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Phänomen auf dem blauen Planeten

Planet Neptun hat seine Wolken verloren - das ist der Grund

  • Aktualisiert: 25.08.2023
  • 06:36 Uhr
  • Stefan Kendzia
Auf dem Neptun wurde ein seltsames Phänomen entdeckt: Alle Wolkenformationen auf dem blauen Planeten sind plötzlich verschwunden.
Auf dem Neptun wurde ein seltsames Phänomen entdeckt: Alle Wolkenformationen auf dem blauen Planeten sind plötzlich verschwunden.© via REUTERS

Der blaue Neptun ist derzeit und besonderer Beobachtung: Denn der Eisplanet, auf dem Temperaturen von bis zu minus 200 Grad und mehr herrschen, soll seine Wolken verloren haben. Beleg dafür sind auch jahrelange Aufnahmen des Hubble-Teleskops.

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Forschende der renommierten Universität Berkeley in Kalifornien haben ein besonderes Phänomen entdecken können: Aufgrund von Aufnahmen des legendären Hubble-Teleskops kann eindeutig nachgewiesen werden, dass Neptun über die letzten Jahre hinweg seine Wolken verloren habe. Seit 2020 herrscht auf dem Eisplaneten nun Wolkenfreiheit, die ganz und gar nicht einfach zu erklären sei.

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Die Sonne ist für Wolken auf dem Neptun verantwortlich

Über drei Jahrzehnte schon gibt es hervorragend dokumentierte Aufnahmen des blauen Eisplaneten Neptun. Laut dieser Aufnahmen sei die stetige Abnahme der Wolkenformationen auf dem Planeten zu erkennen. Nur wie es zu diesem Phänomen komme, dass der Wolkenschwund in nur wenigen Monaten vollzogen wurde, wie es Aufnahmen des Keck Observatory in Hawaii beweisen, sei nicht so einfach zu erklären.  Forschende sollen jetzt auf eine Klärung gestoßen sein: Es hänge mit der Sonne zusammen. Und zwar mit dem elfjährigen Zyklus, der sich auch auf der Erde bemerkbar machen soll.

Wir alle kennen die Phase, wenn sich das Magnetfeld der Sonne umdreht: Auf der Erde macht sich dieser Zustand mit Satellitenabstürzen, gestörter Kommunikation und anderen Phänomenen wie Polarlichtern bemerkbar. Auf dem Neptun zeigt sich da ein anderes Phänomen: Rund zwei Jahre nach dem Höhepunkt der ausgesendeten UV-Strahlung, bilden sich auf dem Neptun Wolken. Geht die Sonnenaktivität wieder zurück, verschwinden auch die Wolken auf dem blauen Planeten, so "Der Standard". Der Zusammenhang zwischen Erde und Neptun ist laut der Forschenden "unerwartet", da der Neptun schließlich 30-mal weiter weg von der Sonne ist als die Erde und lediglich 0,1 Prozent unserer Sonnenintensität abbekommt, wie die NASA berichtet. Dennoch sei die Intensität stark genug, um photochemische Prozesse wie Wolkenbildung zu provozieren.

Unklar sei aber nach wie vor, wie stark die "Jahreszeiten" auf dem Neptun derartige Wetterphänomene beeinflussen. Auch auf dem Neptun soll es vier unterschiedliche Jahreszeiten geben  - diese würden aber pro Jahreszeit rund 10 Jahre dauern. Genau diese Jahreszeiten sollen nun von den Forschenden stärker beobachtet werden.

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