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Kommt mit der Eisschmelze die Gefahr?

Wissenschaftler in Sorge: Tausende "Gletscher-Viren" entdeckt

  • Veröffentlicht: 03.01.2024
  • 16:23 Uhr
  • Stefan Kendzia
Wissenschaftler:innen haben in Gletschern mehr als 10.000 Viren entdeckt, die bisher unbekannt waren. Diese könnten wiederbelebt werden durch den Klimawandel. (Symbolbild)
Wissenschaftler:innen haben in Gletschern mehr als 10.000 Viren entdeckt, die bisher unbekannt waren. Diese könnten wiederbelebt werden durch den Klimawandel. (Symbolbild)© REUTERS

Lauert in den Gletschern eine Gefahr für die Welt und die Menschheit? Durch das Abschmelzen des sogenannten Ewigen Eises infolge des Klimawandels könnten bisher unbekannte Mikroben und Viren zu neuem Leben erweckt werden. Mit unabsehbaren Folgen.

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Könnten unbekannte Viren für uns gefährlich werden, die bisher sicher und über Jahrtausende im Ewigen Eis eingeschlossen waren? Der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass wir mit völlig neuen Krankheiten und Pandemien konfrontiert werden könnten: Wenn geschmolzenes Eis uralte Viren freigeben sollte.

Im Video: Klimawandel zeigt sich in den Bergen besonders verheerend

Die Gletscherwelt konserviert auch die DNA von Viren und Organismen

Im Fachmagazin "Science Direct" haben chinesische Forschende beängstigende Ergebnisse veröffentlicht: Nach der Untersuchung von insgesamt 38 Gebirgs- und Polargletschern konnten auf der Oberfläche, im Schmelzwasser und im Staub exakt 10.840 bisher unbekannte Viren (Supraglaziale DNA-Viren) ausgemacht werden. Denn die globale Erwärmung beschleunigt das Abschmelzen der Gletscher in Hoch- und Höhenregionen und setzt Viren in nachgelagerte Ökosysteme frei. Das Eis der Gletscher und Permafrostgebiete wirkt laut Wissensmagazin "Scinexx" wie eine riesige Tiefkühltruhe und konserviert neben zahlreichen Fossilien und ihrer DNA auch die Überdauerungsstadien vieler lebender Organismen und Viren.

Gefahr für die öffentliche Gesundheit geht von ihnen [den Viren] nicht aus.

Yongqin Liu, Professorin an der Lanzhou University in China.

Ob und wie viele dieser Viren eine tödliche Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen, kann bislang nicht definitiv beurteilt werden. Eine neue Studie geht allerdings davon aus, dass mehr als 80 Prozent von diesen mehr als 10.000 neu katalogisierten Viren ausschließlich Bakterien befallen sollen, sollten sie aktiv werden. Menschen und Tiere seien nicht davon betroffen. Studienleiterin Yongqin Liu von der chinesischen Lanzhou Universität sagt dazu: Eine "Gefahr für die öffentliche Gesundheit geht von ihnen nicht aus.“

Eine Angst bleibt dennoch. Sollten reaktivierte Viren Bakterien nicht sofort töten, bliebe den Gletscher-Viren Zeit, um in das Erbgut der Bakterien einzudringen. So könnten sich weitere Resistenzen bilden - auch gegen Antibiotika.

  • Verwendete Quellen:
  • Scinexx: "Zehntausend Viren-Arten in Gletschern entdeckt"
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