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Fertigprodukt

Instant-Kaffee: Ist er wirklich gesund und nachhaltig?

  • Veröffentlicht: 17.01.2024
  • 17:00 Uhr
  • Chris Tomas

Etwas Granulat, heißes Wasser und einen Löffel zum Umrühren: Mehr brauchst du nicht, um Instant-Kaffee zuzubereiten. Was praktisch klingt, hat jedoch einen schlechten Ruf. Ist das Fertigpulver wirklich ungesund? Und wie wird es hergestellt? 

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Instant-Kaffee: Das Wichtigste zum Thema

  • Lösliches Pulver in eine Tasse geben, kochendes Wasser darüber, umrühren – fertig ist der Instant-Kaffee. Weiterer Vorteil: Er ist lange haltbar und verursacht keinen Müll.

  • Laut dem Statistik-Portal Statista wird Instant-Kaffee in Deutschland immer beliebter. Zwar reicht er nicht an Filterkaffee, Kaffeekapseln oder Vollautomaten heran, schlägt aber deutlich die Zubereitung im Espresso-Kännchen.

  • Anders als viele glauben, handelt es sich bei dem Granulat um echten Kaffee und ein Naturprodukt.

  • Dennoch hat Instant-Kaffee keinen guten Ruf. Der Hauptgrund für das schlechte Image dürften die Kaffeepulver-Mischungen sein, die im Ladenregal gleich neben dem Instant-Kaffee stehen. Sie bestehen vor allem aus Zucker.

Instant-Kaffee: Wie wird er hergestellt?

Als Instant-Kaffee bezeichnet man einen getrockneten Kaffee-Extrakt, der sich in heißem Wasser auflösen lässt. Anders als beim Filterkaffee oder Espresso bleiben dabei keine Rückstände übrig. Es gibt klassischen oder entkoffeinierten Kaffee und Instant-Espresso.

Um Instantkaffee herzustellen, werden Kaffeebohnen zuerst getrocknet, geröstet und grob gemahlen. Dann kommt das Kaffeemehl in eine sogenannte Extraktionsanlage. In dieser Maschine werden lösliche Bestandteile mithilfe von Wasser und Druck herausgelöst. Der so gewonnene flüssige Extrakt wird danach konzentriert und erneut getrocknet. Dafür gibt es verschiedene Verfahren (Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung), die am Ende beide das bekannte Instant-Granulat bzw. -pulver ergeben.

Wer den Instant-Kaffee erfunden hat, ist nicht eindeutig geklärt. Der Neuseeländer David Strang meldete 1890 ein Patent an und verkaufte sein Produkt auch. Aber wahrscheinlich gab es schon früher Versuche, ein lösliches Kaffeepulver zu entwickeln. Andere Quellen nennen den Briten John Dring (1771) oder den Franzosen Alphonse Allais (1881) als Erfinder. Heute führt die Schweizer Firma Nestlé den Markt an.

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Wie unterscheiden sich Instant-Kaffee und Filterkaffee?

Herstellung: Sowohl Filterkaffee als auch Instant-Kaffee werden aus gerösteten Kaffeebohnen gewonnen, die aber nach der Ernte unterschiedlich verarbeitet werden.

Zubereitung: Instant-Kaffee muss nur mit heißem Wasser übergossen werden. Beim Filterkaffee wird das Kaffeepulver aufgebrüht. Es löst sich dabei nicht, sondern verbleibt als Rest.

Varianten: Filterkaffee ist die Basis für eine Vielzahl von Mixgetränken, vom Eiskaffee bis zum Irish Coffee. Aber auch aus löslichem Pulver kannst du coole Kreationen zaubern, etwa Dalgona-Kaffee oder Frappé.

Koffein: Instant-Kaffee enthält im Allgemeinen etwas weniger Koffein als Filterkaffee. Allerdings: Die Koffeinmenge einer Tasse Kaffee wird von verschiedenen Dingen beeinflusst, zum Beispiel von der Kaffeesorte, der verwendete Menge oder der Art der Zubereitung.

Geschmack: Eingefleischte Brühkaffee-Fans schütteln sich beim Gedanken an Instant-Kaffee. Doch auch hier ist das Ergebnis in der Tasse von vielen Faktoren abhängig – und Geschmackssache. Ausprobieren könnte sich lohnen: Mittlerweile gibt es sogar Start-ups, die ganz auf hochwertigen Instant-Kaffee setzen.

Löslicher Kaffee ist besser als sein Image.
Löslicher Kaffee ist besser als sein Image.© IMAGO/Zoonar
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Ist Instant-Kaffee gesund?

EU-Richtlinie, deutsche Kaffeeverordnung: Woraus Instant-Kaffee bestehen darf, ist streng geregelt. So dürfen für die Herstellung ausschließlich geröstete Kaffeebohnen zum Einsatz kommen. Und in der Extraktionsanlage darf auch nur mit Wasser gearbeitet werden.

☕ Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag kannst du bedenkenlos trinken – egal ob gelöst oder aufgebrüht. Studien zufolge ist das sogar gesund, schützt die Leber und senkt das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes, Demenz, Parkinson und Depressionen.

☕ Ein Grund für die Gesund-Wirkung von Kaffee ist sein hoher Gehalt an Antioxidantien. Einer kroatischen Studie zufolge enthält Instant-Kaffee sogar mehr Antioxidantien als aufgebrühter Kaffee.

☕ Allerdings entsteht bei der Röstung von Kaffeebohnen auch Acrylamid – ein Stoff, der möglichweise krebserregend wirkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Instant-Kaffee fast doppelt so viel Acrylamid stecken kann wie in aufgebrühtem Kaffee. Gleichzeitig ist für die Zubereitung nur die halbe Menge notwendig, sodass sich der Unterschied relativiert. Aktuell existieren noch keine Grenzwerte für Acrylamid in Lebensmitteln, daher sollte man das im Blick behalten.

☕ Grundsätzlich die Finger lassen, solltest du von Kaffeepulver-Mischungen wie etwa Instant-Cappuccino lassen: Laut Stiftung Warentest enthalten diese kaum Kaffee, dafür sehr viel Zucker und Zusatzstoffe.

Wie nachhaltig ist Instant-Kaffee?

Aus ökologischer Sicht ist fast jeder Kaffee bedenklich. Das liegt am Anbau der Bohnen: Damit du eine einzige Tasse Kaffee in der Hand halten kannst, sind 140 Liter Wasser notwendig – fast eine Badewanne. Viele Plantagen setzen zudem giftige Pestizide und Herbizide ein. Ausbeutung, Kinderarbeit, Abholzung von Wäldern und großflächige Monokulturen sind weitere Probleme. Nicht zuletzt hat Kaffee den höchsten CO2-Ausstoß von allen Getränken. Deshalb gilt für alle Kaffeesorten: in Maßen genießen und beim Kauf auf Fairtrade- und Bio-Siegel achten.

Ein kanadisches Forscherteam hat sich mit der Nachhaltigkeit verschiedener Kaffee-Zubereitungsarten beschäftigt und kommt zu dem überraschenden Schluss, dass Instant-Kaffee – im Vergleich zu Filterkaffee, Kaffeekapseln und Kaffee aus der French Press – der kleinste Klimasünder ist. Bei der Berechnung spielten auch Anbau, Röstung, Verpackung, Transportwege und anfallender Müll eine Rolle. Am schlechtesten schnitt der Filterkaffee ab, da für die Zubereitung die größte Menge Kaffee nötig ist.

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Die wichtigsten Fragen zu Instant-Kaffee

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