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Weitere 61.000 Klagen

Verseuchtes Babypuder: Johnson & Johnson muss 60 Millionen Dollar an Krebspatientin zahlen

  • Aktualisiert: 04.06.2024
  • 16:40 Uhr
  • Clarissa Yigit
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson in den USA steht im Verdacht, krebserregendes Babypuder zu verkaufen.
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson in den USA steht im Verdacht, krebserregendes Babypuder zu verkaufen.© REUTERS/Lucas Jackson//File Photo

In einer Klage gegen den US-Pharmakonzern Johnson & Johnson bekam eine 48-jährige Frau 60 Millionen US-Dollar zugesprochen. Grund für die Klage war ihre Krebserkrankung, die vermutlich durch das Babypuder des Konzerns hervorgerufen wurde. Zudem muss der Konzern weitere 200 Millionen US-Dollar Strafe zahlen.

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Ein Geschworenengericht in Portland (US-Bundesstaat Oregon) hat einer 48 Jahre alten Frau und ihrem Ehemann am Montag (3. Juni) Schadenersatz in Höhe von 60 Millionen US-Dollar von dem US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) zugesprochen. Zudem wurde das Unternehmen zu einer Strafzahlung von 200 Millionen US-Dollar verurteilt.

Grund hierfür war eine Klage gegen J&J. Demnach habe die Klägerin Kyung Lee fast 30 Jahre neben Deodorants des Konzerns auch deren Babypuder benutzt, das mutmaßlich asbestverseucht gewesen sein soll. Bei der Klägerin wurde im vergangenen Jahr Mesotheliom diagnostiziert. Hierbei handele es sich um eine tödliche Krebserkrankung des Gewebes um das Herz der 48-jährigen.

Im Video: In Studie nachgewiesen - Diese Ernährungsform senkt das Krebsrisiko

Kein Asbest in Babypuder

Der Konzern kündigte Berufung an. Zudem argumentiere ein Anwalt des Pharmaunternehmens während des Prozesses, dass die Krankheit der Frau "wahrscheinlich durch Asbest verursacht wurde, der in einer Fabrik in der Nähe ihres Wohnortes verwendet wurde", berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das Babypuder selbst enthalte kein Asbest und verursache somit auch keinen Krebs. Daher sei das Urteil "unvereinbar mit jahrzehntelangen unabhängigen wissenschaftlichen Bewertungen", welche die Sicherheit des Talkumpuders bestätigt hätten.

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Allerdings sind Lee und ihr Ehemann nicht die einzigen Kläger:innen gegen J&J. So klagen rund 61.000 Menschen in den USA gegen den Konzern wegen seines Talkum-Puders. Die größte Mehrheit davon sind Frauen, denen eine Eierstockkrebserkrankung diagnostiziert wurde. Nur eine kleine Minderheit sind Menschen mit einer Mesotheliom-Erkrankung.

Im Jahr 2021 wurde das Unternehmen bereits dazu verurteilt, 22 Frauen mit Eierstockkrebs 2,1 Milliarden Dollar zu zahlen. Zudem wurde der Pharmakonzern im April zu einer Zahlung von 45 Millionen Dollar in einem Mesotheliom-Fall verurteilt - gewann aber auch einen Prozess im Zusammenhang mit Eierstockkrebs.

Bei den meisten Talkum-Klagen gegen das Unternehmen strebt der Pharma-Riese weiterhin eine Vergleichszahlung in Höhe von 6,48 Milliarden Dollar im Rahmen eines Insolvenzverfahrens an. Allerdings wurden bereits zwei frühere Versuche von J&J von den Gerichten zurückgewiesen, bei denen das Unternehmen ebenfalls versucht hatte, die Fälle im Rahmen eines Insolvenzverfahrens beizulegen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters
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