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Newsticker zur Suche nach Sechsjährigem

Vermisster Arian aus Bremervörde: Experte macht wenig Hoffnung

  • News-Ticker
  • Aktualisiert: 06.06.2024
  • 16:35 Uhr
  • Lena Glöckner

Seit dem 22. April wird der sechsjährige Arian vermisst. Viele Menschen suchen nach dem autistischen Kind, an Land und im Wasser. Die Suche im Newsticker.

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Von dem sechs Jahre alten Arian aus dem niedersächsischen Bremervörde fehlt weiter jede Spur. Der Junge war am 22. April aus seinem Zuhause verschwunden. Die Polizei nimmt an, dass er selbstständig weglief. Nach Angaben der Polizei ist das Kind Autist und reagiert nicht auf Ansprache. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass der Junge sich nicht melden wird, wenn er Menschen in der Nähe bemerkt.

Newsticker

 

Wird Arian noch gefunden? Experte macht wenig Hoffnung

Seit dem 22. April fehlt jede Spur von dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde. Trotz zahlreicher Suchaktionen und der jüngsten Durchsuchung des Flusses Oste bleibt der Junge unauffindbar.

Die groß angelegten Suchaktionen wurden inzwischen eingestellt, doch ein Ermittlerteam der Polizei verfolgt weiterhin eingehende Hinweise. Professor Christian Matzdorf, ein erfahrener Kriminalist und ehemaliger Polizist, bezeichnete das bisherige Vorgehen der Polizei als kreativ und kindgerecht. Dennoch äußerte er gegenüber dem "Merkur" einen traurigen Verdacht: "Aktuell dürfte die Intention nicht mehr sein, ein lebendiges Kind zu finden, sondern vielleicht über ein vermutlich totes Kind herauszufinden, ob von einer Straftat auszugehen ist."

Matzdorf weist darauf hin, dass die Kombination aus Arians Autismus, seinem jungen Alter und seiner Hilflosigkeit zwar auf einen Unglücksfall hindeuten könnte, jedoch auch eine Straftat nicht ausgeschlossen werden kann. Er betont die moralische und ethische Pflicht zur Aufklärung des Falls, um den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen und präventive Maßnahmen für ähnliche Fälle zu entwickeln.

Einsatzkräfte der Polizei stehen bei der Suche nach dem vermissten Arian mit einem Spürhund an der Oste.
Einsatzkräfte der Polizei stehen bei der Suche nach dem vermissten Arian mit einem Spürhund an der Oste.© Sina Schuldt/dpa
 

Auch erneute Suche nach Arian ohne Erfolg

Auch nach erneuter Suche bleibt Arian verschwunden. Bis zum späten Donnerstagnachmittag sei nach dem sechsjährigen Jungen gesucht worden, die Aktion habe aber "keinen Sucherfolg" gebracht, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Es habe auch keine neuen Hinweise gegeben und die Befragung von Menschen in mehreren Ortschaften in der Nähe von Arians Heimatdorf Bremervörde-Elm sei ergebnislos geblieben.

Für Freitag und das Wochenende seien keine Suchaktionen geplant, die Ermittlungsgruppe arbeite aber weiter: "Wir bleiben da am Ball, wir machen weiter", betonte der Sprecher.

Am Donnerstag fuhren Einsatzkräfte auf Booten den Fluss Oste ab, auch mehrere Suchhunde waren im Einsatz. Ein Hubschrauber flog den Fluss ab. Außerdem standen Taucher bereit, die die Polizei hätte einsetzen können. In der Nähe der Oste, einem Nebenfluss der Elbe, hatten Ermittler Fußspuren gefunden, die der kleine Autist wahrscheinlich hinterlassen hat.

Einsatzkräfte der Polizei fahren mit Spürhunden auf Schlauchbooten über die Oste. 
Einsatzkräfte der Polizei fahren mit Spürhunden auf Schlauchbooten über die Oste. © Sina Schuldt/dpa
Emre Bölükbasi

Suche läuft weiter

Die Beamt:innen wollen am heutigen Donnerstag (16. Mai) erneut die Oste absuchen. Für die Polizei sei es am wahrscheinlichsten, dass Arian in den Nebenfluss gefallen sei, zitierte NDR den Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Dem Sender zufolge wird der Fokus der Suchaktion auf dem Mittellauf des Flusses liegen. Neben zwei Sonarbooten sollen auch spezielle Spürhunde eingesetzt werden.

Die Polizei hat am Mittwoch (15. Mai) Anwohnerbefragungen durchgeführt.
Die Polizei hat am Mittwoch (15. Mai) Anwohnerbefragungen durchgeführt.© Sina Schuldt/dpa

Am Mittwoch (16. Mai) waren in Gräpel Polizist:innenen zu sehen, die umherliefen und an Haustüren klopften. Auch in anderen umliegenden Ortschaften waren Beamte unterwegs. Mit der Presse dürfen sie nicht reden. Stattdessen sprechen sie mit den Dorfbewohner:innen. Die Beamten sollen die Einwohner:innen ermuntern, abermals auf dem eigenen Grundstück nach Arian zu suchen. Wer nicht zu Hause ist, bekommt einen Flyer in den Briefkasten geworfen. Die Ermittler:innen halten es für möglich, dass der Junge sich versteckt hat. "Wir wollen die Menschen mit der Aktion ins Boot holen", sagt der Sprecher. "Klinkenputzen" nennt er das.

