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Faszination Sahara: Die Geheimnisse der gigantischen Wüste

  • Veröffentlicht: 03.02.2023
  • 10:55 Uhr
  • Claudia Frickel

Die Sahara ist eine Wüste voller Überraschungen. So besteht sie zum Großteil gar nicht aus Sand, beheimatet den längsten Zug der Welt und besitzt geheimnisvolle Krater. Wir verraten dir, die spannendsten Geheimnisse der riesigen Wüste.

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Sahara - Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Erde und die zweitgrößte Wüste überhaupt. Noch weiter ausgedehnt ist nur die Eiswüste der Antarktis.

  • Die riesige Fläche der Sahara entspricht ungefähr der Ausbreitung der USA oder Europas. Damit ist sie 26-mal so groß wie Deutschland. Fast das ganze nördliche Drittel des afrikanischen Kontinents wird von ihr eingenommen. Sie liegt in zehn Ländern. Ihr Name kommt übrigens vom arabischen Wort für Wüsten.

  • Vor tausenden von Jahren gab es in der Wüste Seen und grüne Landstriche. Sogar Flusspferde und Elefanten tummelten sich dort. Heute ist die Sahara dünn besiedelt und Wasser knapp. Sie breitet sich zudem immer weiter aus.

  • In der Wüste ist es glühend heiß und extrem trocken: Auf bis 57 Grad Celsius klettert das Thermometer. Trotzdem ist gibt es gar nicht so viel Sahara-Sand wie man denkt. Der Großteil ist von Steinen und Felsen bedeckt.

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Sahara-Karte: Hier liegen die Wüste und ihre wichtigsten Orte

In welchen Ländern liegt die Sahara und was sind markante Punkte
In welchen Ländern liegt die Sahara und was sind markante Punkte © Galileo
Die spannendsten Fakten über die Sahara
Die spannendsten Fakten über die Sahara© Galileo
In welchen Ländern liegt die Sahara und was sind markante Punkte
Die spannendsten Fakten über die Sahara

Wo liegt die Sahara und wie groß ist die Bevölkerung?

Knapp neun Millionen Quadratkilometer ist die Sahara groß. Sie zieht sich in Afrika von der Atlantik-Küste bis zur Küste des Roten Meeres. Dabei ist sie bis 5.500 Kilometer breit und 2.000 Kilometer hoch - fast so groß wie ganz Europa.

Die Wüste gehört zu folgenden Staaten: Ägypten, AlgerienMarokko mit dem annektierten Territorium Westsahara, Tunesien, Libyen, Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Sudan.

2,5 Millionen Menschen leben in dem riesigen Gebiet, darunter Berber:innen, Araber:innen, Mauren und Tuareg. 40 Prozent ziehen als Nomad:innen umher, die anderen sind Bäuerinnen und Bauern in Oasen. Zum Vergleich: Auf der fast ebenso großen Fläche der USA wohnen 300 Millionen Menschen.

Die größte Stadt in der Sahara ist Nouakchott. Die Hauptstadt von Mauretanien hat eine Million Bewohner:innen. Im Westen der Wüste und im libyschen Teil gibt es fast keine Menschen.

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Bilder der Sahara: So sieht es in der Wüste aus

Ein Angehöriger der Tuareg mit Kamelen in der Sahara. Die Wüstentiere könnten zehn Tage ohne Wasser auskommen.
Ein Angehöriger der Tuareg mit Kamelen in der Sahara. Die Wüstentiere könnten zehn Tage ohne Wasser auskommen.© Getty Images / hadynyah
Endlose Sanddünen in der Sahara. Sie können bis 180 Meter hoch werden.
Endlose Sanddünen in der Sahara. Sie können bis 180 Meter hoch werden.© Getty Images / LucynaKoch
Das Tibesti-Gebirge im Tschad: Ein Teil davon ist der Vulkan Emi Koussi, die höchste Erhebung der Sahara.
Das Tibesti-Gebirge im Tschad: Ein Teil davon ist der Vulkan Emi Koussi, die höchste Erhebung der Sahara.© IMAGO / agefotostock
An Seen und Quellen finden sich in der Sahara grüne Oasen, so wie hier der See Umm el Ma in Libyen.
An Seen und Quellen finden sich in der Sahara grüne Oasen, so wie hier der See Umm el Ma in Libyen.© Getty Images / cinoby
Die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx stehen in der Wüste von Ägypten.
Die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx stehen in der Wüste von Ägypten.© Getty Images / pius99
Ein Angehöriger der Tuareg mit Kamelen in der Sahara. Die Wüstentiere könnten zehn Tage ohne Wasser auskommen.
Endlose Sanddünen in der Sahara. Sie können bis 180 Meter hoch werden.
Das Tibesti-Gebirge im Tschad: Ein Teil davon ist der Vulkan Emi Koussi, die höchste Erhebung der Sahara.
An Seen und Quellen finden sich in der Sahara grüne Oasen, so wie hier der See Umm el Ma in Libyen.
Die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx stehen in der Wüste von Ägypten.

