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Spargelbauern klagen

Spargelernte in Deutschland: Gute Qualität, aber Rückgang der Nachfrage

  • Veröffentlicht: 10.05.2024
  • 12:21 Uhr
  • Clarissa Yigit
Die Spargelente erreicht ihren Höhepunkt.
Die Spargelente erreicht ihren Höhepunkt.© exclusive-design / Stock Foto

Die Spargelernte in Deutschland ist zur Hälfte vorbei. Bauern in Mecklenburg-Vorpommern geben einen ersten Eindruck, wie die Saison bisher verlaufen ist.

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In diesem Jahr konnten die Bundesbürger:innen eines ihrer saisonalen Lieblingsgemüse schon recht früh genießen - Spargel. Dies lag vor allem an den sehr milden Temperaturen Anfang April. Aber wie in jeder Saison hat auch der Spargel nur eine begrenzte Erntezeit - die nun schon zur Hälfte rum ist.

Mecklenburg-Vorpommerns fünf größte Spargelbauern aber zeigen sich bisher zufrieden über den Verlauf, berichtet die "Tagesschau".

Video: Die Spargel-Ernte läuft deutschlandweit auf Hochtouren

Spargel zwar günstiger als 2023 - dennoch sorgen sich die Bauern

"Die Leute waren ganz erschrocken, dass wir schon im April Spargel hatten", meint Madeleine Bluhm vom Spargelhof Demmin in Warrenzin. Allerdings sei in diesem Jahr die Qualität sehr gut.

Auch ist der Spargel der Klasse 1 in dieser Saison mit 14,90 Euro etwas günstiger als noch im vergangenen Jahr, allerdings sei auch die Nachfrage zurückgegangen. "Bei den kalten Temperaturen hatte erst keiner Lust, Spargel zu kaufen", erklärt Bluhm und blickt dabei auf den frühen Erntestart zurück.

Zudem müssten die Menschen auch aufs Geld schauen, ergänzt Sebastian Böckmann vom Hof SaBö in Nantrow bei Wismar. Außerdem scheint weißer Spargel bei jungen Leuten nicht so beliebt zu sein. "Der klassische Spargelkunde ist über 50 Jahre alt. Junge Leute haben anscheinend keine Lust mehr, Spargel zu kochen", so Böckmann.

Aber auch billiger Spargel aus Griechenland, Polen und Ungarn und die Produkte der Konkurrenz innerhalb Deutschlands stellen sich zunehmend als Problem für die einheimischen Bauern heraus. So können Großbetriebe "die Preise ganz anders kalkulieren als kleine Anbauer hierzulande".

Die hohen Personalkosten - die durch den Mindestlohn anfallen -, die Inflation und die steigenden Betriebskosten führten dazu, dass fast alle Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern ihre Spargelanbaufläche reduzieren mussten. So wurden in dem Bundesland im Jahr 2021 noch 200 Hektar Spargel angebaut - nun sind es nur noch etwa 142 Hektar.

Zudem hätten fast alle Landwirte den Verkauf in den Hütten einschränken müssen, da das Personal fehle. Geerntet werde das Edelgemüse mit Saisonarbeitskräften aus Rumänien, Bulgarien und Polen, die oftmals schon seit Jahren kommen.

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Wie das Statistische Bundesamt berichtet, wurden im Jahr 2023 rund 111.900 Tonnen Spargel geerntet. Dies war das Sechsfache der Spargelimporte. Dennoch blieb die Erntemenge nach einem starken Rückgang im Jahr 2022 auf vergleichsweise niedrigem Niveau (+1,4 Prozent). Ursache hierfür dürfte der Rückgang der Anbaufläche auf 20.400 Hektar (-4 Prozent gegenüber 2022) sein.

Spargel besteht zu 93 Prozent aus Wasser, etwa zwei Prozent aus Proteinen, circa vier Prozent sind Kohlenhydrate und lediglich 0,2 Prozent sind Fette. Gegessen wird das Gemüse in Deutschland klassischerweise mit Salzkartoffeln, Schinken und einer Sauce hollandaise. Pro Kopf werden rund 1,5 Kilogramm Spargel in Deutschland pro Jahr gegessen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

  • Verwendete Quellen:
  • Tagesschau: "Halbzeit bei der Spargelernte: Gute Qualität, schlechte Stimmung"
  • Destatis: "86 % des importierten Spargels wurden 2023 während der Saison von März bis Juni eingeführt"
  • Nachrichtenagentur dpa
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