Emre Bölükbasi

Startschuss für Suchmaßnahmen

Die Ermittler wollen die Hoffnung nicht aufgeben und suchen von diesem Mittwoch (15. Mai) an weiter nach dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde im Norden Niedersachsens. "Es wird ein langer Tag werden", sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag (14. Mai). Die Polizei möchte Anwohner befragen und noch einmal den nahe gelegenen Fluss Oste absuchen.

Die Suche konzentriert sich am Mittwoch erneut auf einige Gemeinden entlang der Oste, einem Nebenfluss der Elbe: Nach Estorf sind es knapp acht Kilometer zu Fuß von Arians Wohnort, nach Kranenburg etwas mehr als elf Kilometer. Ermittlerteams und die Bereitschaftspolizei wollen dort bei Anwohner:innen klingeln und sie nach Auffälligkeiten fragen, kündigte die Polizei an. Möglicherweise seien einige Nachbar:innen zuletzt verreist gewesen und könnten noch Hinweise geben. Außerdem hoffen die Ermittler:innen auf neue Aufnahmen von privaten Überwachungskameras.

Die Polizei leitet nun neue Suchmaßnahmen im Fall des vermissten Arian aus Bremervörde ein.
Die Polizei leitet nun neue Suchmaßnahmen im Fall des vermissten Arian aus Bremervörde ein.© Sina Schuldt/dpa

Auch direkt am Fluss will die Polizei noch einmal suchen. Sie planen am Donnerstag die Oste in beide Richtungen abermals unter die Lupe zu nehmen. Die Ermittler setzen dabei Sonarboote ein, Taucher und spezielle Spürhunde sollen sie unterstützen. "Ziel dieser Maßnahme ist es, mögliche Hinweise, die bislang noch nicht bei der Polizei eingegangen sind, zu erlangen", erklärte die Polizei.

Anne Funk

Polizei plant neue Suchaktion

Rund drei Wochen nach dem Verschwinden des sechsjährigen Arian wollen die Ermittler:innen im Norden Niedersachsens die Suche nach dem autistischen Kind wieder intensivieren. "Mittlerweile verstehen wir es nicht, dass der Junge nicht irgendwo gefunden wird", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Am sonnigen langen Wochenende seien viele Menschen am Fluss Oste unterwegs gewesen.

In dieser Woche sei wieder eine Suchaktion auf dem Fluss geplant. "Wir werden dabei auch technisches Gerät einsetzen", sagte der Sprecher. Als zweite Maßnahme sollen erneut die Bewohner:innen der Ortschaften in der Nähe von Arians Zuhause in Bremervörde-Elm befragt werden, ob sie Beobachtungen gemacht haben. "Es wird eine Art Klinkenputzen sein", sagte van der Werp.

Die Ungewissheit sei für die Angehörigen und alle Beteiligten sehr belastend, sagte der Polizeisprecher. Nach wie vor erscheine ein Unglücksfall am wahrscheinlichsten, weil Arian am 22. April sein Zuhause abends allein verlassen habe. Ermittelt werde aber in alle Richtungen, sagte der Sprecher: "Wir haben es niemals ausgeschlossen, dass er entführt wurde."

Anne Funk
Gebastelte Kleeblätter mit Wünschen für den vermissten Jungen Arian hängen vor dem Bürgerhaus an einem Zaun. Im Hintergrund ist die geschlossene Feuerwehrwache zu sehen, die während der intensiven Suche nach dem sechsjährigen als Einsatzzentrale eingerichtet war.
Gebastelte Kleeblätter mit Wünschen für den vermissten Jungen Arian hängen vor dem Bürgerhaus an einem Zaun. Im Hintergrund ist die geschlossene Feuerwehrwache zu sehen, die während der intensiven Suche nach dem sechsjährigen als Einsatzzentrale eingerichtet war. © Bodo Marks/dpa

"Es ist momentan ein ganz zähes Ermitteln"

Vor einer Woche hat die Polizei die aktive Suche nach Arian eingestellt, noch immer fehlt jede Spur von dem Sechsjährigen. "Es ist momentan ein ganz zähes Ermitteln", sagte ein Polizeisprecher. "Das ist immer noch das ganz große Fragezeichen: Was ist wirklich passiert?" Und weiter: "Erkenntnisse haben wir seitdem nicht gewonnen", räumte er ein. "Es gehen immer noch Hinweise ein, aber es sind deutlich weniger geworden."

Einige würden sich bei den Ermittler:innen für ihre Mühen bedanken, andere von ihren Erfahrungen mit autistischen Kindern berichten und Tipps für die weitere Suche geben. Ein Pianist habe in den sozialen Netzwerken berichtet, dass er den Jungen gesehen habe. Auch diesen Hinweis habe die Polizei verfolgt und die Gegend nochmals mit Hunden abgesucht, sagte der Sprecher.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es demnach nicht. Die Ermittlungsgruppe werde an dem Fall dranbleiben, versprach der Sprecher. Mindestens zwei Monate lang werde weiter ermittelt. Eine Kollegin der Ermittlungsgruppe stehe dabei in Austausch mit Arians Familie. "Der Kontakt ist immer noch sehr eng, auch wenn die Familie inzwischen nicht mehr polizeilich betreut wird", sagte der Polizeisprecher.

