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Auto-Unfälle

Prozess um tödlichen Tesla-Unfall: ADAC warnt vor versenkbaren Türgriffen

  • Aktualisiert: 10.04.2024
  • 19:04 Uhr
  • Kia Born
Sind die Türöffner der Tesla Model S ein Sicherheitsrisiko im Fall eines Verkehrsunfalls?
Sind die Türöffner der Tesla Model S ein Sicherheitsrisiko im Fall eines Verkehrsunfalls?© REUTERS

Für den ADAC bilden versenkbare Türgriffe an Autos ein Sicherheitsrisiko, besonders im Fall eins Unfalls. Im Prozess um einen Unfall mit einem Tesla 2022 stellten gerade die einfahrbaren Griffe ein Hindernis bei der Bergung der Opfer dar.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der ADAC äußert Sicherheitsbedenken gegenüber versenkbaren Autotürgriffen.

  • Laut dem Verkehrsbund erschweren die einfahrbaren Griffe bei einem Verkehrsunglück die Flucht der Insassen aus dem Fahrzeug und die Rettungsarbeiten der Einsatzkräfte.

  • In einem Prozess in Brandenburg um einen Tesla-Unfall äußerte ein Gutachter ebenfalls Bedenken zur Sicherheit der einfahrenden Türgriffe.

Immer mehr Auto-Hersteller setzten auf versenkbare Autotürgriffe, die nicht das äußere Fahrzeug-Design stören. Doch bereiten die stylischen Türgriffe Rettungskräften große Probleme bei der Bergung von Unfall-Opfern, warnt der ADAC. Bei einem Unfall bei Brandenburg 2022 bildeten die eingefahrenen Türgriffe ein Fluchthindernis für die Insassen.

Ersthelfer:innen und Überlebende hätten im Prozess ausgesagt, dass die Hecktüren des Tesla Modell S sich nach dem Unfall nicht mehr öffnen ließen, wie der RBB berichtete. Bei dem Tesla-Crash waren zwei junge Menschen ums Leben gekommen. Im Prozess gegen den Fahrer äußerte ein zugezogener Gutachter Zweifel an der Unfallsicherheit der einfahrbaren Türgriffe. 

"Für die schnelle Rettung von Personen aus einem Unfallfahrzeug ist es für Ersthelfer wichtig, ein Fahrzeug von außen schnell, einfach und intuitiv öffnen zu können," heißt es in einer Pressemitteilung des ADAC. Damit stellen sich Fragen zur Sicherheit der absenkbaren Autotürgriffe.

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ADAC: "Versenkbare Türgriffe können ein Sicherheitsrisiko sein"

Trotz des dynamischen Designs von versenkbaren Autotür-Griffen rät der ADAC zur Vorsicht. Kommt es zum Unfall, sind die Türen für Insassen deutlich schwerer zu öffnen. "Umso mehr, wenn es zu einem Fahrzeugbrand kommt", hieß es vom Automobil-Club. Elektrische Stellmotoren, die die Türgriffe einklappen, stellen eine größere Herausforderung als mechanisch einfahrbare Griffe bei der Öffnung bei Unfällen dar.

Neben Tesla nahm der ADAC auch deutsche Hersteller wie BMW und Mercedes in die Verantwortung, die ebenfalls Modelle mit einfahrbaren Türgriffen anbieten. "Aus Sicht des Mobilitätsclubs garantiert eine mechanische Lösung für das Ausfahren der Türgriffe die besten Chancen, nach einem Crash die Türen von außen öffnen zu können", betonte der ADAC.

Ein griffgünstig, aber sicher verstauter Fenster-Notfallhammer kann im Zweifelsfall hilfreich sein.

ADAC 2024

Eigentümer:innen mit elektrisch einfahrenden Türgriffen, wie sie laut ADAC in diversen Modelle von Tesla, Nio oder den 7er- und iX-Modellen von BMW verbaut sind, rät der Auto-Club dazu, im Fahrzeug-Handbuch die Optionen zur Notentriegelung nachzulesen. Ein Notfall-Hammer wie er in den meisten Bussen finden ist, ist laut Europas größtem Verkehrsclub ebenfalls eine Möglichkeit: "Ein griffgünstig, aber sicher verstauter Fenster-Notfallhammer kann im Zweifelsfall hilfreich sein."

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Bei einem Tesla-Unfall kamen zwei junge Menschen ums Leben

2022 war es auf der L 73 nahe Dobbrikow im Kreis Teltow-Fläming zu einem folgenschweren Unfall mit einem Tesla gekommen. Die beiden 18-Jährigen auf dem Rücksitz überlebten den Unfall nicht und verbrannten im Wagen, berichtet der RBB. Im Prozess sagten Rettungshelfer:innen und ein überlebender Mitfahrer aus, dass sie die Hintertüren des Tesla nicht öffnen konnten. "Die mechanische Entriegelung von innen ist relativ kompliziert, das muss man erst mal wissen […] Und man muss es ausführen können. Hier war es aussichtslos", so der Kfz-Gutachter im Prozess in Brandenburg.

Der heute 20 Jahre alte Fahrer wurde im Prozess Anfang März schuldig gesprochen. Der damalige Fahranfänger war mit 60 bis 65 Kilometern pro Stunde in eine enge Linkskurve gefahren und hatte die Kontrolle über den Wagen verloren. Der Tesla prallte gegen einen Baum und fing an zu brennen.

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Bei der Flucht aus dem brennenden Fahrzeug hatten die sich nicht öffnenden Türen eine Behinderung der Insassen dargestellt. Nebenklagevertreter Georg C. Schäfer sagte, dass die Eltern der Verstorbenen noch keine Entscheidung bezüglich einer Klage gegen Tesla getroffen hätten. Anwalt Schäfer sagte: "Dieses Auto von Tesla ist zugelassen, das ist misslich, da muss sich etwas ändern. Doch im Moment gilt es als rechtlich unbedenklich im Straßenverkehr, was nicht richtig ist."

  • Verwendet Quellen:
  • rbb: ""Unser Verlust wird ein Leben lang bleiben""
  • "Märkische Allgemeine": "Nach tödlichem Tesla-Unfall in Brandenburg: ADAC warnt vor versenkbaren Türgriffen"
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