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Künstliche Intelligenz

Wissing fordert rasche europäische KI-Regelung 

  • Aktualisiert: 16.04.2023
  • 15:21 Uhr
  • Melissa Aschauer
Article Image Media

Bundesminister Volker Wissing setzt sich für eine schnellstmögliche EU-Regelung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein. Ein ChatGPT-Verbot wie in Italien sei "der völlig falsche Weg".

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Das Wichtigste in Kürze

  • Volker Wissing fordert eine schnelle Umsetzung einer europaweiten KI-Regelung.

  • In der Nutzung von KI sieht der Minister viele Chancen.

  • Ein Verbot, wie in Italien, hält er für den falschen Weg. Er will "europäische KI-Anwendungen, die auf einer vertrauenswürdigen gesetzlichen Basis entstehen".

Digitalminister Volker Wissing (FDP) ist dafür, schnellstmöglich europäische Regeln für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz festzulegen.

Wissing: KI "vernünftig regulieren"

"Wir müssen jetzt klug reagieren und künstliche Intelligenz vernünftig regulieren, bevor es dafür zu spät ist. Das darf nicht wieder Jahre dauern", sagte Wissing der "Bild am Sonntag". Er fordert:

Ich setze mich deshalb dafür ein, dass wir in Europa schnell einen gesetzlichen Rahmen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz schaffen, der sicherstellt, dass diese neue Technologie nur dann eingesetzt werden darf, wenn sie sich an europäische Werte wie Demokratie, Transparenz und Neutralität hält. KI-Systeme dürfen uns nicht manipulieren, sie müssen uns unterstützen.

Volker Wissing, "Bild am Sonntag"

Dabei sieht der Minister in der Nutzung von KI auch riesige Chancen. "Es ist atemberaubend, was künstliche Intelligenz inzwischen kann", sagte Wissing der Zeitung. "Das Programm ChatGPT kann in Minuten Texte schreiben, für die Menschen Stunden oder Tage brauchen. Die künstliche Intelligenz ist im Alltag angekommen und sie wird unser Leben grundlegend verändern."

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Misstrauen in KI: Wissing warnt vor Überreaktionen

Aktuell sorgen der menschliche Sprache imitierende Text-Automat ChatGPT, Googles Konkurrenz-Software Bard sowie Programme, die Bilder auf Basis von Text-Beschreibungen erzeugen können, für viel Aufsehen. Zugleich gibt es Sorgen, dass solche Technik auf Basis künstlicher Intelligenz zum Beispiel für die Verbreitung falscher Informationen missbraucht werden könnte.

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Wissing warnte vor Überreaktionen und nannte als warnendes Beispiel Italien, wo ChatGPT unter anderem wegen Datenschutzbedenken vorläufig gesperrt wurde.

"Wenn alle Staaten in Europa diesem Vorbild folgen, werden bei uns keine KI-Anwendungen entwickelt", sagte er. "Dann werden wir uns in Zukunft nur noch mit chinesischen und amerikanischen Systemen auseinandersetzen müssen."

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Die Gefahr sei, dass totalitäre Machtapparate die KI für ihre Zwecke missbrauchen. "Wir dürfen ihnen nicht das Feld überlassen. Wir brauchen europäische KI-Anwendungen, die auf einer vertrauenswürdigen gesetzlichen Basis entstehen", so der Minister. "Ein Verbot ist der völlig falsche Weg."

Tech-Experten für KI-Entwicklungspause

Zuvor hatten mehrere hochrangige Tech-Expert:innen wie Tesla-Chef Elon Musk und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak sich für ein Moratorium bei der rasanten Entwicklung leistungsstarker neuer Tools der Künstlichen Intelligenz eingesetzt.

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In einem offenen Brief, der am 29. April veröffentlicht wurde, fordern die Unterzeichnenden eine Denkpause von mindestens sechs Monaten. Dieser Entwicklungs-Stopp solle der Branche Zeit geben, Sicherheitsstandards für die Entwicklung von KI festzulegen und mögliche Schäden durch die riskantesten KI-Technologien abzuwenden.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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