Anne Funk

Keine neuen Hinweise

Die Polizei tappt bei der Suche nach Arian weiterhin im Dunkeln. Es gebe auch keine neuen Hinweise, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag (5. Mai). Bisherige Hinweise würden Stück für Stück abgearbeitet, hatte ein Polizeisprecher zuvor gesagt. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es demnach nicht. Vermutet wird unter anderem, dass das Kind in den Fluss Oste gefallen sein könnte.

Nach einem Bericht der "Bild" flog die Besatzung eines Polizeihubschraubers am Sonntagvormittag die Oste vom Wohnort des Jungen bis zur Elbmündung ab. Dabei habe es sich um einen Routineflug - den regelmäßigen Gewässerüberwachungsflug - gehandelt, sagte ein Polizeisprecher dem Blatt. Auf dem Rückflug habe der Hubschrauber die Strecke noch einmal abgeflogen, "weil er da ja eh unterwegs war. Es ist aber keine gezielte Suche nach Hinweisen oder Spuren". Neue Erkenntnisse brachte der Flug dem Bericht zufolge nicht.

Lena Glöckner

Hunderte Hinweise bei Polizei eingegangen

Seit Arians Verschwinden sind bei der Polizei Hunderte Hinweise eingegangen. Diese würden überprüft und gingen in die Ermittlungsarbeit ein, sagte ein Polizeisprecher. Eine neue Spur ergab sich aus den Hinweisen bislang nicht. Am Mittwoch kam abermals ein Suchhund zum Einsatz.

Der Junge wird seit vergangener Woche Montag vermisst. Die Polizei leitete sofort Suchmaßnahmen mit Hunderten Einsatzkräften ein. Eine Woche lang suchten Tag und Nacht Kräfte und Freiwillige aus dem Ort nach Arian - zeitweilig mit Hunden, Pferden, Helikoptern, Drohnen, einem Tornado-Flieger, Amphibienfahrzeug, Booten und Tauchausrüstung. Die Polizei stellte die aktive Suche am Dienstag ein. Die Ermittlungsgruppe soll den Fall weiter bearbeiten.

Gebastelte Kleeblätter mit Wünschen für den vermissten Arian hängen vor dem Bürgerhaus an einem Zaun.
Gebastelte Kleeblätter mit Wünschen für den vermissten Arian hängen vor dem Bürgerhaus an einem Zaun. © Bodo Marks/dpa
Lena Glöckner

In Bremervörde suchen alle weiter: "Die Hoffnung ist noch da"

Das Schicksal des verschwundenen sechsjährigen Arian aus Bremervörde im Norden Niedersachsens bewegt weiter viele Menschen. "Die Betroffenheit ist riesengroß", sagte der Anwohner Hans-Hermann Tiedemann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es gibt niemanden, der – wenn er irgendwo ist – nicht guckt", sagte er mit Blick auf die Menschen in dem Ortsteil. Alle suchten irgendwie weiter. Es sei unverständlich, dass der Junge trotz der so schnell begonnenen, großen Suche nicht gefunden wurde.

Die Betroffenheit sei groß, sagte auch Christian Dilissen, der stellvertretende Ortsbürgermeister von Elm, einem Stadtteil von Bremervörde, wo das Kind verschwand. Der Ort liegt im Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Bremerhaven und Hamburg. Die vergangenen Tage seien für die Gemeinde sehr bewegend gewesen, berichtete er. Innerhalb kürzester Zeit nach dem Aufruf von Arians Familie war demnach das gesamte Dorf auf den Beinen und suchte nach dem Kind. Nun sei die Stimmung getrübt. "Wir sind alle voller Euphorie gewesen. Unser Ziel war es natürlich, ihn auch zu finden." Die Menschen seien jetzt traurig, dass das Kind immer noch verschwunden ist. Aber: "Die Hoffnung, dass wir ihn noch lebend finden, ist noch da", sagte Dilissen.

Rebecca Rudolph

Polizei stellt fünfköpfige Expertengruppe zusammen

Eine Ermittlungsgruppe soll das Verschwinden des sechsjährigen Arian aus Bremervörde im Norden Niedersachsens aufklären. "Es gilt herauszufinden, wo Arian geblieben ist, was aus ihm geworden ist", sagte ein Sprecher der Polizei laut der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittler:innen stellten am Dienstag (30. April) die aktive Suche nach dem autistischen Jungen in ihrem bisherigen Umfang ein. Sie kündigten aber an, weiter alles zu tun, um den Fall zu lösen. 

Man kann diese hohen Suchmaßnahmen nicht permanent aufrechterhalten.

Polizeisprecher

Man befinde sich ab jetzt in der Ermittlungsphase und suche gezielt, wenn es einen Hinweis gibt.

Am Montag (22. April) hatte Arians Vater das Verschwinden des Kindes gemeldet. Eine Überwachungskamera zeichnete auf, wie der Junge in einen benachbarten Wald lief. Allerdings verlor sich seine Spur danach. Sein Heimatort liegt im Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Bremerhaven und Hamburg.

