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National Football League

NFL: Die wichtigsten Football-Regeln 

  • Aktualisiert: 26.04.2023
  • 16:27 Uhr
  • Tanja Hofmann

American Football wird auch bei uns in Deutschland immer beliebter. Wer zum ersten Mal beim Super Bowl, also dem Finale der US-amerikanischen Profiliga National Football League, einschaltet, wird von den vielen englischen Begriffen und zahlreichen Spielregeln überrascht sein. Hier gibt es einen Überblick über die wichtigsten Regeln und Fachbegriffe.

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Die National Football League und der Super Bowl

In der American-Football-Profiliga National Football League, kurz "NFL", spielen 32 Mannschaften. Bis 1970 gab es mit der AFL auch eine Konkurrenzliga. Die AFL und die NFL schlossen sich dann jedoch zusammen. Daraus entstanden die Conferences AFC und NFC. Eine Saison dauert 18 Wochen, in denen jedes Team 17 Mal spielt. Mit Siegen können sich die Mannschaften für die Playoffs qualifizieren, die K.-o.-Runde beim American Football. Aus den Playoffs werden dann die Meister der AFC und NFC ermittelt. Die Sieger aus den Finals der beiden Conferences spielen am Ende im Finale, dem "Super Bowl", gegeneinander, der inzwischen immer am zweiten Sonntag im Februar stattfindet. Es ist eines der größten Einzelsportereignisse in den USA und lockt jedes Jahr weltweit Millionen Zuschauer vor den Fernseher.

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Grundsätzliche Regeln des American Football

Der Schlüssel zum Erfolg beim American-Football ist es, möglichst viel Raumgewinn zu erzielen, solange man im Ballbesitz ist. Scheitert ein Team damit, die vorgegebene Distanz zu überbrücken oder rechtzeitig zu punkten, erhält in der Regel das andere Team den Ball. Um ein Spiel für sich zu entscheiden, müssen mehr Punkte als vom Gegner erzielt werden. Punkte kann ein Team vor allem erspielen, indem der Football in die gegnerische Endzone des Spielfelds transportiert oder durch die Torstangen des Gegners gekickt wird.

Ein Spiel dauert vier mal 15 Minuten. Bei manchen Spielunterbrechungen wird die Zeit gestoppt, wenn etwa in den letzten Minuten eines Spiels der Ball seitlich ins Aus gelaufen wird. Spielzüge werden dabei meist taktisch und möglichst geschickt umgesetzt, um je nach Vorsprung entweder möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen oder die Zeit möglichst schnell zu stoppen. Hierfür kann auch eine Auszeit genommen werden, davon stehen jedem Team drei Stück pro Halbzeit zur Verfügung. Ein Spiel kann auch in die Overtime gehen, sollte es nach Ablauf der Spielzeit einen Gleichstand geben. Nach dem ersten und dritten Viertel wechseln die Teams außerdem die Seiten.

Zwischen den jeweils zehn Yards tiefen Endzonen befindet sich ein 100 Yards langes Spielfeld. Dieses ist 53,3 Yards breit. In Metern sind das 91,4 x 48,7 (ein Yard entspricht knapp 0,9 Meter). An beiden Enden des Spielfeldes befindet sich die Endzone, dort steht außerdem das Tor, seiner Form wegen auch Stimmgabel genannt. Überwacht wird ein Spiel beim American Football von vier bis sieben Schiedsrichtern. Auf dem Platz eines American-Football-Spiels befinden sich zwei Mannschaften mit jeweils 11 Spielern. Die Spieler teilen sich in drei Kategorien auf: Offense und Defense – also die Angreifer und die Verteidiger, sowie die "Special Teams", denen besondere Aufgaben zukommen, wie das Kicken des Footballs durch das gegnerische Tor, um ein Field Goal zu schießen. Eine der wichtigsten Positionen ist der Quarterback, der Spielmacher auf dem Feld, der die Spielzüge in der Offensive ansagt und in der Regel auch für das Passen des Balls zuständig ist.

