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Porträt

Elon Musk - Multimilliardär, Gründer, Visionär

  • Aktualisiert: 22.12.2023
  • 09:50 Uhr
  • Michael Reimers
Twitter, Tesla, SpaceX - der Name Elon Musk ist in aller Munde. 
Twitter, Tesla, SpaceX - der Name Elon Musk ist in aller Munde. © AP/dpa

Egal ob Internet, Raumfahrt oder E-Autos - was Elon Musk in die Hand nimmt, ist meist von Erfolg gekrönt. Der Selfmade-Milliardär ist zwar der reichste Mensch der Erde, macht aber auch zunehmend kritische Schlagzeilen, vor allem seit der Übernahme von X (ehemals Twitter).

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Steckbrief

  • Name: Elon Reeve Musk
  • Beruf: Unternehmer
  • Geburtstag: 28. Juni 1971
  • Geburtsort: Pretoria, Südafrika
  • Wohnort: Austin, Texas
  • Familienstand: geschieden

Tesla, Twitter, SpaceX, reichster Mensch der Welt: Kaum ein Tag vergeht, an dem der Name Elon Musk nicht in den Nachrichten auftaucht. Doch wer ist der Mann, der kürzlich 44 Milliarden US-Dollar in eine Social-Media-Plattform steckte und dem kein Ziel unerreichbar erscheint - nicht einmal der Mars?

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Elon Musk: Vom Mobbingopfer zum Multimilliardär

Elon Musk wurde am 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika geboren. Seine Mutter ist das kanadischstämmige Model Maye Musk, sein Vater Errol Musk stammt aus Südafrika und ist Maschinenbauingenieur. Als sich Musks Eltern 1980 scheiden ließen, blieb er bei seinem Vater in Südafrika. Dort wuchs er jedoch unter schwierigen Verhältnissen auf: In der Schule wurde er regelmäßig Opfer von gewaltsamem Mobbing und musste als Folge sogar im Krankenhaus behandelt werden.

Der junge Musk widmete sich mit Vorlieb dem Lesen, doch besonderes Interesse entwickelte er an Computern und Programmiersprachen. Mit zwölf Jahren hatte Elon Musk bereits ein Videospiel entwickelt und damit bereits sein erstes Geld verdient: Er verkaufte das Spiel namens "Blaster" an eine Computerzeitschrift.

Musk war 17 Jahre alt, als er mit seinem Bruder Kimbal nach Kanada ging, um dem Wehrdienst in Südafrika zu entgehen. Dort schrieb sich Musk an der Queen’s University in Kingston ein. Später wechselte er an die University of Pennsylvania in Philadelphia, USA.

Er schloss sein Studium mit einem Bachelor in Physik und Volkswirtschaft ab. 1995 verschlug es den ehrgeizigen Studenten dann an die Stanford University im kalifornischen Palo Alto, wo er zu einem Ph.D-Programm in Physik zugelassen wurde. Dieses brach er allerdings bereits nach zwei Tagen ab, um ein Start-Up-Unternehmen zu gründen.

Musk setzte Meilensteine mit PayPal, SpaceX und Hyperloop

Anstatt sich einer akademischen Karriere zu widmen, gründete Elon Musk also 1995 gemeinsam mit seinem Bruder Kimbal sein erstes Internetunternehmen namens Zip2. Dabei handelte es sich um ein Start-up, das Inhalte für Medienunternehmen zur Verfügung stellte und lizenzierte. Später wurde es für satte 307 Millionen US-Dollar an den Computerhersteller Compaq verkauft und brachte Musk ein Vermögen von 22 Millionen Dollar ein.

Kein Grund für Elon Musk, sich auszuruhen: Seine Karriere kam dadurch erst so richtig in Gang. 1999 gründete er das Unternehmen X.com. Dieses entwickelte ein Onlinebezahlsystem via E-Mail. Im Jahr 2000 taten sich X.com und das Unternehmen Confinity, dessen Hauptprodukt PayPal ebenfalls ein Onlinebezahlsystem war, zusammen. Zwei Jahre später erwarb eBay PayPal für 1,5 Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX. Dort fungiert er jedoch nicht nur als CEO, sondern auch als Raketen-Chefdesigner. Das Unternehmen mauserte sich innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit führenden Anbieter von orbitalen Raketenstarts. SpaceX wurde mit der Rakete Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zudem zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). Seit September 2021 werden auch Privatpersonen mit dem Unternehmen ins All befördert. SpaceX wurde unter anderem mit dem Ziel gegründet, Technologien wie das Starship-Raketenprojekt zu entwickeln. Dieses soll es möglich machen, den Mars zu kolonisieren.