Die Einsatzkräfte suchten in den vergangenen Tagen 5.300 Hektar zu Land, zu Wasser und aus der Luft ab. Was einer Fläche von mehr als 7.500 Fußballfeldern entspricht. Rund 800 Menschen waren täglich auf der Suche, darunter viele Spezialkräfte mit Hunden, Pferden, Helikoptern, Drohnen, Tornado-Flieger, Amphibienfahrzeug, Booten und Tauchausrüstung - zunächst ohne Erfolg. Arian ist Autist und könnte einer Expertin zufolge auf Rufe nicht reagieren.

Am Montag (29. April) richtete die Polizei eine Ermittlungsgruppe mit Expert:innen für Vermisstenfälle ein, die weiter an dem Fall dranbleiben sollen. Wie die Ermittler:innen berichteten, koordiniere ein fünfköpfiges Team in Zeven nun das Vorgehen. Statt weiter in der Fläche zu suchen, werden die Einsatzkräfte künftig nur noch gezielt Hinweisen nachgehen.

Lena Glöckner

"Hätten uns ein anderes Ende gewünscht": Polizei gibt Suche nach Arian vor Ort auf

"Wir wollten alles Menschenmögliche dafür tun, um Arian zu finden", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp zu Beginn seines Statements. Gestern habe man nochmal alles in die Waagschale geschmissen, jeden Stein umgedreht und sei am Ende des Tages mit leeren Händen dagestanden. 

Deshalb müsse man jetzt in realistische Betrachtung eintreten, wie es weitergehen soll. "Wir werden von der Einsatzphase in die Ermittlungsphase übertreten", so van der Werp. Ein Ermittlungsteam mit Sitz in Zeven übernehme nun, ab morgen sei keiner der Einsatzkräfte mehr vor Ort. "Das war für uns eine ganz, ganz schwierige Entscheidung", machte der Sprecher klar. "Wir hätten uns ein anderes Ende gewünscht."

Von nun an werde die Polizei anlassbezogen suchen, so van der Werp. Und im Moment gebe es keine Anlässe und Hinweise mehr. "Es ist alles geschehen."

Polizei gibt Suche nach vermisstem Arian in Bremervörde auf

Lena Glöckner

Jetzt gibt die Polizei ein Statement

Statt weiter in der Fläche zu suchen, wollen die Einsatzkräfte auf der Suche nach Arian nun punktuell vorgehen und gezielt Hinweisen nachgehen, hieß es am Montag in einer Pressemitteilung. Die groß angelegten Flächensuchmaßnahmen würden "sukzessive reduziert".

Über alles Weitere wollen die Einsatzkräfte ab 17 Uhr informieren. 

Der vermisste sechsjährige Arian aus Bremervörde-Elm bleibt weiter verschwunden.
Livestream

LIVE: Arian bleibt vermisst - jetzt informieren Einsatzkräfte über weiteres Vorgehen

Auch nach einer Woche intensiver Suche bleibt der sechsjährige Arian aus Bremervörde verschwunden. Über das weitere Vorgehen wollen die Einsatzkräfte ab 17 Uhr informieren. :newstime zeigt diese im Livestream.

Lena Glöckner

Polizeisprecher: "Irgendwann muss man realistisch sein, es gibt keine Hinweise"

Dass Arian durch seinen Autismus robuster ist, motiviere alle Einsatzkräfte, so ein Polizeisprecher gegenüber :newstime. "Wenn er Durst hat, trinkt er intuitiv auch aus Pfützen oder Tümpeln und ekelt sich nicht davor. Für Essen gilt das Gleiche."

Ansonsten sei er heute aber deutlich pessimistischer, wie :newstime-Reporterin Franziska Troger von vor Ort berichtet. "Nach der XXL-Aktion gestern gab es keine neuen Hinweise. Irgendwann muss man realistisch sein, es gibt keine Hinweise", so der Sprecher. Jetzt werde beraten, wann es Zeit ist, die Suche einzustellen. Auch ein Verbrechen schließe man nicht aus. Hinweise dafür gibt es jedoch keine.

Lena Glöckner

Ministerpräsident Weil bedankt sich bei Helfern

Eine Woche Arians Verschwinden hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil bei den Einsatzkräften bedankt. "Dies ist auch für sie ein schwieriger Einsatz – dessen bin ich mir bewusst", teilte der SPD-Politiker mit. Die Suchaktion sei ein eindrucksvolles Beispiel für Mitgefühl und Zusammenhalt.

"Es geht mir wohl so wie vielen Menschen, ich hoffe wirklich sehr, dass Arian jetzt schnell und hoffentlich lebend gefunden wird", betonte Weil. "Mein Mitgefühl gilt besonders Arians Eltern, die sich in einer unerträglichen Situation zwischen Bangen und Hoffen befinden."

Lena Glöckner

In Bremervörde ist die Hoffnung weiterhin groß

Obwohl die bisher größte Suchaktion am Sonntag erneut erfolglos geblieben ist, geben die zahlreichen Einsatzkräfte, Helfenden und Anwohner:innen in Bremervörde und Umgebung weiterhin nicht auf. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", so eine Frau gegenüber :newstime. Beim Auto- oder Fahrradfahren halte man andauernd die Augen offen und könne sich gar nicht mehr konzentrieren, so die Anwohnerin. "Man hofft einfach, dass er irgendwo läuft."