So läuft ein Football-Spiel ab

Zum Spielbeginn wird per Münzwurf entschieden, welches Team zuerst den Ball bekommt. Die Mannschaft, die den Münzwurf gewinnt, kann entscheiden, ob sie den ersten Angriff starten will oder nicht. Das Spiel startet daraufhin mit dem "Kickoff", also dem Anstoß. Dieser wird durch das verteidigende Team von der eigenen 35 Yard-Linie durchgeführt. Dabei wird versucht, den Football weit in die Hälfte des Gegners zu befördern. Das angreifende Team muss den Ball fangen und in die Richtung, aus der der "Kickoff" erfolgt ist, zurücktragen. Im Anschluss greift die Offense an und versucht, mit dem Ball in die Endzone zu gelangen. Die Abwehr des gegnerischen Teams versucht dagegen, den Angriff aufzuhalten.

An der Stelle, an der die Defense die Offense erfolgreich stoppt, befindet sich eine imaginäre Linie, "Line of Scrimmage" genannt. Sie zeigt den Punkt auf dem Spielfeld an, bis zu dem das offensive Team beim letzten Spielzug gekommen ist. Jetzt bekommt die Offense vier Versuche ("Downs“), um den Ball mindestens 10 Yards näher an die gegnerische Endzone zu bringen. Dabei kann der Football getragen oder hinter der Line of Scrimmage auch einmal nach vorne zu einem Mitspieler geworfen werden. Das verteidigende Team versucht das zu verhindern. Denn: Gelingt der Offense ein Raumgewinn von 10 Yards, bekommt sie vier weitere Downs. Um die Offensive aufzuhalten, können die Verteidiger den Spieler, der gerade den Ball trägt, zu Boden werfen (mit einem sogenannten "Tackle”). Wird der Spieler, der gerade den Ball trägt, vom Gegner gestoppt, so startet der nächste Versuch an diesem neuen Punkt. Das geht so lange, bis die angreifende Mannschaft entweder die 10 Yards nicht innerhalb von vier Versuchen schafft und somit den Ballbesitz verliert oder ihr ein "Touchdown" beziehungsweise ein "Field Goal" gelingt.

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So werden Punkte erzielt

Ein "Touchdown" wird erzielt, wenn das Team den Football kontrolliert in die gegnerische Endzone befördert. Dabei kann der Ball entweder hineingetragen oder von einem in der Endzone befindlichen Spieler (“Receiver”) gefangen werden. Für einen "Touchdown" gibt es sechs Punkte. Schafft das Team keinen "Touchdown" und die Endzone ist nicht weit entfernt, kann es auch ein "Field Goal" versuchen. Dabei wird der Ball durch die Torstangen des gegnerischen Tors gekickt. Für ein "Field Goal" erhält man drei Punkte.

Nach jedem "Touchdown" gibt es für die Offense außerdem die Chance auf Extrapunkte: So kann die angreifende Mannschaft einen Punkt erzielen, wenn sie den Ball mit einem Kick von der 15-Yard-Linie durch die Stangen schießt. Zwei Punkte gibt es dagegen für eine "Two-Point-Conversion". Dabei verzichtet die Offense auf das übliche, recht sichere "Field Goal" und absolviert stattdessen einen vollständigen Spielzug von der gegnerischen Two-Yard-Line. Gelingt es dabei, den Ball ein zweites Mal kontrolliert in die Endzone zu befördern, erhält das angreifende Team zwei Punkte. Ist die "Two-Point-Conversion" nicht erfolgreich, geht es mit dem "Kickoff" weiter.

Hat die Offense es nach drei Versuchen nicht geschafft, 10 Yards zu überbrücken und die Endzone ist noch zu weit entfernt, entscheidet sich die Mannschaft meistens dazu, den Football zu "punten". Dabei versucht sie, den Ball mit einem Befreiungsschlag möglichst weit in die gegnerische Hälfte zu schießen, wo ihn dann ein Gegenspieler für den Angriff aufnimmt.

