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Platzverweise und Anzeigen erstattet

Mit Bengalos und rechten Parolen: Erdogan-Fans feiern in NRW Wahl-Vorsprung

  • Veröffentlicht: 16.05.2023
  • 14:49 Uhr
  • Lena Glöckner
Hunderte Anhänger des amtierenden türkischen Präsidenten Erdogan laufen in Duisburg mit Flaggen über eine Straße. Die Polizei ist am späten Abend mit starken Kräften vor Ort.
Hunderte Anhänger des amtierenden türkischen Präsidenten Erdogan laufen in Duisburg mit Flaggen über eine Straße. Die Polizei ist am späten Abend mit starken Kräften vor Ort.© Christoph Reichwein/dpa

Erdogan ist bei den Deutsch-Türken in der Präsidentschaftswahl klar vorn, auch im Gesamtergebnis kann er einen Mini-Vorsprung vorweisen. In NRW feierten Anhänger mit Bengalos und nationalistischen Parolen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Hunderte Anhänger des amtierenden türkischen Präsidenten Erdogan liefen in Duisburg und Dortmund  mit Flaggen über eine Straße.

  • Die Polizei war mit starken Kräften vor Ort, verteilte Platzverweise und erstattete Strafanzeigen.

  • Laut Zwischenstand erhielt Erdogan in Deutschland rund 65,4 Prozent der Stimmen.

Hunderte nationalistische Deutsch-Türken skandierten am Montagabend (15. Mai) in Duisburg "Recep Tayyip Erdogan" und "Allahu Akbar". Einige hätten gar den "Wolfsgruß" der rechtsextremen "Grauen Wölfe" gezeigt, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die Feier wurde laut Polizei von Feuerwerksbatterien und Bengalofackeln begleitet - obwohl die Stimmen noch nicht einmal ganz ausgezählt waren.

Wie das Portal unter Berufung auf eine Pressesprecherin berichtet, seien mehrere Platzverweise ausgesprochen und Strafanzeigen erstattet worden. Auch zwei Autokorsos mit insgesamt mehr als 130 Autos seien in der Nacht in der Ruhrgebietsstadt zusammengekommen. Ebenso in Dortmund mit mehr als 100 Menschen in einem Autokorso.

Zwei Drittel der Deutsch-Türken für Erdogan

Nirgendwo auf der Welt - außer in der Türkei - leben so viele türkischstämmige Menschen wie in Deutschland. Bei den rund 1,5 Millionen Wahlberechtigten zeichnet sich erneut eine deutliche Mehrheit für Recep Tayyip Erdogan ab. Auf den Amtsinhaber entfielen beim Stand von knapp 98 Prozent der ausgezählten Wahlurnen aus Deutschland knapp zwei Drittel der Stimmen, wie aus Zahlen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag (15. Mai) hervorging. Offizielle Zahlen der Wahlbehörde zum Ergebnis in Deutschland liegen aber noch nicht vor.

Am Abend der Wahl fahren Anhänger des bislang amtierenden türkischen Präsidenten Erdogan in Duisburg-Marxloh mit ihren Autos über die Straßen, Hupkonzerte ertönen, türkische Flaggen werden geschwenkt.
Am Abend der Wahl fahren Anhänger des bislang amtierenden türkischen Präsidenten Erdogan in Duisburg-Marxloh mit ihren Autos über die Straßen, Hupkonzerte ertönen, türkische Flaggen werden geschwenkt. © Christoph Reichwein/dpa

Laut dem Zwischenstand von Anadolu erhielt Erdogan in Deutschland rund 65,4 Prozent der Stimmen. Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu kam dagegen nur auf 32,6 Prozent. Erdogan dürfte in Deutschland somit wohl wieder viel besser abschneiden als bei der Wahl insgesamt: Nach Angaben der Wahlbehörde entfielen auf Erdogan 49,51 Prozent der Stimmen, Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu kam auf 44,88 Prozent.

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Er verspricht ihnen Identität und Zugehörigkeit

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, sagte, Erdogan sei auch so erfolgreich, weil er hier in den vergangenen Jahren eine gute Struktur aufgebaut habe. "Er hat sich als Kümmerer der Türken in Deutschland dargestellt", sagte er. Menschen lebten seit Jahrzehnten in diesem Land, dürften aber zum Beispiel auf kommunaler Ebene nicht wählen und seien ständig mit Alltagsrassismus konfrontiert.

Sofuoglu sagte, vor allem bei den jüngeren Wähler:innen gebe es eine Art Protesthaltung aufgrund von Diskriminierungserfahrungen. Erdogan gebe sich als "starker Mann, der ihnen das Gefühl gibt, Teil einer großen Nation zu sein, ihnen Identität und Zugehörigkeit verspricht und diese auch zementiert – anders als womöglich die deutsche Politik".

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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