Mit SpaceX will Elon Musk auch den Weltraum erobern.
Mit SpaceX will Elon Musk auch den Weltraum erobern.© AP/dpa

Im Gegensatz zu SpaceX noch in der Entwicklung befindet sich das Projekt Hyperloop. Dabei handelt es sich um ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen. Elon Musk stellte es erstmals 2013 vor und erklärte, damit könne eine 600 Kilometer lange Strecke in 35 Minuten überwunden werden. Das sei deutlich schneller und umweltfreundlicher als beispielsweise mit dem Flugzeug zu reisen.

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Elon Musk ist der reichste Mensch der Welt

Mit seinen Unternehmen hat Elon Musk Neues gewagt. Und das zahlt sich aus: Er wurde zum mehrfachen Milliardär und zu einem der vermögendsten US-Amerikaner. Bereits im Jahr 2015 belegte Musk Platz 25 der reichsten Menschen der Welt. 2019 spendete er bereits eine Million US-Dollar an ein gemeinnütziges Projekt namens TeamTrees. Die Aktion der Arbor Day Foundation und des YouTubers MrBeast hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine Million Bäume zu pflanzen. 2020 beschloss Musk trotz seines Reichtums, dass er all seine Besitztümer verkaufen wolle. Er wolle außerdem "kein Haus mehr besitzen". Im August 2021 berichtete der "Business Insider", dass Musk wohl in einem Tiny House im Wert von 50.000 Dollar lebe. Dieses soll er von SpaceX mieten. Musk ist mit einem Vermögen von rund 242 Milliarden US-Dollar inzwischen der reichste Mensch der Welt (Stand: Dezember 2023).

Auch im Ukraine-Krieg erwies sich Musk als hilfsbereit: Nach dem russischen Angriff im Februar 2022 stellte Musk der Ukraine kostenlose Starlink-Systeme zur Verfügung. Das Satelliten-Netzwerk gehört ebenfalls zu SpaceX. Die Systeme schaffen schnelle Internetverbindungen direkt über eigene Satelliten und helfen den Ukrainern seither, wenn die herkömmlichen Telekommunikationsnetze ausfallen sollten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich über Twitter für die Hilfe, die Kommunikation in seinem Land aufrechtzuerhalten.

Tesla: Die Erfolgsgeschichte

Den meisten dürfte Elon Musk vor allem auch durch Tesla bekannt sein. Diese Erfolgsgeschichte nahm bereits im Frühjahr 2004 ihren Anfang. Damals investierte Musk in den auf die Produktion von Elektroautos spezialisierten Fahrzeughersteller Tesla, der 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet wurde. Teslas Mission: beweisen, "dass Elektrofahrzeuge keinen Kompromiss bedeuten, sondern mehr Leistung, Beschleunigung und Fahrspaß als Benziner bieten können". Musk wurde später Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, heute ist er der Vorstandschef des Konzerns.

Tesla entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum prägendsten Elektrofahrzeug-Unternehmen der Welt. Im Jahr 2021 hatte es einen Börsenwert von rund 810 Milliarden US-Dollar (rund 674 Milliarden Euro), Musk besitzt 21 Prozent der Tesla-Aktien. Sein erster großer Erfolg mit Tesla war das Modell Roadster, bei dem es sich um das weltweit erste elektrische Serienfahrzeug mit einem Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen handelt. Es folgten das Model S, Model X im Jahr 2016, Model 3 und 2019 das Model Y. Ende 2023 lieferte Tesla die ersten Modelle des seit Jahren angekündigten, futuristisch aussehenden Cybertruck aus. 

Heute produziert Tesla auch Energiespeichersysteme für private Haushalte und Unternehmen. In Deutschland sind Tesla und Elon Musk mit dem Bau der Tesla GigaFactory Berlin-Brandenburg ins Gespräch gekommen. Dabei handelt es sich um ein riesiges Tesla-Werk, das Musk 2020 in Grünheide bauen ließ. Die Fabrik stand vor allem wegen des hohen Wasserverbrauchs in der Kritik.