Die Suche dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit, rund 15 Quadratkilometer wurden abgesucht. Zusätzlich waren erneut Boote, Drohnen und Suchhunde sowie erstmals auch eine Reiterstaffel unterwegs. "Eine derart große Suchmaßnahme habe ich zuvor noch nicht geleitet", erklärte Jörg Wesemann, Gesamteinsatzleiter der Polizei Rotenburg. "Wir haben heute den ganzen Nachmittag nochmal alles abgesucht", sagte auch Olaf Hoffmann, Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehr Stade im Gespräch mit :newstime. Viele der zahlreichen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr hatten eigentlich frei, aber halfen trotzdem mit. 

Anne Funk

Weiter keine Spur von Arian

Die Suche nach Arian aus Bremervörde-Elm geht auch am Montag weiter. Das kündigte ein Polizeisprecher am Sonntagabend an. Man habe weiter Hoffnung, ihn lebend zu finden.

"Wir suchen weiter, Tag und Nacht."

Polizeisprecherin

"Aufgeben ist für uns noch keine Option", sagte eine Sprecherin. "Wir suchen weiter, Tag und Nacht."

Am Sonntag war die bisher größte Suchaktion erneut erfolglos geblieben. Trotz des Einsatzes von 1.200 Kräften habe man keine neue Spur gefunden, sagte ein Sprecher.

In der Nacht wollte man die Ergebnisse des Großeinsatzes auswerten, um am Montagmorgen gezielt weiteren möglichen Ermittlungsansätzen nachgehen zu können.

 

Die bisher größte Suchaktion nach dem Jungen mit 1.200 Menschen

Bundeswehrsoldaten suchen mit einer Menschenkette nach einem vermissten Arian.
Bundeswehrsoldaten suchen mit einer Menschenkette nach einem vermissten Arian.© Daniel Bockwoldt/dpa

Polizei und Bundeswehr haben ihre Suche nach dem vermissten Arian aus dem niedersächsischen Bremervörde-Elm ausgeweitet. Am Sonntag startete die bisher größte Suchaktion nach dem seit Montag vermissten autistischen Jungen, der wahrscheinlich nicht auf Zurufe reagiert. Seit dem Vormittag durchkämmen rund 800 Helfer das Gebiet nördlich des Wohnorts des Vermissten. Das sei die bisher größte Aktion seit Beginn der Suche vor knapp einer Woche. "Eine derart große Suchmaßnahme habe ich zuvor noch nicht geleitet", so Jörg Wesemann, Gesamteinsatzleiter der Polizei Rotenburg.

Die Einsatzkräfte bildeten eine 1,5 Kilometer breite Menschenkette und durchstreiften das Gebiet nun vom Norden her in Richtung Elm. Man konzentriere sich auf ein Gebiet, in dem man in den vergangenen Tagen zahlreiche Spuren gefunden habe, sagte eine Polizeisprecherin. Ziel sei es, "lückenlos alles noch einmal umzudrehen".

 

Suche nach Arian: Zahl der Einsatzkräfte wird erhöht

Die Suche nach dem sechsjährigen Arian aus Bremervörde-Elm in Niedersachsen ist bis zum Samstagabend erfolglos geblieben. Eine neue Spur ist laut Polizei nicht entdeckt worden. Nun sollen am Sonntag rund 800 Einsatzkräfte nach dem Jungen suchen - und damit mehr als je zuvor, wie ein Sprecher am Abend ankündigte. Die Helfer werden demnach eine Suchkette bilden. Zehn Drohnen sollen aufsteigen.

 

Arian seit Tagen verschwunden - neue Strategie für die Nacht

Bei der Suche nach dem sechsjährigen Arian in Bremervörde im nördlichen Niedersachsen werden die Einsatzkräfte in der Nacht zu Samstag eine andere Strategie einsetzen. Das sagte eine Polizeisprecherin am Freitagabend. In vorherigen Nächten wurde unter anderem Feuerwerk abgebrannt, da der Junge dies möge. Damit erhoffte sich die Polizei eine Spur zu dem Jungen zu bekommen. Nun soll eine sogenannte leise Strategie angewendet werden - also auf Feuerwerk oder Musik verzichtet werden. Die Taktik werde mit vielen besprochen, sagte die Sprecherin - darunter ist auch eine Expertin für Autismus. Nach Angaben der Polizei ist Arian Autist und reagiert nicht auf Ansprachen.

Die Bundeswehr soll in der Nacht zu Samstag mit rund 200 Soldaten nach dem Jungen suchen. Dabei werden der Polizeisprecherin zufolge Nachtsichtgeräte benutzt. Die Soldaten sollen in kleinen Gruppen unterwegs sein. Weniger Kräfte bei der Suche einzusetzen oder diese nach mehreren Tagen einzustellen, ist laut Polizei weiterhin keine Option. "Auf gar keinen Fall", betonte die Sprecherin.

Lena Glöckner

Einsatzkräfte überprüfen Gräben und Rohre

Die Einsatzkräfte nehmen nun auch Rohre um den Wohnort des Jungen ins Visier. Ein Spezialist des Technischen Hilfswerks (THW) hatte die Umgebung am Freitag auf mögliche Verstecke insbesondere an Kanälen und Gräben an Feldern in dem Gebiet geprüft.

