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Bald teurer als Wein

Darum sind die Sprit-Preise in Deutschland wieder so hoch

  • Aktualisiert: 18.08.2023
  • 10:11 Uhr
  • Stefan Kendzia
Horrende Spritpreise - die Ursachen dafür sind vielfältig. Es liegt allerdings nicht allein am Ölpreis.
Horrende Spritpreise - die Ursachen dafür sind vielfältig. Es liegt allerdings nicht allein am Ölpreis.© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Fahrt zur Tankstelle treibt Autofahrer:innen derzeit den Angstschweiß auf die Stirn: Im August haben die Preise für Diesel und Benzin wieder kräftig an Fahrt aufgenommen. Diesen Zustand allerdings komplett auf die Entwicklungen am Rohölmarkt zu schieben, ist nicht richtig.

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Hochsommer und Höchstpreise an den Zapfsäulen. Passt das zusammen? Laut ADAC soll sich allein der Literpreis für Diesel in nur vier Wochen um 15 Cent verteuert haben - der Kraftstoff hat somit das höchste Preisniveau erreicht seit Februar 2023. Immerhin: Die Preise für E10-Benzin steigen nicht im gleichen Maße - liegen aber immer noch rund acht Cent über dem Dieselpreis. Somit hat sich das E10 Benzin im gleichen Zeitraum um etwa sieben Cent verteuert.

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Das Barrel Öl liegt im Preis nun auf dem Jahreshöchststand

Klar. Der Ölpreis spielt bei der Preisgestaltung immer eine Rolle. Laut "Tagesschau" hängt er von der Jahreszeit, von der politischen Lage und von Angebot und Nachfrage am weltweiten Rohölmarkt ab. Einfluss haben auch die derzeitig geringere Fördermenge wie in Saudi-Arabien als auch der ungewöhnlich starke Rückgang der Rohölbestände der USA. Derzeit liegt das Barrel Öl bei stattlichen 87 Dollar. Neuer Jahreshöchststand. Die horrenden Preise kann das allerdings nur zum Teil erklären, nach Einschätzung des ADAC.

Höhere Nachfrage beim Sprit durch den Urlaubsverkehr oder auch die stark gestiegene Nachfrage nach Heizöl kurz vor der kommenden Heizperiode haben Einfluss auf die Preise. Zusätzlich sollen sich die Tankstellenbetreiber wie Aral, Jet oder Esso an der Konkurrenz orientieren, was die Preisgestaltung betrifft. Das führt seit Monaten zu deutlich überhöhten Kosten für die Verbraucher:innen. Nicht besonders erfreulich: Der ADAC geht davon aus, dass die Preise in diesem Jahr auf einem hohen Niveau bleiben oder sogar noch ansteigen. Schuld daran sind auch die Rohölförderungen, die voraussichtlich weiter reduziert werden - die Nachfrage allerdings steigt weiter. Zusätzlich soll ab Januar 2024 der CO₂-Preis für fossile Brennstoffe angehoben werden - das soll den "Einkauf" an der Tankstelle noch einmal mehr verteuern.

Tipps für günstiges Tanken und Spritsparen:

  • Laut ADAC ist es zwischen 18:00 und 19:00 Uhr sowie zwischen 21:00 und 22:00 Uhr am günstigsten.
  • Tankstellenpreise unbedingt vergleichen. Hierbei helfen diverse Tank-Apps.
  • Auf die Fahrweise achten! Defensives, vorausschauendes Fahren kann bis zu 20 Prozent Sprit sparen.
  • Keinen unnötigen Ballast im Auto transportieren, auf den korrekten Reifendruck achten.
  • Anhänger und Dachgepäckträger erhöhen den Luftwiderstand - damit steigt der Sprit-Verbrauch.
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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