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Hochwassergefahr für Tiere

Extremwetter in Deutschland: Dauerregen und Überschwemmungen gefährden Wildtiere

  • Veröffentlicht: 05.07.2024
  • 14:23 Uhr
  • Clarissa Yigit
Starkregen und Hochwasser bergen eine große Gefahr für Wildtiere.
Starkregen und Hochwasser bergen eine große Gefahr für Wildtiere.© vaivirga / Adobe Stock

Die extremen Wetterbedingungen, die sich im Frühjahr in Deutschland ereignet haben, gefährden viele Tiere in ihrem Lebensraum - zusätzlich zur Mahd.

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Inhalt

  • "Viel Jungwild ertrunken"
  • Viele Wildtiere von Extremwetterereignissen betroffen
  • Nicht nur Dauerregen Gefahr für Tiere

Überschwemmungen und Hochwasser können für Menschen nicht nur sehr teuer werden. Oftmals verlieren sie ihr gesamtes Hab und Gut. Auch tödliche Unfälle - gerade bei Unwettern mit Überschwemmungen –-sind leider keine Seltenheit mehr.

Und auch den Wildtieren machen diese Extremwetterereignisse sehr zu schaffen. So gefährden Dauerregen und Überschwemmungen beispielsweise Rehkitze oder am Boden brütende Vögel und Hasen, wie die "Tagesschau" berichtet.

Im Video: Keimgefahr am Bodensee - dieser Ort soll Trinkwasser abkochen

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"Viel Jungwild ertrunken"

Demnach gehe der Landesjagdverband wie auch die Wildforschungsstelle Baden-Württemberg von Verlusten bei Rehkitzen und anderen Wildtieren aus.

Wie der Bayerische Jagdverband auf seiner Internetseite schreibt, ist gerade durch das extreme Wetter und das Hochwasser "viel Jungwild ertrunken, an Unterkühlung gestorben, oder Tierfamilien wurden getrennt." Daher würden die Elterntiere aktuell intensiv und über mehrere Wochen nach ihren Jungen suchen. Viele Wiesen und Felder stehen dabei gerade unter Wasser - auch mehrere Tage lang.

Rehkitze werden in den ersten Tagen des Lebens abgelegt und dann liegen sie in der Wiese.

Janosch Arnold, Leiter der Wildforschungsstelle

Insbesondere in den ersten zwei bis drei Lebenswochen der Rehkitze hätten Dauerregen und Überschwemmungen fatale Folgen für die Tiere, sagt René Greiner, Sprecher des Landesjagdverbands Baden-Württemberg, und Janosch Arnold, Leiter der Wildforschungsstelle, ergänzt: "Rehkitze werden in den ersten Tagen des Lebens abgelegt und dann liegen sie in der Wiese."

Um zu fliehen oder größere Strecken mit dem Muttertier zurückzulegen, dafür sind die Tiere noch nicht ausgerichtet, sondern vertrauen auf ihre Tarnung und bleiben liegen. Die Mütter sind normalerweise in der Nähe und achten auf das Junge.

Wenn es dann nass und kalt werde, unterkühlen sich die Tiere. "Wenn sie ein paar Tage nicht mehr richtig trocknen, geht das auf die körperliche Fitness und Gesundheit - genau wie bei uns Menschen", beschreibt Greiner.

Hinzu kommt, dass Rehe einen festen, relativ begrenzten Lebensraum haben und ihr Gebiet gut kennen. Sie wissen, wo sie Futter finden. Ist aber alles überschwemmt, müssen die Tiere in fremde Reviere fliehen. Daher ist Hochwasser für Wildtiere ein dramatischer Lebensraumverlust, ergänzt Matthias Martini, Vorsitzender des Jägervereins Krumbach (Bayern).

:newstime
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Viele Wildtiere von Extremwetterereignissen betroffen

Da Rehe ihre Rehkitze meist von Ende April bis in den Juli hinein zur Welt bringen, sei die Wahrscheinlichkeit, dass viele Tiere eines Jahrgangs von lokalen Starkwetterereignissen erwischt würden, allerdings geringer, so Arnold. Daher käme Rehen ihre lange Setzzeit bei solchen extremen Wetterlagen zugute.

Und auch für andere Tierarten sind die Extremwetterereignisse eine Gefahr. "Ein Großteil der Wildtiere ist betroffen - von Säugetieren bis hin zu Insekten", meint Greiner. Insbesondere die bodenbrütenden Vogelarten würden unter diesen Wetterbedingungen leiden. Hier gehe er lokal von besonders großen Verlusten aus. Aber auch junge Feldhasen würden schnell unterkühlen.

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Nicht nur Dauerregen Gefahr für Tiere

Nicht nur extrem viel Regen mit Überschwemmungen stellt eine Gefahr für Rehe dar. Die Mahd - also das Mähen der Felder - sei noch gefährlicher für Rehkitze, da flächendeckend gemäht werde. Zudem würden die landwirtschaftlichen Maschinen immer schneller. Daher hätten Rehkitze und andere Tiere keine Möglichkeit zu entfliehen.

Allerdings gibt es auch nicht den perfekten Mahd-Zeitpunkt, um alle Tiere zu schützen. Hier sei entscheidend, welche Tier- oder Pflanzenarten in erster Linie geschützt werden sollen, erklärt der Michael Salomon vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Kreisverband Main-Tauber, auf deren Internetseite.

"Bei Bodenbrütern und in Bodennähe brütenden Vögeln wie der Feldlerche und der Goldammer sollte nach dem Abschluss der Brut, also ab Anfang August, gemäht werden", lautet die Empfehlung. Werde eher auf die Brut vom Großen Brachvogel, Bekassine oder Uferschnepfe abgezielt, könne bereits ab Juni mit der Mahd begonnen werden, ergänzt Cäcilia von Hagenow, NABU-Referentin Agrarpolitik und ländliche Räume.

Wenn Dauerregen herrscht, wird nicht gemäht.

René Greiner, Sprecher des Landesjagdverbands Baden-Württemberg

Zwar wird der Lebensraum der Tiere durch den Klimawandel und die damit einhergehende Zunahme der Starkwetterereignisse unberechenbarer. Allerdings bringe Dauerregen zumindest in einem Punkt einen Vorteil. "Wenn Dauerregen herrscht, wird nicht gemäht", betont Greiner. "Die Rehkitze, die durch diese Witterung kommen, werden größer und mobiler" - und könnten dadurch flüchten.

  • Verwendete Quellen:
  • SWR: "Jäger aus Krumbach: Was Hochwasser für Wildtiere bedeutet"
  • BJV: "Jahrhunderthochwasser: BJV-Appell zum Wildtierschutz"
  • NABU: "Lass Gras drüber wachsen"
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