"Der hat sich hier in diesen Bereichen nochmal die Kanalisation angeschaut, hat geguckt, in welchen Bereichen denn Möglichkeiten wären, dass sich ein Mensch darin verstecken könnte", sagte Polizeisprecherin Sara Mehnen.

Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr durchsuchen Gräben und Rohre.
Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr durchsuchen Gräben und Rohre. © Philipp Schulze/dpa
Lena Glöckner

Wie verhalten, wenn man Arian findet?

Es ist eine Suche unter erschwerten Bedingungen. Der seit Montag vermisste Arian spricht nicht - und würde auf Zuruf von Fremden wahrscheinlich nicht reagieren. Auf Laufzetteln gibt es deshalb wichtige Hinweise für die Helfer. So sollen sie etwa den Namen des Jungen nicht rufen, weil er ängstlich reagieren und sich verstecken könnte. Helfer sollen auf Aufhäufungen achten, weil es möglich sei, dass sich der Junge, wenn er ruht, mit schwerem Material zudeckt.

Sollten Helfer ihn finden, soll nur eine Person auf ihn zugehen, sich zu ihm hocken - und nicht anfassen. Auf keinen Fall solle gejubelt werden. Wenn er liegt, ihn in liegender Position lassen. "Medizinisch absolut notwendig", heißt es auf den Zetteln.

Lena Glöckner

Das sagt Arians Mutter ihm über die Lautsprecher

Weil der vermisste Arian aufgrund seines Autismus vermutlich nicht auf Ansprachen reagiert, setzt die Polizei auf der Suche nun auf die Hilfe einer Expertin.

Jutta Berthold ist Ergotherapeutin bei der "Autismus Ambulanz Bremervörde/Zeven der Lebenshilfe e. V.". In Absprache mit ihr hat die Familie des Sechsjährigen Sprachnachrichten aufgenommen, die per Lautsprecher abgespielt werden, wie Berthold nun in einem Gespräch mit dem "Spiegel" verriet.

Zum einen werde eine Nachricht des älteren Bruders abgespielt, der Arian dazu auffordert, mit ihm zu spielen, so die Expertin. Außerdem wird die Stimme seiner Mutter abgespielt, die ihm die Erlaubnis dazu gibt, zu den Suchenden zu gehen. Dies sei besonders wichtig, weil Autisten "schnell überfordert und hilflos in Entscheidungssituationen" seien, so Bertholdt. "Dann fragt er seine Mutter oder Vater: Darf ich das?"

Es könne sein, dass Suchende einen Meter neben Arian stehen und ihn nicht sehen, weil er nicht aufsteht, erklärte die Expertin.

Lena Glöckner

Neue Suchkorridore, kleinere Gruppen: Polizei ändert Strategie

Bei der Suche nach Arian hat die Polizei nun ihr Vorgehen geändert. "Wir haben die Strategie ein bisschen geändert", sagten Polizeisprecher. "Wir haben wieder neue Suchkorridore eingerichtet und suchen dort, allerdings nicht mit den langen Polizei- oder Personenketten, sondern in kleineren Gruppen", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. Die Suche konzentriere sich auf einen Bereich nordwestlich von Elm, dem Heimatort des Sechsjährigen.

Die Suche dort laufe auch entlang des Flusses Oste. Weiterhin sind Hunderte Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Deutschem Rotem Kreuz und der Bundeswehr im Einsatz.

Der sechs Jahre alte Arian aus Elm (Landkreis Bremervörde) bleibt auch am fünften Tag in Folge vermisst.
Der sechs Jahre alte Arian aus Elm (Landkreis Bremervörde) bleibt auch am fünften Tag in Folge vermisst.© Daniel Bockwoldt/dpa
 

Lichter und Lieder sollen Arian anlocken

Auch in der vierten Nacht in Folge fehlt vom sechs Jahre alte Arian aus Elm im Norden Niedersachsens weiter jede Spur. Die eingeleiteten Suchmaßnahmen hätten bisher nicht zum Erfolg geführt, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitagmorgen.

Arian ist Autist, kann sich nicht artikulieren und reagiert nicht auf Ansprache, was die Suche noch schwieriger macht. Daher werden teils ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um den Jungen möglicherweise anzulocken. In der Nacht zum Freitag wurden "Skybeamer", das sind riesige Schweinwerfer eingesetzt, die Lichtkegel in den Himmel strahlen. Zudem spielten große Lautsprecher Kinderlieder ab. Beide Anreize blieben bislang aber ohne Erfolg auf der Suche nach dem kleinen Jungen.

 

Bundeswehr stockt Kräfte bei Suche nach Arian auf

Bei der Suche nach dem sechsjährigen Arian im niedersächsischen Bremervörde verstärkt die Bundeswehr ihr Personal. Noch am Donnerstagabend sollten rund 60 weitere Kräfte der Luftwaffe eintreffen. Unter anderem hatten sie nach Angaben der Sprecherin des Landeskommandos Niedersachsen Wärmebildkameras dabei. Im Laufe des Donnerstags waren bereits etwa 250 Soldaten in dem Suchgebiet eingetroffen. Dabei handelte es sich um Kräfte des Heers aus der Gemeinde Seedorf in Niedersachsen. Während der Suche setzten die Helfer Drohnen ein, einen Hubschrauber und ein Tornado-Flugzeug, das Luftaufnahmen mit einer Wärmebildkamera erstellte.

