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Staatsschutz ermittelt

"Unter Schock": Berliner Schüler in Brandenburg rassistisch beleidigt und bedroht

  • Veröffentlicht: 08.05.2023
  • 17:23 Uhr
  • Lena Glöckner
Schüler:innen einer 10. Klasse der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule sind von alkoholisierten, teils vermummten Jugendlichen bei einem Ausflug in Südbrandenburg offenbar rassistisch beleidigt und bedroht worden.
Schüler:innen einer 10. Klasse der Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule sind von alkoholisierten, teils vermummten Jugendlichen bei einem Ausflug in Südbrandenburg offenbar rassistisch beleidigt und bedroht worden.© Carla Benkö/dpa

Berliner Schülerinnen, größtenteils mit Migrationshintergrund haben, waren in einer Ferienanlage in Brandenburg, als sie von anderen Gästen rassistisch beleidigt wurden. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz.

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In einem Ferienlager im südbrandenburgischen Heidesee in der Nacht zum Sonntag (7. Mai) wurden Berliner Schüler:innen mutmaßlich von anderen Jugendlichen rassistisch beleidigt. Der Staatsschutz, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, ermittelt, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Süd sagte.

60 Gäste, die laut Polizei aus der Region kamen, feierten in dem Ferienlager am Frauensee einen 18. Geburtstag. Aus dieser Gruppe heraus sollen Berliner Schüler mit Migrationshintergrund dann rassistisch beleidigt worden sein. Es soll auch zu Drohgebähren gekommen sein, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einige der Betroffenen seien erkennbar muslimischen Glaubens und hätten Kopftücher getragen. Die Angreifer seien alkoholisiert und teilweise vermummt gewesen. Die Schüler:innen einer zehnten Klasse, größtenteils mit Migrationshintergrund, wollten in der Ferienanlage am Frauensee ein Mathe-Camp durchführen.

Im Video: Rassismus in Deutschland - man wird aufgrund der Herkunft "aussortiert"

Eine körperliche Auseinandersetzung konnte die Polizei nach eigenen Angaben verhindern. 28 Personen wurden identifiziert, wer davon als tatverdächtig gilt, ist noch unklar. Ein Lehrer habe nach der Auseinandersetzung in der Anlage im Kreis Dahme-Spreewald die Eltern der Schüler informiert. Die Klasse sei noch in der Nacht nach Berlin zurückgefahren. Die Polizei habe die Abreise begleitet, sagte der Sprecher. Einsatzkräfte der Polizei befragten in der Nacht Zeugen. Angaben zu den Verdächtigen konnte der Sprecher nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht machen. Wie das Geschehen abgelaufen sei, müssten die Ermittlungen zeigen.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls hatten einige Eltern noch nachts um 3 Uhr ihre Kinder aus Heidesee abgeholt. Ein Vater sagte der "B.Z.": "Viele Kinder stehen unter Schock. Sie kannten diese Ausländerfeindlichkeit aus Berlin nicht. Es wird jetzt überlegt, die Matheprüfung am Mittwoch zu verschieben. Der Bucherin der Geburstagsfeier wurde Hausverbot erteilt. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz wegen Volksverhetzung und Bedrohung.

Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung

Die Einrichtung hat sich inzwischen bestürzt über den Vorfall gezeigt. "Wir verurteilen jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf das Schärfste", erklärte die Geschäftsführerin der Ferienanlage in Heidesee (Dahme-Spreewald), Nora Runneck, am Montag (8. Mai). Die Geschäftsführerin der Ferienanlage sagte, mit der betroffenen Schule sei man in Kontakt. Man bedauere sehr, dass die Schüler die Ferienanlage unter diesen Umständen verlassen hätten.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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