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Elon Musk und X (ehemals Twitter)

In den Fokus geriet Elon Musk auch durch seine Übernahme von Twitter. Anfang April 2022 wurde Musk, der den Kurznachrichtendienst selbst sehr aktiv nutzt, als größter Aktionär von Twitter genannt - er hält 9,2 Prozent am Unternehmen, das entspricht 73,5 Millionen Aktien. Mitte April entschied er sich, die ganze Plattform für 44 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Musk kündigte an, Twitter zu einer "globalen Plattform für Redefreiheit" machen zu wollen. Zuvor hatte er Twitter wiederholt Zensur vorgeworfen, da das Unternehmen selbst gemäß eigenen Richtlinien von Nutzer:innen verfasste Beiträge gelöscht oder mit einem Hinweis versehen hatte, wenn diese Unwahrheiten oder Falschinformationen enthielten.

Im Juli 2022 wurde jedoch bekannt, dass Musk den Kauf von Twitter abgebrochen habe. Der Grund: Ihm zufolge seien ihm ungenügende Angaben zur Zahl von Spam- und Fake-Accounts geliefert worden. Twitter wiederum wollte rechtlich gegen den Kaufabbruch vorgehen. Es folgte ein monatelanges Hin und Her, im Oktober 2022 war es dann so weit: Musk kaufte Twitter für 44 Milliarden US-Dollar. In einer ersten Amtshandlung entließ er alle hochrangigen Manager und einen Großteil des Personals. Von ehemals 7500 Mitarbeiter:innen arbeiten heute noch 1500 dort. Daher kommt es immer wieder zu technischen Ausfällen, da qualifiziertes Personal fehlt. Im folgenden Jahr führte Musk diverse Neuerungen ein, die durchweg kritisch betrachtet werden. Der blaue Verifikations-Haken, der die Echtheit eines Profils bestätigt, muss nun mit bis zu 14,99 US-Dollar pro Monat bezahlt werden. Das Problem dabei ist, dass nicht mehr richtig überprüft wird, ob der Account wirklich echt ist. Außerdem hat Musk mit dem Argument der Redefreiheit gesperrte Profile mit extremen Positionen reaktiviert, das bekannteste Beispiel ist Donald Trump. Da Content-Moderation nur noch sehr reduziert stattfindet, mehren sich rassistische, extremistische Posts und Falschinformationen. Die auffälligste Änderung fand im Juli 2023 statt: Musk benannte die mehr als 15 Jahre alte Marke mit weltweiter Bekanntheit in X um.    

Seit Elon Musk X (ehemals Twitter) übernommen hat, kämpft der Mikroblogging-Gigant nicht nur mit Imageproblemen, auch wirtschaftlich geht es bergab. Innerhalb eines Jahres soll sich der Wert des Unternehmens halbiert haben. Grund ist ein Rückgang der Werbeerlöse, da zahlreiche Unternehmen die Plattform verlassen, weil sie ein negatives Umfeld für ihre Marke fürchten. Im November 2023 reagierte Musk auf einen antisemitischen Post mit einem positiven Kommentar, was dazu führte, dass große Werbekunden wie IBM, Disney, Apple und Warner Brothers ihre Werbeschaltung zurückzogen. Bei einer Veranstaltung der New York Times wurde Musk daraufhin ausfällig gegenüber seinen ehemaligen Werbekunden: "Wenn jemand versucht, mich mit Anzeigen zu erpressen? Mich mit Geld zu erpressen? Go fuck yourself!"  

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Forbes: "Elon Musk", "The World's Real-Time Billionaires"
  • Handelsblatt: "So wurde Elon Musk vom Mobbing-Opfer zum Milliardär"
  • Bloomberg: "Revealed: Elon Musk Explains the Hyperloop, the Solar-Powered High-Speed Future of Inter-City Transportation"
  • Statista: Die 25 reichsten Menschen weltweit 2023
  • CNBC: Musk wird ausfallend gegenüber Werbekunden
  • Tagesschau: Twitter nach der Übernahme durch Musk
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