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Krise

Spahn fordert "mehrjährige Pause von regulärer Migration"

  • Aktualisiert: 25.03.2024
  • 09:53 Uhr
  • Kira Born
Jens Spahn, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht offen über die Missstände in der deutschen Migrations- und Asylpolitik.
Jens Spahn, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht offen über die Missstände in der deutschen Migrations- und Asylpolitik.© Christoph Soeder/dpa

Jens Spahn findet klare Worte zur aktuellen Migrations-Problematik: "Illegale Zuwanderung muss auf null", sagt der ehemalige Gesundheitsminister im "Bild"-Interview am Sonntag. Auch fordert er einen Stopp für reguläre Migration nach Deutschland.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Interview mit "Bild" fordert Jens Spahn eine stärker regulierte Migrations-Politik in Deutschland.

  • Auch stellt Spahn Forderungen nach einer Pause von "regulärer Migration" im Gesamten.

  • Kritik äußert der CDU-Politiker gegenüber der aktuellen Migrations-Politik der Ampel-Regierung.

Wir stehen vor einer "Mammutaufgabe" in Sachen Integration in Deutschland, meint Jens Spahn im Interview mit "Bild" am Sonntag (24. März).

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union fordert eine Migrations-Pause für Deutschland. Angesichts der Masse an Asylanträgen brauche Deutschland eine "mehrjährige Pause von regulärer Migration". Nur so könne, nach Ansicht des Union-Politikers, eine vollständige Integration von nach Deutschland gekommenen Migrant:innen gelingen. 

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"Wir haben irreguläre Migration in großer Zahl, vor allem auch von jungen Männern: 18- bis 40-jährige Männer sind der größte Teil derjenigen, die zu uns kommen", sagt Spahn im Gespräch mit "Bild". Das Problem sei, dass jene Menschen, die auf ihrer Flucht und in ihren Heimatländern bereits Gewalt erlebt haben, nicht "mit zwei Wochen Integrationskurs" integriert werden können, meint Spahn. 

Der 43-Jährige merkt an, dass viele Migrant:innen aus Herkunftsländern kommen, in denen es "gar keine staatliche Gewalt und Ordnung" mehr gibt und man "im Zweifel auch ein friedliches Zusammenleben kaum noch kennt".  Für Spahn könnte so "möglicherweise das Verhalten“ von nach Deutschland migrierten Menschen geprägt worden sein. "Und das sehen wir in der Kriminalitätsstatistik", sagte der CDU-Politiker gegenüber "Bild".

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Deutschland brauche "mehrjährige" Migrations-Pause

Vor dem Hintergrund massiver Zuwanderung in den vergangenen Jahren argumentiert Spahn, dass Deutschland eine "mehrjährige Pause von regulärer Migration" bräuchte.  Allein im Jahr 2023 haben 351.915 Menschen, laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), einen Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt. Angesichts der Masse von Migrant:innen, braucht das Land mehr Zeit, die Menschen umfassend einzugliedern, meint Spahn: "wir wollen, dass Integration gelingt, dass die Menschen die Sprache lernen, dass sie auch in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft ankommen." 

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Für die ungelöste Problematik der Migration macht Spahn auch seine Partei mitverantwortlich. Dennoch kritisiert er, dass die neue Ampel-Regierung schon zwei Jahre im Amt sei und sich keine große Verbesserung der Lage eingestellt hätte. Auch prangert Spahn an, dass Teile der Ampel-Koalition die Augen vor den Problemen der wachsenden Migration verschließen:

"Wie wir Klimaleugner haben, haben wir auch Migrationsleugner, und viele davon sind in der Ampel." Für den CDU-Politiker besteht in der aktuellen Migrations-Situation Handlungsbedarf. 

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Besonders bei der illegalen Migration wünscht sich Spahn eine Zielmarke von der Ampel: "Es gab ja mal das Ziel, unter 200.000 pro Jahr zu kommen in der Großen Koalition. Das ist uns auch gelungen. Dann, in den Jahren 2000, 2021 sind die Zahlen entsprechend runtergegangen. Aber wissen Sie, eigentlich muss das Ziel von irregulärer Migration ja null sein. Also es ist irregulär, illegal, nicht rechtmäßig. Und das Ziel von Dingen, die nicht rechtmäßig sind, ist aus meiner Sicht null", sagte er im "Bild"-Talk am 24. März.

  • Verwendet Quellen:
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: "Schlüsselzahlen Asyl 2023"
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