Die Sahara-Wüste: Steine, Berge und geheimnisvolle Strukturen

🏜 Wenn du an die Sahara denkst, stellst du dir wahrscheinlich viel Sand vor. In Wahrheit besteht sie zu maximal 20 Prozent aus Sand. Er bildet oft riesige Dünen, manche davon 180 Meter hoch. Der Großteil der Wüste ist mit Felsen, Steinen und Geröll bedeckt.

🌋 Die Wüste liegt auf einem Tafelland, also flachem Gelände. Es wird von Senken und Tälern eingeschnitten sowie von Gebirgsketten überragt. Der höchste Berg ist der Emi Koussi im Tibesti-Gebirge des Tschad. Der Vulkan ist 3.415 Meter hoch.

🔍 Mysteriös sind ungewöhnliche geologische Formationen, die niemand erklären kann. Dazu gehört die ringförmige Richat-Struktur in Mauretanien mit einem Durchmesser von 45 Kilometern. Dieses "Auge der Sahara" ist sogar aus dem All zu sehen. Entstanden ist es eventuell durch Vulkan-Ausbrüche oder einen Meteoriten-Einschlag. Manche glauben, dass sich dort das sagenumwobene Atlantis befunden hat.

💡 In der Sahara stehen auch die berühmten ägyptischen Pyramiden wie die von Gizeh - und die Sphinx.

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Das Auge der Sahara: Die seltsame Richat-Struktur

Ein Foto der mysteriösen Richat-Struktur aus dem All: Das riesige, ringförmige "Auge der Sahara" erinnert an einen Krater und ist von symmetrischen, runden, wenige Meter hohen Gesteins-Wällen umgeben.
Ein Foto der mysteriösen Richat-Struktur aus dem All: Das riesige, ringförmige "Auge der Sahara" erinnert an einen Krater und ist von symmetrischen, runden, wenige Meter hohen Gesteins-Wällen umgeben. © IMAGO / ZUMA Wire

Technische Giganten: Die geheimen Schätze der Sahara

🛢 In der Sahara befinden sich zahlreiche Bodenschätze. Dazu gehören Erdöl und Erdgas. Aber auch Salz, Kohle, Kupfer, Gold, Mangan, Eisenerz, Uran, Blei, Wolfram, Titan, Zinn und Phosphate liegen im Boden.

🚆 Die Bodenschätze müssen transportiert werden - etwa die 15 Millionen Tonnen Eisenerz, die Mauretanien jedes Jahr fördert. Es wird zum 700 Kilometer entfernten Hafen von Nouadhibou gebracht - und zwar mit dem längsten Zug der Welt (mit regulären Fahrzeiten). Die bis 2,5 Kilometer lange Waggon-Schlange fährt fast 20 Stunden durch die Wüste.

☀ In der Sahara steht auch ein gigantischer Solar-Park - zehn Kilometer südlich der marokkanischen Stadt Ouarzazate. Der erste Teil, Noor 1, wurde 2016 eingeweiht. Er produziert bereits so viel Strom, wie 400.000 Menschen im Land durchschnittlich verbrauchen. Mittlerweile besteht die Solarthermie-Anlage aus vier Einheiten. Ziel sind 580 Megawatt Strom. Die Spiegel, die das Sonnenlicht einfangen, sind 1,4 Millionen Quadratmeter groß, umgerechnet 200 Fußballfelder.

