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Noch unklar, an welcher Stelle

Sorge wegen Magma-Becken: Auf Island könnte sich ein Vulkanausbruch anbahnen

  • Aktualisiert: 01.12.2023
  • 09:25 Uhr
  • Lena Glöckner
Aus Rissen im Boden neben einem Kinderspielplatz steigt Rauch auf (Luftaufnahme mit Drohne).
Aus Rissen im Boden neben einem Kinderspielplatz steigt Rauch auf (Luftaufnahme mit Drohne). © Bjorn Steinbekk/AP/dpa

Die Hafenstadt Grindavík liegt nun verlassen da. Die Menschen mussten ihre Häuser räumen, weil im Südwesten Islands ein Vulkanausbruch droht. Der Leiter des Zivilschutzes bereitet sie darauf vor, dass sie vor einer unsicheren Zeit stehen. Ein Ausbruch wird derweil immer wahrscheinlicher.

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Der isländische Katastrophenschutz und Wetterdienst halten einen baldigen Ausbruch des Vulkans in der Hafenstadt Grindavík für sehr wahrscheinlich. Um das Zehnfache habe sich der Lavafluss in ein unterirdisches Magmabecken erhöht, sagte der isländische Vulkanologe Thorvaldur Thordarson gegenüber der Zeitung "Morgunblaðið". Der Magma-Tunnel befinde sich nur wenige hundert Meter unter dem isländischen Ort.

Die Menschen der bedrohten Stadt müssen sich darauf einstellen, längere Zeit nicht in ihren Häusern wohnen zu können. Behörden hatten den Ort mit etwa 3.700 Einwohner:innen vor einer Woche nach einer Erdbebenserie vorsichtshalber evakuiert. Mehrere Häuser seien beschädigt, sagte der Direktor des Zivilschutzes, Vídir Reynisson, nach Angaben des isländischen Rundfunksenders RUV am Samstag (18. November).

Im Video: Vulkanausbruch in Island - was sind die Folgen für Deutschland?

In der Nacht zum Montag (20. November) wurden erneut 460 Erdbeben registriert. Darunter war eines mit der Stärke 2,7, wie der Wetterdienst online schrieb. Am Wochenende waren nach Angaben des Senders RUV die Erschütterungen auch in der Hauptstadtregion Reykjavík zu spüren.

Unklar, an welcher Stelle die Lava austritt

Auch wegen der andauernden Unsicherheit müssten sich Bewohner:innen darauf einstellen, in den kommenden Monaten woanders zu leben, zitierte der Sender RUV Reynisson. Der Wetterdienst in Island hält es für wahrscheinlich, dass flüssiges Gestein aus einem seit Wochen aktiven Magma-Tunnel im Südwesten des Landes austreten wird. Noch ist unklar, an welcher Stelle Lava austreten würde.

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Sie hätten im Laufe der Zeit weniger und schwächere Erdbeben gemessen, sagte Kristín Jónsdóttir vom Wetterdienst dem Sender RUV zufolge am Samstag. Das könne darauf hindeuten, dass das Magma in der Erdkruste weit nach oben gestiegen sei. Der britische Fernsehsender Sky News zeigte Luftaufnahmen vom Ort Grindavík - am Boden waren teils deutliche Risse zu sehen.

Grindavík liegt rund 40 Kilometer südwestlich von Reykjavik. Die Einwohner:innen mussten vor einer Woche ihre Häuser verlassen, weil ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel unter Grindavík hindurch bis unter den Meeresboden verläuft. Die nahe gelegene Blaue Lagune, eine der bekanntesten Touristenattraktionen des Landes, war ebenfalls vorsichtshalber geschlossen worden.

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  • 05.12.2023
  • 08:48 Uhr
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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