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Anti-Waffen-Aktivist 

Es geht um Trumps goldene Sneaker: Amoklauf-Überlebender spielt Ex-Präsident Streich

  • Veröffentlicht: 20.02.2024
  • 15:15 Uhr
  • Christina Strobl
Ex-Präsident Donald Trump will im Falle einer Wiederwahl sämtliche Waffenbeschränkungen Bidens rückgängig machen.
Ex-Präsident Donald Trump will im Falle einer Wiederwahl sämtliche Waffenbeschränkungen Bidens rückgängig machen.© Artie Walker Jr./AP/dpa

Der Ex-US-Präsident macht sich für Schusswaffen stark, Aktivist David Hoggs dagegen kämpft gegen Waffengewalt. Mit einem Coup macht er auf sein Anliegen aufmerksam.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Anti-Waffengewalt-Aktivist David Hogg kaufte eine Website-Adresse, die sich auf den jüngsten Fanartikel Trumps bezieht, um ihm einen Streich zu spielen.

  • Über die Website kann man nun KI-generierte Anrufe an Politiker:innen absenden, in denen sich Verstorbene für mehr Sicherheit im Umgang mit Schusswaffen einsetzen.

  • Hogg selbst überlebte 2018 einen Amoklauf an einer Highschool in Florida.

Der US-Amerikaner David Hogg überlebte 2018 einen Amoklauf. Jetzt ist er Aktivist und setzt sich für strengere Waffengesetze in den USA ein. Um sein Ziel zu erreichen, schreckt er auch nicht davor zurück, dem Ex-Präsidenten Donald Trump einen Streich zu spielen

Im Video: Glänzende Geschäftsidee: Trump verkauft jetzt Schuhe - natürlich in Gold

Von der "Turnschuh-Website" zur "Anti-Waffengewalt-Website"

Erst vor Kurzem stellte Trump, der erneut ins Weiße Haus einziehen will, seinen neuen Fanartikel vor: Goldfarbene Sneaker mit einer US-amerikanischen Flagge und dem Buchstaben T für Trump. Sie sollen 399 US-Dollar (rund 370 Euro) kosten und heißen "Niemals aufgeben". Zu erstehen waren sie ausschließlich online, mittlerweile sind die hergestellten 1.000 Paare jedoch bereits ausverkauft.

Der Anti-Waffengewalt-Aktivist Hogg nahm dies nun zum Anlass, um dem Ex-Präsidenten einen Streich der anderen Art zu spielen: Wie die britische Tageszeitung "The Independent" berichtet, soll Hogg die Adresse der Website gekauft haben, die sich auf die goldenen Trump-Sneaker bezieht. Anschließend änderte er die Seite zu einer Anti-Waffengewalt-Website, über die man auch den Gesetzgeber anrufen kann, um sich für strengere Waffengesetze in den USA einzusetzen.

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Verstorbene rufen US-Politiker:innen an

Seinen Streich gab der Aktivist am vergangenen Freitag (16. Februar) via X (ehemals Twitter) bekannt und schrieb: "I just bought shoptrumpsneakers.com", ("Ich habe gerade shoptrumpsneakers.com gekauft"). Über die Social-Media-Plattform offenbarte David Hogg zudem makabre Einzelheiten über seinen Streich: "Ich leite euch auf eine Seite weiter, über die ihr euer Kongress-Mitglied anrufen könnt. Die Überraschung ist, dass die Person, die anruft, ein Opfer von Waffengewalt ist, deren Stimme mit KI wiederhergestellt wurde und anruft, um sich für mehr Sicherheit im Umgang mit Schusswaffen einzusetzen."

Trump will mehr Waffen an US-Schulen

Bereits des Öfteren ließ Trump verlauten, dass er keinen Grund dafür sehe, die Waffengesetze in den USA zu verschärfen. Der Republikaner fordere nicht nur mehr Waffen am amerikanischen Schulen, sondern kündigte außerdem an, dass er sämtliche Waffenbeschränkungen des derzeitigen Amtsinhabers Joe Biden aufheben werde, sollte er wiedergewählt werden.

Trump selbst soll sich bisher noch nicht zu Hoggs Streich geäußert haben. Der Aktivist selbst schrieb jedoch nach der Veröffentlichung, dass er sehr stolz auf seine Aktion sei und seinen technikversierten Freunden für ihre Hilfe danke.

Dem "Independent" zufolge sei es den Besuchern der Seite möglich, sechs verschiedene Stimmen von Opfern von Waffengewalt anzuhören. Anschließend gebe man seine Postleitzahl ein und die Aufnahme wird dann an ein Kongressmitglied gesendet. So bekäme der oder die Politiker:in einen Anruf von einer Person, die durch Waffen das Leben verloren hat. Seitdem sie online ging, wurde die Website bereits für 58.362 Anrufe an die entsprechenden Kongress-Mitglieder genutzt.

Im Video: Trump fordert nach Amokläufen mehr Waffen an US-Schulen

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Der Aktivist selbst ist Überlebender eines Amoklaufs

David Hogg selbst überlebte den Amoklauf von Parkland, Florida. Am 14. Februar 2018 eröffnete ein ehemaliger Mitschüler das Feuer an einer Highschool. "NBC News" zufolge starben dabei 14 Schüler:innen und drei Erwachsene. 14 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Seit der Tat engagiert sich Hogg dafür, dass die Waffengesetze in den Vereinigten Staaten verschärft werden. Er ist Mitbegründer der Organisation March for Our Lives, bei der sich Schüler:innen für eine Waffenkontrollgesetzgebung einsetzen. Mittlerweile ist Hogg Präsident der Organisation Leaders We Deserve, einer Organisation, die sich dafür stark macht, dass junge Politiker:innen in den Kongress gewählt werden. 

  • Verwendete Quellen:
  • "Spiegel": "Trump will bei Wiederwahl alle Waffenbeschränkungen von Biden aufheben"
  • "NBC News": "17 killed in mass shooting at high school in Parkland, Florida"
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