnys zu tun zu haben, zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte in Moskau die Vorwürfe von Nawalnys Witwe als "unbegründet und unverschämt" abgetan.

Innerhalb von nur einem Tag kletterte die Zahl ihrer Leserschaft bei X auf 90.000. Daraufhin wurde der Zugang zum Eintrag von Nawalnaja zunächst beschränkt. Leser:innen konnten ihn nur noch mit einem direkten Link erreichen. Später dann wurde das gesamte Profil für etwa eine Stunde gesperrt. Auch nach Aufhebung der Sperrung blieb es daraufhin Medienberichten zufolge weiter nur begrenzt zugänglich.

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:newstime
RUSSIA-NAVALNY/DEATH
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Vertuschungsversuch? Angehörige dürfen nicht zu Leichnam Nawalnys 

Nawalny war am Freitag im Straflager mit dem inoffiziellen Namen Polarwolf in der sibirischen Arktisregion Jamal ums Leben gekommen. Der durch einen Giftanschlag im Jahr 2020 und die wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächte Politiker soll bei einem Rundgang auf dem eisigen Gefängnishof zusammengebrochen und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben sein.

Nach wie vor verweigern Behörden den Angehörigen trotz auch internationaler Proteste bis heute Zugang zu seiner Leiche. Nawalnys Team, das dem russischen Machtapparat Mord vorwirft, sieht darin einen Vertuschungsversuch:

"Ich sage es noch mal: Nawalnys Leiche wird versteckt, um die Spuren des Mordes zu verwischen", hatte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmisch auf X geschrieben.

Auch in der internationalen Spitzenpolitik gibt es erhebliche Zweifel an der Darstellung Russlands zu den Todesumständen. So hat US-Präsident Joe Biden Putin für den Tod des Oppositionellen verantwortlich gemacht. Auch für die EU ist der Kremlherrscher schuld am Tod Nawalnys.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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