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Vermutlich krebserregend und reproduktionstoxisch

Öko-Test findet nicht zugelassene Pestizide in Nektarinen von Lidl

  • Aktualisiert: 12.06.2024
  • 17:07 Uhr
  • Clarissa Yigit
Nektarinen schmecken gerade im Sommer besonders gut. Aber sie enthalten oftmals auch Schadstoffe.
Nektarinen schmecken gerade im Sommer besonders gut. Aber sie enthalten oftmals auch Schadstoffe.© Gresei - stock.adobe.com

Öko-Test hat zwölf Sorten Nektarinen unterschiedlicher Lebensmittelmärkte auf Pestizide getestet. Nur eine war pestizidfrei.

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Inhalt

  • So schnitten die Nektarinen ab
  • Testsieger (Note "sehr gut")
  • Testverlierer (Note: "ausreichend")

Die Tester:innen von Öko-Test haben insgesamt zwölf Nektarinen ausschließlich auf Pestizide getestet - davon ein Produkt in Bio-Qualität. Sieben Produkte schneiden dabei mit "sehr gut" oder "gut" ab, wie es bei Öko-Test heißt. Die meisten getesteten Produkte stammten aus Spanien.

Grund für die Untersuchung ist, dass gerade bei Nektarinen und Pfirsichen "sehr häufig Pestizidrückstände nachweisbar" seien, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) 2021 feststellte. Damals wurden je 15 Proben Pfirsiche und Nektarinen aus konventionellem Anbau auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. In allen 30 Proben fanden sich Rückstände.

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So schnitten die Nektarinen ab

In insgesamt acht von elf konventionellen Proben wurden Mehrfachbelastungen von zwei bis fünf Pestizidspuren festgestellt. Daher schnitten vier Produkte mit "gut" und weitere vier mit "befriedigend" ab.

Öko-Test-Redakteurin Heike Baier erklärt dazu: "Die einzelnen Pestizidrückstände sind aus unserer Sicht nicht exorbitant hoch." Allerdings sehe man die Kombination verschiedener Wirkstoffe in einer Frucht grundsätzlich kritisch: "Sie summieren sich, und über mögliche Wechselwirkungen ist noch zu wenig bekannt."

Lediglich die Bio-Nektarinen von Alnatura waren völlig pestizidfrei. Bei allen anderen Nektarinen - auch die im Test mit "sehr gut" und "gut" abschnitten - wurde mindestens ein Spritzmittel in Spuren nachgewiesen. Dabei enthielten mehrere Acetamiprid und Chlorantraniliprol, was zu Punktabzug führte.

:newstime
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Testsieger (Note "sehr gut")

  • Alnatura (Bio): kein Nachweis von Pestiziden
  • Norma und Aldi Süd: Pestizidnachweis im Spurenbereich (daher kein Punktabzug)

Testverlierer (Note: "ausreichend")

  • Lidl: Weiße Nektarinen

Bei den getesteten weißen Nektarinen des Discounters Lidl fanden die Warentester:innen die meisten Pestizide. Diese Nektarinen stammten aus Chile. In dem Land gelten andere Regelungen für den Einsatz von Pestiziden als in der EU.

Demnach fanden die Tester:innen unter anderem Spirodiclofen in den Nektarinen von Lidl. Das ist ein Pestizid, das auf europäischen Obstplantagen nicht mehr zugelassen ist, da es in der EU im Verdacht steht, "wahrscheinlich krebserregend" und zusätzlich als "vermutlich reproduktionstoxisch" zu sein.

Allerdings bewegten sich die Rückstände unterhalb der EU-Grenzwerte, so Öko-Test. Das Testinstitut bemängelte, dass die Arbeiter:innen auf den Obstplantagen den bedenklichen Pestiziden durch deren Einsatz ausgesetzt sind.

  • Verwendete Quellen:
  • Öko-Test: "Pestizide in Nektarinen: Sieben von zwölf Produkten überzeugen im Test  "
  • Chip: "Nektarinen bei ÖKO-TEST: Discounter-Obst ist Testsieger"
  • LAVES: "Pflanzenschutzmittelrückstände in Pfirsichen und Nektarinen"
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