🗼 Zur Solar-Anlage gehört ein weiteres Gebäude der Superlative: Der 242 Meter hohe Solar-Turm ist eines der höchsten Bauwerke in Afrika und ungefähr so hoch wie der Main Tower in Frankfurt am Main. Das weltweit höchste Bauwerk misst allerdings 830 Meter: der Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate).

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Welche Tiere wohnen in der Sahara und wie überleben sie?

🐪 Das bekannteste Wüstentier ist wohl das Kamel: Es kommt zehn Tage ohne Wasser aus. Flüssigkeit speichert es dazu übrigens im Magen und im Blut, nicht im Höcker – darin lagert Fett.

🦂 In der Sahara leben zudem viele Käfer, Spinnen, Schlangen, Echsen und Skorpione - und 50 Säugetier-Arten. Zu ihnen zählen neben Kamelen Oryx-Antilopen, Springmäuse, Rennmäuse, Wüstenfüchse und Wüstenhasen.

💧 Alle Sahara-Tiere haben Tricks auf Lager, um Wasser zu sparen und zu speichern. Manche sind in der kühleren Nacht aktiv, andere geben Wärme über riesige Ohren ab. Einigen Jägern genügt die Flüssigkeit aus dem Blut ihrer Beutetiere. Die Wüstenspringmaus bezieht Feuchtigkeit ausschließlich aus Pflanzen, Wurzeln und Samen.

🐦 Leichter ist es in der Sahara für Tiere, die einfach zu Oasen fliegen und dort trinken können. Das machen das afrikanische Flughuhn und die Palmtaube. Letztere legt jeden Tag bis 240 Kilometer in der Luft zurück.

🐭 Clever: Manche Wüstenbewohner haben sogar ein eigenes Organ entwickelt, in dem sie Wasser speichern. Dazu gehört die Dickschwanzmaus.

Pflanzen in der Sahara: Von Palmen und Sträuchern

🌿 Trotz der harschen Lebensbedingungen gibt es in der Sahara 2.500 Pflanzen-Arten, darunter viele Gräser und Sträucher. Einige davon kommen in freier Natur nur in dieser Region vor.

🌵 Zu den bekanntesten Pflanzen der Wüste zählen Kakteen, Mesquite-Baum, Yucca-Palme, Aloe vera und Korallwurzel. Viele von ihnen sind eher klein und gedrungen, um wenig Fläche einzunehmen und Feuchtigkeit zu speichern.

🌴 Eine Ausnahme sind die Dattelpalmen. Sie werden bis 20 Meter hoch und gehören zu den wenigen Bäumen der Sahara.

🌊 Aber wie können Pflanzen mit so wenig Wasser auskommen und die Hitze überstehen? Die meiste Vegetation findet sich in den wasserreicheren Oasen an Flüssen oder Quellen. Zudem haben viele Wüstenpflanzen dicke Blätter, die helfen, Flüssigkeit zu speichern.

☀ Die Wurzeln vieler Pflanzen reichen tief in den Untergrund, wo sie Wasser aufsaugen. Darüber hinaus hilft eine silbrig schimmernde grüne Farbe, das Sonnenlicht zu reflektieren, damit es nicht zu heiß wird und dadurch viel Flüssigkeit verdunstet.

Mysteriöse Steinkreise und Felsformationen in der westlichen Sahara entdeckt

Mysteriöse Steinkreise und Felsformationen in der westlichen Sahara entdeckt

Diese Steine und Felsformationen aus der westlichen Sahara sind tausende von Jahren alt und wurden erst vor Kurzem entdeckt. Doch die Untersuchung der Funde gestaltet sich schwierig.

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  • Ab 12

Wetter und Klima in der Sahara

🌞 Wie in allen trockenen Wüsten gibt es in der Sahara kaum Niederschläge, dafür aber eine hohe Sonneneinstrahlung sowie geringe Luftfeuchtigkeit. Allerdings kann sich das Klima in dem riesigen Gebiet deutlich unterscheiden.

🥵 In der Regel sind die Tage heiß: 4.000 Stunden im Jahr scheint in der Sahara die Sonne. In manchen Gebieten liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 45 Grad Celsius. Das Thermometer klettert aber auch mal auf 55 bis 57 Grad Celsius im Schatten.

