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Nahost Konflikt erhält Zündstoff

Palästinensische Stadt Huwara soll laut Israels Außenminister "ausradiert" werden

  • Veröffentlicht: 02.03.2023
  • 13:48 Uhr
  • Clarissa Yigit
Bezalel Smotrich, Finanzminister von Israel, will die palästinensische Kleinstadt Huwara "ausradieren". Die USA fordern Benjamin Netanjahu (l), Ministerpräsident von Israel auf, sich von dieser Äußerung zu distanzieren.
Bezalel Smotrich, Finanzminister von Israel, will die palästinensische Kleinstadt Huwara "ausradieren". Die USA fordern Benjamin Netanjahu (l), Ministerpräsident von Israel auf, sich von dieser Äußerung zu distanzieren.© Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich fordert die Ausradierung der palästininsischen Kleinstadt Huwara im Westjordanland. Diese Äußerung wurde scharf von den USA kritisiert. Der Sprecher des US-Außenministeriums wirbt für ein zusammenarbeiteten zwischen Israelis und Palästinensern.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Äußerung des israelische Finanzminister Bezalel Smotrich sorgte für scharfe Kritik seitens der USA.

  • Er forderte die Ausradierung der palästininsischen Kleinstadt Huwara im Westjordanland.

  • Grund für diese Aussage war ein mutmaßlich palästinensischer Attentäter, der in der Ortschaft südlich von Nablus zwei israelische Brüder erschossen haben sollen.

Auf einer Konferenz sagte der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich, der auch für den Siedlungsausbau im Westjordanland zuständig ist, der Wirtschaftszeitung "The Marker": "Ich denke, das Dorf Huwara muss ausradiert werden. Ich denke, der Staat Israel muss dies tun – um Gottes Willen keine Privatleute." Diese Äußerung über die „Ausradierung" der palästinensischen Kleinstadt Huwara im Westjordanland sorgte für scharfe Kritik seitens der USA.

Ned Price, Sprecher des US-Außenministeriums, sagte am Mittwoch (1. März, Ortszeit) in Washington: "Diese Bemerkungen waren unverantwortlich. Sie waren abscheulich, sie waren ekelhaft. Er fügte hinzu, dass die USA die palästinensische Aufstachelung zur Gewalt verurteilten und so "verurteilen wir auch diese provokativen Äußerungen, die ebenfalls zu einer Aufstachelung zur Gewalt hinauslaufen."

In Huwara leben nach Schätzungen des zentralen palästinensischen Statistikbüros rund 7.400 Palästinenser:innen. Eine zentrale Verbindungsstraße, die auch von vielen israelischen Siedlern im nördlichen Westjordanland täglich genutzt wird, führt durch die Kleinstadt.

Ermordung zweier Israelis Grund für Aussage

Zuvor hatte am Sonntag ein mutmaßlicher palästinensischer Attentäter in der Ortschaft südlich von Nablus zwei israelische Brüder erschossen. Im Anschluss kam es in der Nähe des Tatorts zu schweren Ausschreitungen israelischer Siedler:innen. Hierbei wurden hunderte Palästinenser:innen verletzt sowie dutzende Häuser, Läden und Autos in Brand gesetzt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. Befürwortung fanden die Ausschreitungen bei einem Abgeordneten der rechtsextremen Koalitionspartei Ozma Jehudit.

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Forderungen der USA

Um Spannungen zu deeskalieren und Ruhe herzustellen, sei es jetzt wichtiger denn je, dass Israelis und Palästinenser wieder zusammenarbeiteten. Betont der Sprecher des US-Außenministeriums und appelliert daher: "Wir fordern Premierminister (Benjamin) Netanjahu und andere hochrangige israelische Politiker auf, diese Äußerungen öffentlich und eindeutig zurückzuweisen und sich davon zu distanzieren."

Hintergrund zu dem Konflikt

1976 hatte Israel das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, in dem heute mehr als 600.000 israelische Siedler leben.  Die Palästinenser beharren darauf, die Gebiete für einen eigenen Staat in Anspruch zu nehmen.

13 Israelis und eine Ukrainerin kamen alleine seit Beginn des Jahres bei palästinensischen Anschlägen ums Leben. Bei Konfrontationen mit der israelischen Armee oder bei eigenen Anschlägen wurden im gleichen Zeitraum 63 Palästinenser:innen getötet.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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