 

"Glauben immer noch fest daran" - Suche nach Arian wird intensiviert

Die Suche ist zu einem Wettlauf gegen die Zeit geworden. Die Polizei spricht von einer ernsten Lage, hat aber noch immer Hoffnung auf ein glückliches Ende. "Wir glauben immer noch fest daran, dass wir Arian wohlbehalten finden können", sagte Polizeihauptkommissar Michael Butt.

Butt richtete sich mit einer Ansprache an die Einsatzkräfte in der Sporthalle in Elm. Dafür, dass der Junge noch wohlbehalten aufgefunden werden könne, gebe es in der Vergangenheit einige Beispiele, hieß es in einer Mitteilung der Polizei.

Auch nach dem tagelangen Einsatz soll die Suche unvermindert fortgesetzt werden. Denn wie die Polizei betonte: Um über ein Ende der Suchaktion zu sprechen, sei es noch zu früh.

Einsatzleitwagen der Feuerwehr stehen vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr.
Einsatzleitwagen der Feuerwehr stehen vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr. © Philipp Schulze/dpa
Lena Glöckner

Suche nach Arian: Ortsteil wird erneut durchkämmt

Bei der Suche Arian wollen die Einsatzkräfte erneut den Ortsteil, in dem der Junge wohnt, durchsuchen. Es sollen alle Schuppen und Garagen geöffnet und kontrolliert werden, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte.

Demnach sollen auch Mülltonnen durchsucht werden. Die Müllabfuhr für diesen Freitag sei abgesagt worden. Zudem sollten Gullydeckel geöffnet werden.

Lena Glöckner

Polizeisprecher: "Der Junge hat kein Schmerzempfinden und keinen Durst"

Auf der Suche nach Arian wird die Rotenburger Polizei von jemandem beraten, der sich mit autistischen Kindern auskennt. Das sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp gegenüber :newstime. "Der Junge hat kein Schmerzempfinden, keinen Hunger, keinen Durst", so van der Werp. Er könne durchaus weiterlaufen, bis der Körper einfach nicht mehr kann. 

Arian aus Bremervörde vermisst: Autismus-Berater hilft Polizei bei der Suche

Lena Glöckner

Durchsuchung von Tümpel ohne Erfolg

Bei der Suche nach Arian hat das Durchsuchen eines Tümpels zunächst keine neuen Erkenntnisse gebracht. In dem Tümpel waren Taucher im Einsatz, wie ein Polizeisprecher sagte. Ob die Suche im Tümpel eingestellt wurde, konnte zunächst nicht gesagt werden. Laut Feuerwehr soll entlang des Flusses Oste in nördliche Richtung weiter gesucht werden.

Am Vorabend hatten die Einsatzkräfte Fußspuren gefunden, die möglicherweise zu dem Jungen gehören könnten.

Polizeitaucher gehen auf der Suche nach Arian den Tümpel ab.
Polizeitaucher gehen auf der Suche nach Arian den Tümpel ab.© Daniel Bockwoldt/dpa
 

Bilder der Suche nach Arian - jetzt hilft auch die Bundeswehr

Auf der Suche nach dem Sechsjährigen will sich am Donnerstag auch die Bundeswehr einschalten. 250 Kräfte werden im Bremervörde erwartet. Bilder des Einsatzes sehen Sie im Video unten.

Weiterhin kein Erfolg: Suche nach Arian läuft auf hochtouren

Lena Glöckner

Polizei folgt möglicher Spur

Die Einsatzkräfte haben möglicherweise eine Spur des Kindes gefunden. "Wir haben gestern im Verlauf des Abends Fußspuren gefunden, die zu Arian gehören könnten", sagte ein Polizeisprecher am Morgen. "Daraus ergibt sich eine mögliche Richtung, in die Arian unterwegs sein könnte. Die Hunde haben eine Fährte aufgenommen."

Die Spur führe entlang des Flusses Oste in nördliche Richtung. Da der Junge Wasser möge, sei es möglich, dass er am Fluss entlanggelaufen sei. In der Nähe des Flusses liegt ein Tümpel. Polizeitaucher begannen damit, diesen Tümpel abzusuchen, wie der Sprecher mitteilte.

Lena Glöckner

Arians Eltern wenden sich erstmals an die Öffentlichkeit

In einem bewegenden Statement haben sich nun die Eltern des vermissten Arian an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bedanken sich bei allen Helfenden und bitten Anwohner:innen, weiterhin Spielzeuge, Luftballons und Süßigkeiten für Arian aufzuhängen.

Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass man dabei darauf achten solle, dass Arian dafür keine Straße oder andere Gefahrenstellen überqueren muss: "Bitte nur dort Spielzeuge aufhängen, wo Arian einen gefahrlosen Zugang zu den Spielzeugen hat."