🥶 Nachts kann die Temperatur aber in Gebirgen auf bis minus 20 Grad fallen. Das liegt daran, dass die aufgestaute Hitze nachts in die Atmosphäre strahlt. Es sind keine Wolken da, die sie blocken können.

🌨 In der Sahara herrschen Extreme vor: Der Sand kann sich bis auf 80 Grad Celsius aufheizen. Aber in einigen Höhenlagen hat es sogar zweimal geschneit: 1979 und 2016.

🌧 Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt knapp 45 Liter pro Quadratmeter im Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 2022 laut Deutschem Wetterdienst 670 Liter pro Quadratmeter. In der Wüste gibt es große Unterschiede: Einige Gebiete Libyens und Ägyptens sind fast so trocken wie die Atacama-Wüste, dem trockensten Gebiet der Erde. Hier fallen nur wenige Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Im Tibesti-Gebirge können es dagegen bis 600 Liter sein.

Sahara-Sand: Seine wichtige Funktion für die Erde

  • Regelmäßig wehen die heißen Winde der Sahara feinen Sahara-Sand bis zu uns - im Schnitt bis 15-mal pro Jahr, meist in Frühjahr und Sommer. Oft bekommen wir das nicht mit. Aber manchmal bedeckt der Sand Scheiben, färbt Sonnenuntergänge ein - oder es gibt Blutregen.
  • Schuld ist größtenteils eine sehr warme Großwetterlage. Ein Wirbelsturm in der Wüste treibt den Sand nach oben, starke Winde tragen ihn aus Afrika in den Norden. 500 Millionen Tonnen Sahara-Sand werden jedes Jahr um den Globus geweht.
  • Die gewaltigen Sandwolken steigen bis in fünf Kilometer Höhe auf und überfliegen sogar Ozeane.
  • Der Sand besteht aus winzigen Partikeln von Mineralstaub. Diese Mineralien wie Phosphor, Calcium, Magnesium und Eisen sind ein wichtiger Dünger für Pflanzen.
  • Sahara-Sand ist darum extrem wichtig für das Ökosystem der Erde - zum Beispiel in den Amazonas-Regenwäldern. Dort allein landen 40 Millionen Tonnen.

Die Entstehung der Sahara: So hat sich die Wüste gebildet

  • Die ältesten Gesteine, die Forscher:innen im Untergrund der Sahara entdeckt haben, entstanden vor 3.000 Millionen Jahren. Vor 130 Millionen Jahren tummelten sich in den Wäldern der Sahara Dinosaurier. Zu der Zeit bildeten Afrika und Südamerika einen gemeinsamen Kontinent.
  • Mehrfach wechselten sich in der Sahara trockene und feuchte Phasen ab. In den vergangenen 200.000 Jahren war die heutige Wüste dreimal eine üppige, grüne Savanne mit vielen Flüssen und Seen - zuletzt vor 11.000 bis 5.000 Jahren. Fels-Zeichnungen zeigen, dass dort unter anderem Giraffen und Elefanten lebten. Auch viele Menschen hatten sich angesiedelt.
  • Solche Perioden mit viel Vegetation wurden durch eine Veränderung der Erdbahn um die Sonne ausgelöst. Die Luft-Zirkulationen durch den Monsun sind davon betroffen, außerdem wird die Sonnen-Einstrahlung beeinflusst. All das hat Auswirkungen auf das Klima.
  • Die Winde ließen ab etwa vor 7.000 Jahren wieder nach, die Niederschläge nahmen ab und das Land trocknete aus. Vor knapp 5.500 Jahren dehnte sich die Sahara auf ihre heutige Größe aus.
  • Seit etwa 1920 ist die Wüste um zehn Prozent gewachsen, so Forscher:innen der Universität Maryland. Schuld daran ist der Klimawandel. Dürren, Rodungen und Überschwemmungen kommen dazu.
  • Auch heute noch dehnt sich die Sahara immer weiter aus. Diese Desertifikation bedroht die Lebensgrundlage vieler Menschen, die von Ackerbau und Viehzucht leben. Eine 7.775 Kilometer lange Mauer aus Bäumen soll das Problem lösen und den Sand stoppen: Die 15 Kilometer breite Great Green Wall oder Große Grüne Mauer soll bis 2030 entstehen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sahara

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