Auch die verteidigende Mannschaft kann spielentscheidend sein. Grundsätzlich will die Defense verhindern, dass die Angreifer Raum gewinnen. Das schaffen sie entweder, indem sie den balltragenden Spieler zu Fall bringen oder einen Pass abfangen. Gelingt es einem Verteidiger, einen Pass zu fangen, wird das als "Interception" bezeichnet. Dann kann der Verteidiger seinerseits zum Angriff übergehen und den Ball in die Endzone der Gegner tragen. Rutscht der Ball einem Angreifer aus der Hand oder wird ihm vom Verteidiger aus der Hand geschlagen, handelt es sich um ein "Fumble": Auch dann kann die Defense den freiliegenden Ball aufnehmen und selbst in Richtung Endzone des gegnerischen Teams laufen. Diese Spielsituation wird auch "Turnover" genannt, also der Verlust des Angriffsrechts. Das Angriffsrecht wechselt nach einem "Touchdown", "Field Goal", "Punt" oder einem "Turnover". Das Team, das eben noch die Defense gestellt hat, schickt nun seine Offense-Spieler aufs Feld und versucht, Punkte zu erzielen. Im American Football können die Verteidiger allerdings auch Punkte machen, ohne den Football zu besitzen. Dafür muss ein Angreifer in seiner eigenen Endzone zu Fall gebracht oder vom Spielfeld gedrängt werden. Diese Situation wird "Safety" genannt und ist zwei Punkte wert.

Fouls und Strafen

American Football ist ein intensiver Sport mit reichlich Körperkontakt. Auch wenn die Sportart einem Laien auf den ersten Blick womöglich recht aggressiv vorkommt, gibt es doch ein klares Regelwerk zum Schutz der Spieler und zahlreiche Vergehen, die im Football verboten sind. Untersagt sind unter anderem:

  • "Holding" - unerlaubtes Festhalten eines gegnerischen Spielers
  • Den eigenen Helm gegen den Helm eines Gegners einsetzen
  • "Face Mask" - das Ziehen am Gesichtsschutz des gegnerischen Helms
  • Attacke des Unterleibs des Gegners
  • "Pass Interference" - illegaler Körperkontakt während eines Passes
  • Beleidigen des Schiedsrichters
  • "Taunting" - Verhöhnung des Gegners

Ähnlich wie im Fußball gibt es beim American Football gelbe Flaggen ("Penalty Flag“). Diese werden von den Schiedsrichtern bei Regelverstößen auf das Spielfeld geworfen. Das Vergehen wird dann erst nach dem aktuellen Spielzug behandelt, meist werden dafür Yards-Strafen vergeben. Je nach Schwere wird ein Foul dabei mit einem Raumverlust zwischen 5 und 15 Yards bestraft. Nimmt das gefoulte Team die Strafe an, wird der Versuch mit dem entsprechenden Raumverlust neu gestartet. Lehnt es die Strafe ab, weil der vorangegangene Spielzug erfolgreich war, wird das nächste "Down" normal weitergespielt. Außerdem kann die Defense auch mit einem "Automatic First Down" geahndet werden. Dabei werden der Offense erneut vier Spielzüge zugesprochen, die sie nutzen können, um zehn Yards zu überwinden.

Neben der gelben Flagge gibt es auch eine rote Flagge, die die Head Coaches der jeweiligen Teams einmal pro Halbzeit einsetzen können, wenn sie eine Entscheidung der Schiedsrichter noch einmal per Videobeweis überprüft haben möchten. Dafür benötigen sie aber noch mindestens ein Timeout und die rote Flagge kann nicht in den letzten zwei Minuten einer Halbzeit geworfen werden.

  • Verwendete Quellen:
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