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Inflation, Wirtschaftsflaute, Kriege

Mehr oder weniger? Was 2024 im Geldbeutel bleibt

  • Aktualisiert: 03.01.2024
  • 13:34 Uhr
  • Stefan Kendzia
Optimistisch ins neue Jahr: Expert:innen rechnen mit einer Verbesserung der Kaufkraft und einer Erholung der mäßigen Konsumlaune der Verbraucher:innen.
Optimistisch ins neue Jahr: Expert:innen rechnen mit einer Verbesserung der Kaufkraft und einer Erholung der mäßigen Konsumlaune der Verbraucher:innen.© Christin Klose/dpa

Das Jahr 2023 war definitiv nicht einfach. Nach den anstrengenden Pandemie-Jahren wurde es nicht leichter: Inflation, Kriege, Fluchtmigration nach Deutschland, wirtschaftliche Flaute. Wird das aktuelle Jahr 2024 besser?

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Keine einfachen Zeiten, die Deutschland und seine Bewohner:innen durchmachen müssen. Nach dem Ende der Pandemie wünscht sich jede:r einen spürbaren Aufschwung - dieser blieb aber leider aus. Jetzt hoffen alle auf das neue Jahr 2024.

Im Video: Deutschland-Puls - dieses Thema beschäftigt die Deutschen aktuell am meisten

Vorsichtiger Optimismus

Kann das Jahr 2024 endlich die Wende bringen? Kaum zu glauben, wenn man sich die Aufgaben ansieht, mit denen Deutschland derzeit konfrontiert ist. Trotz aller Negativität: Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) rechnen zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute 2024 mit einer deutlichen Abschwächung der Inflation auf nur noch 2,6 Prozent und immerhin mit einem moderaten Wachstum von 0,7 Prozent.

Das neue Jahr sollte also finanziell besser laufen als die Vorjahre. Bis allerdings die "realen Einkommensverluste der Vorjahre insgesamt aufgeholt sind, wird es noch etwas dauern. Wenn alles gut läuft, dann könnte es am Ende von 2025 so weit sein", so KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Da die Reallöhne in letzter Zeit wieder stärker gestiegen sind als die Verbraucherpreise, sollte eine Verbesserung der Kaufkraft eintreten und damit auch eine Erholung der mäßigen Konsumlaune der Verbraucher:innen.

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Das ändert sich 2024 finanziell

  • Mindestlohn
    Der Mindestlohn steigt. Seit dem 1. Januar 2024 kann mit 41 Cent mehr pro Stunde gerechnet werden, der Lohn steigt auf 12,41 Euro. Auch Beschäftigte mit branchenspezifischen Tarifverträgen wie zum Beispiel Dachdecker:innen, Gebäudereiniger:innen, Maler:innen, Pflegehilfs- und -fachkräfte bekommen am Ende mehr ausbezahlt. Selbst Azubis bekommen mehr: Die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr steigt von 620 Euro auf 649 Euro.
  • Bürgergeld
    Da der Regelsatz jährlich an Preise und Löhne angepasst wird, gilt das auch für das Bürgergeld. Für mehr als fünf Millionen Erwachsene und Kinder in der Grundsicherung steigt das Bürgergeld im Schnitt um zwölf Prozent.
  • Rente
    Ab der Jahresmitte 2024 können sich Rentner:innen über ein Mehr im Geldbeutel freuen: Rund 3,5 Prozent sollen es nach offizieller Schätzung sein. Wie hoch die Erhöhung dann genau sein wird, soll im Frühjahr bestimmt werden. Ebenso wird es einen Zuschlag bei der Erwerbsminderungsrente geben, der rund drei Millionen Rentner:innen zugutekommen wird. Generell steigt im neuen Jahr auch die Hinzuverdienstgrenze.
  • Elterngeld
    Bisher konnten Eltern ein Elterngeld beziehen, wenn sie im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 300.000 Euro hatten. Dies sinkt nun auf ein Einkommen von unter 200.000 Euro. Im Jahr darauf, also ab 2025, sinkt diese Grenze weiter auf ein jährlich zu versteuerndes Einkommen von maximal 175.000 Euro.
  • Steuern
    Das neue Jahr soll mehr Brutto vom Netto bringen. Der Grundfreibetrag steigt von 10.908 Euro auf 11.604 Euro, der steuerliche Kinderfreibetrag wird ebenfalls angehoben. Der Eckwert für die Spitzensteuer von 42 Prozent steigt auf 66.761 Euro - eine Anhebung von 3.951 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Für manche Arbeitnehmer:innen bedeutet das neue Jahr aber auch höhere Sozialabgaben. Durch den Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze steigt auch der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung für gesetzlich versicherte Gutverdiener:innen je nach Jahresverdienst.
:newstime
  • Gesundheit
    Die Bundesregierung hat den Orientierungswert für den Krankenkassenbeitrag auf 1,7 Prozent erhöht. Das entspricht 0,1 Punkten. Welche Kasse dann letztendlich eine Erhöhung verlangt, wird individuell festgelegt. Auch Privatversicherte müssen aller Voraussicht nach mit einer Erhöhung rechnen - hier könnte eine durchschnittliche Steigerung von rund 7 Prozent anstehen.
  • Besuche von Restaurants
    In der Gastronomie gilt vom 1. Januar an wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent statt vorübergehend 7 Prozent. Getränke waren davon ausgenommen.
  • Heizung, Strom, Benzin
    Eines kann sicher gesagt werden: Es wird teurer werden. Auf die Energiepreise haben Faktoren wie die auslaufende Preisbremse und der Anstieg des CO₂-Preises, der mit dem neuen Jahr startet, Einfluss.
    Beim Strom sieht das nicht anders aus. Die Preisbremse fällt weg und die Netzentgelte steigen deutlich. Immerhin haben viele Energieversorger wegen gesunkener Beschaffungspreise Preissenkungen angekündigt. Wie stark dann die Stromkosten effektiv steigen werden, wird sich zeigen.
    Auch für die Spritkosten muss mit einem Anziehen der Preise gerechnet werden. Nach Angaben des ADAC könnte der Liter Benzin durch den Anstieg des CO₂-Preises um rund 4,3 Cent teurer werden, Diesel sogar um 4,7 Cent.
  • Versicherungen und Mobilität
    Versicherungspreise für Kraftfahrzeuge und Beiträge für die Gebäudeversicherung dürften steigen - dafür verantwortlich gemacht werden gestiegene Handwerks-, Material- und Baukosten durch die hohe Inflation.
    Teurer wird auch das Fliegen - wie viel teurer, das wird wohl von der Streckenlänge abhängen. Ob das Deutschlandticket für die Bahn weiter existieren wird und wenn ja, wie viel man dann dafür zu zahlen hat, ist noch nicht klar.
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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