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Es drohen Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot

Blitzer: Weshalb es nichts bringt, kurz davor zu bremsen

  • Aktualisiert: 20.11.2023
  • 09:40 Uhr
  • Bianca Leppert
Blitzer verfügen heutzutage über clevere Technik, sodass Abbremsen nichts bringt.
Blitzer verfügen heutzutage über clevere Technik, sodass Abbremsen nichts bringt.© IMAGO / Rüdiger Wölk

Plötzlich sieht man den Blitzer. Reflexartig bremst man noch einmal herunter, hofft, damit doch noch innerhalb der erlaubten Geschwindigkeit geblieben zu sein. Doch da scheint das rote Licht des Blitzers schon auf, er hat schon ausgelöst. Warum das so ist - und weitere Fragen rund um Blitzer.

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Blitzer: Das Wichtigste in Kürze

  • Einen Moment nicht aufgepasst, und schon hat es geblitzt. Das ist sicher vielen schon passiert. Kein Wunder, insgesamt gibt es in Deutschland 4.682 fest installierte Blitzer.

  • Die Anwaltskanzlei Goldenstein hat ein Ranking der Blitzer in Großstädten aufgestellt. Es führt Hamburg mit 77 Blitz-Kontrollen am Tag vor Köln (71,1) und Berlin (54,4). Auf dem vierten und fünften Platz folgen Stuttgart (43,9) und Wuppertal (36,7).

  • Bist du deutlich zu schnell gefahren, drohen ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder vielleicht sogar ein Fahrverbot.

  • Du versuchst dich mit Blitzer-Apps, Blitzer-Warngeräten oder Abbremsen kurz vor dem Blitzer vor einem empfindlichen Bußgeld zu schützen? Das klappt nicht immer. Wir erklären dir, welche Besonderheiten dabei zu beachten sind.

Warum es nichts bringt, kurz vor dem Blitzer zu bremsen

In letzter Sekunde siehst du gerade noch den Blitzer, trittst auf die Bremse und denkst, das müsste gerade noch so ausreichen, um kein gratis Passfoto zu bekommen. Und doch hat der Blitzer schon seinen Dienst getan. Das kann nicht nur frustrierend, sondern auch rätselhaft sein. Du fragst dich: Wann löst der Blitzer aus?

Die Technik hat sich wie in allen Bereichen weiterentwickelt. So sind auch die Blitzer mittlerweile clevere High-End-Geräte. Viele Modelle lösen nicht erst wenige Meter vorher aus, sondern haben weitaus größere Reichweiten. Sprich: Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen, es folgt lediglich das Foto.

So hat beispielsweise das Modell Riegl FG21-P eine Reichweite von 30 bis 1.000 Meter. Die Exemplare LaserPatrol/TraffiPatrol und Riegl LR90-235/P schaffen immerhin 30 bis 500 Meter.

Das bedeutet, das abrupte Abbremsen ist im Zweifelsfall keine gute Idee. Denn das ist nicht nur für dich sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer:innen gefährlich.

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Im Clip: 10 Fragen an einen Blitzer

Mittelfinger beim Dreh?! - 10 Fragen an einen Blitzer

Umgehen von Blitzern: Klappt das?

Hast du dich nicht auch schon mal gefragt: Kann ein Blitzer zwei Autos gleichzeitig blitzen? Wäre das nicht möglich, hätte man ja ein perfektes Schutzschild, wenn nur das andere ebenfalls zu schnelle Auto überführt wird. Die Antwort ist etwas knifflig: Fahren zwei Autos parallel mit exakt derselben Geschwindigkeit, kann das schützen. Das kommt allerdings extrem selten vor.

Sind zwei Autos hintereinander unterwegs, hat man schlechte Karten. Denn die Verarbeitung der Daten läuft so schnell, dass auch kurz hintereinander geblitzt werden kann.

Vielleicht kam dir auch schon in den Sinn: Kann man zu schnell für einen Blitzer fahren? Eher nicht. Einige Modelle erfassen einen Geschwindigkeitsbereich von bis zu 300 km/h, die meisten bis zu 250 km/h. Wenn du also keinen noch schnelleren Sportwagen hast, kannst du dem Blitzer nicht entgehen. Mal abgesehen davon, dass selbst der Versuch sehr gefährlich wäre.

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Wie funktioniert ein Blitzer eigentlich?

Blitzer basieren meist auf Radar- oder Lasermessungen. Es werden Radarstrahlen ausgesendet, die von vorbeifahrenden Autos zurückgeworfen werden und anschließend vom Gerät aufgenommen werden. So kann die Geschwindigkeit des Autos bestimmt werden. Ist die zu hoch, wird das Blitzerfoto ausgelöst. Ähnlich ist es bei der Lasertechnik. Hier werden die unsichtbaren Lichtsignale ebenfalls vom Gerät ausgesendet und vom Fahrzeug reflektiert, was zur Berechnung der Geschwindigkeit beiträgt.

Es ist zwar selten, aber es kann dabei immer zu Messungenauigkeiten kommen. Ob durch eine falsche Eichung, Bedienungsfehler oder andere Ungenauigkeiten. Solltest du das Gefühl haben, fälschlicherweise geblitzt worden zu sein, solltest du Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen.

Die Toleranzgrenze soll von vornherein Abhilfe schaffen. Sie beträgt 3 km/h bei einer Geschwindigkeit bis 100 km/h. Über 100 km/h gilt ein Toleranzabzug von drei Prozent der gemessenen Geschwindigkeit.

Blitzer: Diese Arten gibt es

📸 Mobile Blitzer: Sie werden beliebig am Straßenrand aufgestellt. Das können Blitzanhänger sein, wie man sie oft an der Autobahn sieht. Oder die typischen schmalen aufgestellten Kästen auf Stativen.

📸 Stationäre Blitzer: Sie sind an einem Ort fest installiert. Dabei haben sie den Nachteil, dass sich Autofahrer:innen bei mehrmaliger Vorbeifahrt darauf einstellen können und nur im Bereich des Blitzers die Geschwindigkeit drosseln.

📸 Blitzersäulen: Sie arbeiten mit Lasertechnik und können bis zu vier Fahrspuren überwachen. Die Anzahl der Ringe zeigt dir, wie viele Spuren tatsächlich erfasst werden.

Diese Blitzersäule kann drei Fahrbahnen überwachen. Das erkennst du an der Anzahl der Ringe.
Diese Blitzersäule kann drei Fahrbahnen überwachen. Das erkennst du an der Anzahl der Ringe.© Imago Images/ BeckerBredel
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Blitzer: Alles rund um das Thema Strafen

Die gute Nachricht: Du bist vor unverschuldeten Tempoverstößen in Sachen Tacho sicher. Denn der darf nie weniger als die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen. Dafür drohen Strafen, wenn du eine Blitzer-App oder ein Anti-Blitzer-Gerät während der Fahrt nutzt. Das gilt auch für Beifahrer:innen.

Bei einem Verstoß kann es zu einem Bußgeld von 75 Euro sowie einem Punkt in Flensburg kommen. Du darfst dich aber beispielsweise anhand von Radiomeldungen oder durch die Nutzung der App vor Fahrtantritt über Blitzer informieren.

Solltest du doch einmal in die "Radarfalle" getappt sein, gibt dir der Bußgeldrechner des ADAC einen Überblick.

Blitzer: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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