Rebecca Rudolph
Ballons und Süßigkeiten stehen auf einem Feld bei Bremervörde.
Ballons und Süßigkeiten stehen auf einem Feld bei Bremervörde. © Markus Hibbeler/dpa

Suche nach Arian: Süßigkeiten und Ballons im Wald aufgehängt

Auf der Suche nach dem seit Montagabend (22. April) vermissten Arian setzen die Ermittler:innen nun Süßigkeiten ein, um den Jungen zu finden: Auf Wunsch der Eltern hat die Feuerwehr in einem Waldgebiet, das an das Wohnhaus der Familie des Jungen im niedersächsischen Bremervörde angrenzt, Luftballons und Süßigkeiten aufgehängt. "Die haben es dem Jungen angetan", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend (24. April). Zudem positionierten die Helfer:innen im Wald Wildkameras, die den Jungen entdecken sollen.

Am Montagabend hatte Arian allein sein Elternhaus verlassen - und wird seither vermisst. Seitdem durchsuchen hunderte Einsatzkräfte und Helfer:innen die Gegend rund um das Wohngebiet. Die Helfer:innen setzten während der Suche Drohnen ein, einen Hubschrauber und ein Tornado-Flugzeug, das Luftaufnahmen mit einer Wärmebildkamera erstellte. Am Mittwoch suchten Polizeitaucher:innen den Fluss Oste in der Nähe des Wohnhauses ab. Polizist:innen fuhren den Fluss mit einem sogenannte Sonarboot ab.

 

Kamera-Aufnahmen: Arian lief allein durch Wohngebiet

Der vermisste Sechsjährige ist Kameraufnahmen zufolge allein von zu Hause verschwunden. Arian sei demnach am Montag gegen 19.15 Uhr allein durch das Wohngebiet gelaufen, in dem er lebt, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Die Ermittler haben Aufnahmen einer privaten Überwachungskamera ausgewertet. 

Darauf sei zu sehen, dass Arian einen Stock mit sich führte, mit dem er auf der Straße herumgewedelt und gespielt habe. Dann sei er recht zügig Richtung Wald gelaufen, fast gerannt, sagte der Polizeisprecher auf Anfrage.

Von dem Viertel, in dem der Sechsjährige wohnt, führt eine kleine unbefestigte Straße an einem Rapsfeld vorbei zu einem Waldgebiet. Die Polizei hielt es für möglich, dass der Sechsjährige dorthin ging.

Lena Glöckner

Frische "kleine Fußspuren" im Sumpf entdeckt

Die Einsatzkräfte haben offenbar in einem Sumpfgebiet nahe dem durchtauchten Fluss einen frischen Fußabdruck entdeckt. Das bestätigte ein Polizeisprecher :newstime.  "Gerade wurde gemeldet, dass wir kleine Fußspuren gefunden haben, die möglicherweise in ein mooriges, tümpeliges Gebiet führen", zitiert auch RTL einen Sprecher. So viele Einsatzkräfte wie möglich seien deshalb nun in dem Gebiet unterwegs. Ob die Spur allerdings wirklich zu Arian gehört, ist unklar.

Lena Glöckner

Polizeisprecher: "Die Lage ist ernst"

Die Lage sei sehr ernst, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit Verweis auf zwei kalte Nächte und die leichte Bekleidung des Kindes. "Mit jeder Stunde, die verstreicht, wird es ernster." Aber: "Wir haben weiter Hoffnung und wir suchen nach wie vor mit ungemindertem Einsatz." Alle seien motiviert. "Das größte Ziel ist es, den Jungen zu finden."

 Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr auf einem Feld im Einsatz.
Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr auf einem Feld im Einsatz. © Daniel Reinhardt/dpa
Lena Glöckner

Taucher im Einsatz

Bei der Suche sind nun auch Polizeitaucher im Einsatz. Am Mittwoch suchten sie den Fluss Oste in der Nähe des Wohnhauses des Jungen ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Zusätzlich fuhren Einsatzkräfte mit einem Sonarboot auf dem Gewässer. Die Polizeitaucher seien nötig, da man mit Booten nicht überall hinkomme, erklärte der Sprecher.

Auch an Land ging die Suche mit zahlreichen Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und anderen Organisationen weiter. Sie zählten auf die Unterstützung von Hunden und Drohnen.

Der vermisste sechsjährige Arian aus Bremervörde-Elm ist auf einem Foto zu sehen.
Der vermisste sechsjährige Arian aus Bremervörde-Elm ist auf einem Foto zu sehen.© Polizeiinspektion Rotenburg

Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet und ein Bild von Arian veröffentlicht. Sie forderte die Anwohner:innen auf, private Kameraaufnahmen zu prüfen. Die Menschen in dem Ortsteil sollten schauen, ob der Junge auf Überwachungskameras zu sehen sei, schrieb ein Polizeisprecher am Dienstag. "Obwohl die Ortschaft Elm von Einsatzkräften durchsucht worden ist, könnte sich der vermisste Junge auch in einem Schuppen oder einem ähnlichen Versteck aufhalten", hieß es. Doch entsprechende Hinweise wurden zunächst nicht bekannt.

Haben Sie Arian gesehen oder einen anderen wichtigen Hinweis für die Einsatzkräfte? Die Bremervörder Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet und ist unter der Telefonnummer 04761/7489-135 oder 144 erreichbar.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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