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Ukraine-Krieg

Putins große Pläne: Wie viel ukrainisches Gebiet will der Kreml-Chef erobern?

  • Aktualisiert: 04.07.2024
  • 09:40 Uhr
  • Lisa Apfel

Was sind Putins Pläne in der Ukraine? So ganz genau weiß das wahrscheinlich nur der Kreml-Chef selbst. Eine US-amerikanische Denkfabrik warnt aber: Der Kreml-Herrscher kenne kein Limit bei der Territorialeroberung.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine geht nur schleppend voran.

  • Darin sieht eine US-amerikanische Denkfabrik auch Gefahren. Laut dem "Institute for the Study of War" würde ein langwieriger Krieg Kreml-Chef Putin dazu motivieren, sich neue territoriale Ziele zu setzen.

  • Wie weit Moskau in Sachen Landgewinnung wirklich gehen will, ist derzeit nicht klar.

Wie weit will Wladimir Putin wirklich gehen? Seit dem Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine fragt sich das die ganze Welt. Denn konkrete Angaben zu territorialen Zielen in der Ukraine macht der Kreml nicht. Das berichtet Merkur.de.

Der Kreml-Chef hatte vor Kurzem als Vorbedingung für Verhandlungen den völligen Abzug ukrainischer Truppen aus den Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja gefordert. Diese beansprucht Moskau - ebenso wie die bereits seit 2014 völkerrechtswidrig annektierte Krim - für sich, obwohl die russischen Truppen sie bislang nur zum Teil kontrollieren.

US-Thinktank: Langer Krieg Ansporn für Putin

Einem Bericht des US-amerikanischen Thinktanks "Institute for the Study of War" (ISW) zufolge hat der Kreml seinen "Eroberungszielen in der Ukraine absichtlich keine Grenzen gesetzt und wiederholt angedeutet, dass Gebiete außerhalb der Oblaste Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk zu Russland gehören".

Russland mache schleichende Fortschritte in der Ukraine, um den Krieg in die Länge zu ziehen, die Ukraine daran zu hindern, nennenswerte Gegenoffensiven durchzuführen, und die westliche Sicherheitsunterstützung für die Ukraine zu überdauern, so das ISW.

Zudem sprach das ISW laut "Newsweek" eine explizite Warnung vor einem solchen Kriegsverlauf aus: Ein langwieriger Krieg würde Putin demnach dazu "anspornen", sich explizit neue territoriale Ziele zu setzen - zumindest so lange der Kreml-Chef glaube, die ukrainischen Streitkräfte können seine Vorstöße nicht aufhalten.

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Präsident Wladimir Putin hat der Ukraine ein Angebot zur Waffenruhe gemacht.
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Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Ukraine laut Medienberichten eine Waffenruhe angeboten. Dafür stellt er allerdings mehrere Bedingungen.

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Berechnung: Russland würde beanspruchte Gebiete erst in 14 Jahren kontrollieren

Überraschend wäre das zumindest nicht: Die Unabhängigkeit der Ukraine stellt Putin sowieso immer wieder infrage. Teile des Landes sieht er als "historisch russisches Gebiet" an, so Merkur.de. Demnach habe der Kreml-Chef zwar angedeutet, Russland beabsichtige nicht, "ukrainische Gebiete" zu besetzen. Was genau er damit meint, sei allerdings unklar.

Laut ISW braucht es eine Gegenoffensive der Ukraine und die weitere Unterstützung westlicher Staaten, um Putin Einhalt zu gebieten.

Der Kreml hatte den Druck auf die Ukraine mit der Drohung nach einer Verschärfung seiner Gebietsforderungen erhöht. Alle Friedensinitiativen von Präsident Wladimir Putin seien auch an die aktuellen Umstände an der Front gebunden, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview für das russische Staatsfernsehen gesagt, welches der kremlnahe Berichterstatter Pawel Sarubin am 16. Juni vorab auf Telegram veröffentlichte. Die Dynamik an der Front zeige, dass die Lage für Kiew sich auch weiter verschlechtern werde. Ein verantwortungsvoller Politiker würde sich Putins Angebot daher durch den Kopf gehen lassen, so Peskow.

Allerdings: Die Drohung Russlands, in der nächsten Verhandlungsrunde noch mehr einzufordern, dürfte die ukrainische Führung nur wenig schrecken, so die Deutsche Presseagentur. Nach Berechnungen des unabhängigen Internetportals Meduza würde Russland die vier beanspruchten Gebiete erst in 14 Jahren wirklich kontrollieren, wenn das Tempo der Eroberungen im Vergleich zu den vergangenen Monaten etwa gleich bliebe.

Im Video: Zu wenige Soldaten - Russland rekrutiert afrikanische Söldner

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • "Merkur.de": Putins dunkle Pläne: Experten warnen – Kreml-Chef hat bei Landgewinnung "keine Grenzen"
  • ISW Report
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